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11.10.2011 19:31 Alter: 5 Jahre

Singende Königinnen, tanzende Prinzen - Musik an europäischen Höfen -

Im Wintersemester beginnt eine neue Ringvorlesung mit dem Titel "Singende Königinnen, tanzende Prinzen - Musik an europäischen Höfen".

Prof. Dr. Susanne Rode-Breymann

Die erste Veranstaltung findet am

am Dienstag, den 18. Oktober 2011

18.00 Uhr (s.t.) im Forum der Hochschule für Musik und Theater Hamburg

statt:

 

Einführungsvortrag und Szenen aus der Oper „La Liberazione di Ruggiero dall isola d‘Alcina“ von Francesca Caccini

 

Vortrag: Prof. Dr. Susanne Rode-Breymann, Präsidentin der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover

 

Musikprogramm: Studierende der Hochschule für Musik und Theater Hamburg und Gäste unter Ltg. von Isolde Kittel-Zerer, HfMT Hamburg

 

Eintritt frei.

 

Der Hof – Akteurinnen und Akteure – Musiktheater

 „Singende Königinnen, tanzende Prinzen“ – stellt dieser Reihentitel der Ringvorlesung nicht alles auf den Kopf, was unser Wissen umfasst? Denn bis in die Barockzeit hinein sangen doch Männer und Kastraten auf den Bühnen der europäischen Höfe und nicht Frauen. Und was meint „tanzende Prinzen“? Gab es sie an den europäischen Höfen – abgesehen vom französischen Sonnenkönig Ludwig XIV.? Und wie ist die Hierarchie zwischen den Geschlechtern zu denken, wenn die Königin singt und der Prinz tanzt, wo wir doch alle wissen, dass die Frauen in der gesellschaftlichen Ordnung den Männern nachranging waren? Lässt sich daraus folgern, dass der Tanz als kulturelle Fähigkeit über dem Singen stand?

Ausgehend vom Titel „Singende Königinnen, tanzende Prinzen. Musik an europäischen Höfen“ wird der Vortrag in die Thematik der Ringvorlesung einführen – und dies in vier Teilen und fokussiert auf das Musiktheater an europäischen Höfen: Der erste Teil ist dem Ort gewidmet. In ihm wird skizziert, was „Hof“ im Europa der Frühen Neuzeit meint. Der zweite Teil wendet sich den höfischen Akteurinnen zu, der Fürstin wie der Hofdame. Im dritten Teil geht es um die kulturellen Praktiken innerhalb der höfischen Kultur, also um Singen, Tanzen, Komponieren, Gestalten, Vermitteln, in Auftrag Geben und Fördern. Der abschließende Teil wird verdeutlichen, wie im Musiktheater Wertsphären, Tugendvorstellungen und auch Geschlechterrollen performativ verhandelt wurden.

 

Susanne Rode-Breymann studierte Alte Musik an der Musikhochschule Hamburg sowie Musikwissenschaft, Kunstgeschichte und Literaturwissenschaft an der Universität Hamburg.

Ihre beruflichen Stationen: Von 1999 bis 2004 war sie als Professorin für Historische Musikwissenschaft an der Hochschule für Musik Köln tätig, ab 2004 dann an der Hochschule für Musik und Theater Hannover. Dort leitet sie das 2006 gegründete und von der Mariann Steegmann Foundation finanzierte „Forschungszentrum Musik und Gender“. Seit April 2010 ist sie Präsidentin der Hochschule für Musik, Theater und Medien Hannover.

 

Forschungsschwerpunkte von Susanne Rode-Breymann sind die Musik des 17. und des 20. Jahrhunderts, Gender Studies und Opernforschung. Zusammen mit Antony Beaumont gab sie 1997 Alma Mahler-Werfels „Tagebuch-Suiten“ 1898-1902 heraus, ihr Buch „Die Komponistin Alma Mahler-Werfel“ erschien 1999. Susanne Rode-Breymann ist (Mit-)Herausgeberin verschiedener Jahrbücher und Reihen (Musik-Kultur-Gender, Jahrbuch Musik und Gender, Ligaturen, MusikOrte Niedersachsen) und Fachherausgeberin Musik der „Enzyklopädie der Neuzeit“. Im Dezember 2010 kam ihr jüngstes Buch „Musiktheater eines Kaiserpaars. Wien 1677 bis 1705“ heraus.

Organisation und Abendgestaltung: Prof. Dr. Beatrix Borchard, Isolde Kittel-Zerer und Martina Bick, M.A.