Deutsch
English
< zurück
28.10.2011 13:00 Alter: 5 Jahre

Singende Königinnen, tanzende Prinzen - Musik an europäischen Höfen

- Maddalena Casulana und Barbara Strozzi: Zwei Komponistinnen in der venezianischen (Gelehrten-) Republik des 16. und 17. Jahrhunderts -

Wir laden Sie sehr herzlich ein zu der Veranstaltung

 

Ringvorlesung Gender Studies und Musik XIII:

Singende Königinnen, tanzende Prinzen -

Musik an europäischen Höfen

 

am Dienstag, dem 1. November 2011

18.00 Uhr (s.t.) im Mendelssohnsaal der

Hochschule für Musik und Theater Hamburg.

 

„Maddalena Casulana und Barbara Strozzi:

Zwei Komponistinnen in der venezianischen (Gelehrten-) Republik des 16. und 17. Jahrhunderts“

 

Vortrag: Silke Wenzel, M.A., Hochschule für Musik und Theater Hamburg

 

Musikprogramm: Studierende der Hochschule aus den Klassen von Prof. Peter Holtslag, Prof. Mark Tucker und Isolde Kittel-Zerer

 

Eintritt frei.

 

Musikerinnen zwischen Akademie und Hof

Maddalena Casulana (ca. 1540–ca. 1590) und Barbara Strozzi (1619–1677) konnten sich im Musikleben ihrer Zeit als Komponistinnen und Musikerinnen etablieren. Sie galten nicht nur als herausragende Sängerinnen, sondern veröffentlichten auch mehrere Bücher mit Madrigalen bzw. mit Cantaten und Arietten, die überwiegend in Venedig – einem der europäischen Zentren des Notendrucks – verlegt wurden. Beide Komponistinnen waren zudem in die norditalischen Akademien eingebunden, in denen wissenschaftliche Erörterungen, ästhetische Diskussionen und musikalische Praxis eng ineinander verzahnt wurden. Während Maddalena Casulana im Rahmen der Akademien als Musikerin und Komponistin geschätzt wurde, ging Barbara Strozzis Wirken achtzig Jahre später weit darüber hinaus. Ihr Vater, der venezianische Gelehrte, Dichter und Librettist Giulio Strozzi, gründete 1637 die „Accademia degli Unisoni“, in der Barbara Strozzi nicht nur als Sängerin auftrat, sondern darüber hinaus die zu diskutierenden Themen festlegte, die Diskursführung beurteilte und Preise für die beste Argumentation verlieh.

 

Silke Wenzel, geb. in Bad Mergentheim, studierte Historischen Tanz, Musikwissenschaft, Musikpraxis, Romanistik und Archäologie in Paris, Weimar und Jena. Derzeit arbeitet sie an der Hochschule für Musik und Theater am Thema „Kulturelle Transfers in Musik und Musikleben des 19. Jahrhunderts” (im Rahmen eines Forschungsprojektes zu „Orte und Wege europäischer Kulturvermittlung durch Musik. Die Sängerin und Komponistin Pauline Viardot“, Leitung: Beatrix Borchard). Seit 2007 ist sie zudem als freie Autorin am Projekt „Musik und Gender im Internet” beteiligt und hat seither mehr als 150 Biografien von Musikerinnen in Artikeln vorgelegt. Silke Wenzel schreibt derzeit an einer Dissertation über das Verhältnis von Musik und Krieg zwischen 1500 und 1650.

 

Organisation und Abendgestaltung: Prof. Dr. Beatrix Borchard, Isolde Kittel-Zerer und Martina Bick, M.A.