Deutsch
English
< zurück
13.12.2013 14:51 Alter: 3 Jahre

So kommt Farbe in die Welt der Konzerte

Vier Gewinnerkonzepte erhalten das Masefield-Stipendium

Mit frischen Ideen stellten 14 Teams aus Studierenden aller Fachrichtungen der Hochschule für Musik und Theater Hamburg am 12.Dezember ihre Konzepte einer hochkarätig besetzten Jury vor. „Kreativität freilegen und eine neue Vielfalt im musikalischen Angebot zu schaffen“ ist das Ziel des neuen Wettbewerbs, der durch ein Seminar des Career Centers vorbereitet und von der Alfred Töpfer-Stiftung F.V.S und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung gefördert wird.

 

Die vier Masefield-Stipendien in Höhe von je 5.000 € werden einmal im Jahr von der Alfred Töpfer-Stiftung vergeben. Dieses Jahr werden erstmalig Konzepte und ihre künstlerische Aufführung ausgezeichnet. Hinter den Konzepten stecken einzelne Musiker bis hin zu interdisziplinären Teams bestehend aus Musikern, Schauspielern, Regisseuren und Dramaturgen. Der Wettbewerb fand im Nochtspeicher auf St. Pauli statt.

 

Die Gewinnerkonzepte:


Augen und Ohren der Großstadt

„Städte lassen sich an ihrem Gang erkennen wie Menschen“ - In einer Großstadt ist jeder Teil eines großen rhythmischen Pulses aus Bewegungen und Geräuschen, die sich ineinander verwinden: Unregelmäßigkeiten, Wechsel, Nichtschritthalten, Zusammenstöße von Dingen und Angelegenheiten, bodenlose Punkte der Stille, ein großer rhythmischer Schlag und die ewige Verschiebung aller Rhythmen gegeneinander“. (Robert Musil).

Eine Verschränkung von Geräuschimprovisation, Videoinstallation, Texten von Robert Musil, zeitgenössischen Musikwerken bis hin zum ruhigen Puls einer Telemann-Arie. In diesem Konzert werden akustische Momente und Plätze einer Stadt musikalisch dargeboten.

 

Konzept: Theresa von Halle, Oboistin, Aufführung am 27.1.2014 in der Freien Akademie der Künste

 

 

Im Dunkeln wird mir wohl sein

In dem Konzept vereinen sich auf ungewöhnliche Weise zwei musikalische Epochen zu einem thematischen Kern – die existentielle Reise eines Liebenden. In der Verschränkung von Monteverdis „L’Orfeo“ und Schuberts „Winterreise“ wird das Bild eines Menschen gezeichnet, der vor einer Entscheidung steht. Wie nahe liegen die Pole der beiden Welten Leben und Tod zusammen? Die drei Stationen des musikalischen Programms spiegeln sich im Raumkonzept wider. Die Figur des Wanderers Orpheus bewegt sich an drei Orten. Die Anordnung des Raumes ist kreisförmig, die Instrumente stehen diagonal entgegensetzt im Raum. Aus den Raumdiagonalen entsteht eine Weg-Kreuzung, ein innerer Kreis. Der Auf- und Abtritt vom Leben in den Tod.

 

Konzept: Trevor Pichanik, Jan van Wijk, Rahel Thiel, Isabelle Becker, Aufführung am 27.1.2014

 

 

Der Club der freien Zuhörer

Eine neue Form von Konzert entsteht - Classic Flash. Der Club der freien Zuhörer definiert das Konzert neu: Das Betreten der Bühne ist erwünscht; in das Klavier reinhören ist erlaubt, jegliche Äußerungen von Emotionen sind möglich - Nähe zum Interpreten, Kommunikation der Zuhörer untereinander, die Auseinandersetzung über die Kunst und ihren Bezug zur Gesellschaft sind die Schwerpunkte des Pianisten Daniel. Inspiriert durch die künstlerischen Auseinandersetzungen der Schubertiaden wagt er den Transfer einer alten Form ins 21. Jahrhundert.

 

Konzept: Daniel Gerzenberg, Pianist, Aufführung am 5.5.2014 in der Freien Akademie der Künste

 

 

Das Geschenk von UN

Ein kleiner Junge hegt den Wunsch, seiner ewigen Liebe ein Geschenk zu basteln. Die Begegnung mit diesem kleinen Jungen inspirierte die beiden Musiker Michael Heupel und Antoni Adamopoulos, dieses Geschenk musikalisch zu entwickeln. Zwischen Konzentration und Sortierung, Dualität von Sein und Schein und auf der Suche nach dem Authentischen gelingt den beiden Musikern ein visuell und musikalisch verdichtetes Konzept, dass sich mit Elementen der Bildhauerei, der Raumaufteilung und musikalisch mit den beiden Cellosuiten Nr. 5 & Nr. 3 von Bach auseinandersetzt.

 

Konzept: Michael Heupel, Cellist und Anatoli Adamopoulos, Musikwissenschaftler,  Aufführung am 5.5.2014 in der Freien Akademie der Künste

 

In der Jury: Prof. Elmar Lampson, Prof. Wolfgang Zerer, Katrin Zagrosek, Lisa Unterberg, Ansgar Wimmer, Uta Gielke.