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01.02.2016 11:14 Alter: 307 Tage

Spannende Fragen der Musikbiographik

Im Rahmen der Ringveranstaltung Gender Studies und Musik XVII: Neues aus Genderforschung und Musikvermittlung laden wir sehr herzlich ein zu der Vortrags-und Konzertveranstaltung „Neue Formen der Biographik: Biographie und Musikgeschichte. Wandlungen biographischer Konzepte in Musikkultur und Musikhistoriographie – am Beispiel Pauline Viardot Garcia.“

Beatrix Borchard

Melanie Unseld

Termin und Ort:
Dienstag, dem 9. Februar 2016
18.00 Uhr (s.t.) im Mendelssohnsaal der Hochschule für Musik und Theater Hamburg

Prof. Dr. Melanie Unseld, Universität Oldenburg, im Gespräch mit Prof. Dr. Beatrix Borchard, Hochschule für Musik und Theater Hamburg

Musikprogramm:

Drei Lieder von Pauline Viardot sowie Arien von C.W. Gluck, G. Rossini, P.I. Tschaikowsky und M.I. Glinka aus dem Repertoire der Pauline Viardot.

Ksenia Chubunova, Gesang
Elizaveta Ivanova, Klavier

Biographien über Musikerinnen und Musiker gehören noch immer zu den meistgelesenen Büchern über Musik und ihre Geschichte. Sie können damit als für das musikkulturelle Gedächtnis besonders wirkungsvolles Genre gewertet werden, wenngleich die Musikwissenschaft sich lange schwer tat mit dem Genre: allzu populär sei es und verstelle dabei sogar den Blick auf das Eigentliche, die Musik. Was hat es mit diesem Phänomen – einerseits attraktiv zu sein für ein musikaffines Publikum, andererseits im wissenschaftlichen Misskredit stehend – auf sich? Woher kommen die Vorbehalte gegenüber Biographik? Und sind sie womöglich gerechtfertigt? Melanie Unseld ist in ihrer Studie „Biographie und Musikgeschichte“ (2014) diesen und vielen verwandten Fragen nachgegangen. Sie stellt das Buch vor und skizziert, welche Möglichkeiten es aktuell gibt, mit dem Genre Biographik produktiv umzugehen. Als Gesprächspartnerin ist Beatrix Borchard an ihrer Seite, die selbst biographisch arbeitet, darunter aktuell an einer Biographie über Pauline Viardot. An den spannenden Fragen der Biographik haben sich die Wege der beiden Musikwissenschaftlerinnen in den letzten Jahren immer wieder gekreuzt: mal theoretisch, mal praktisch. Im Gespräch berichten sie über ihre jeweiligen Erfahrungen in der Auseinandersetzung und im Umgang mit Biographien.

 

Melanie Unseld studierte Historische Musikwissenschaft, Literaturwissenschaft, Philosophie und Angewandte Kulturwissenschaft in Karlsruhe und Hamburg. 1996 Magister über das Streichquartettschaffen des russischen Komponisten Alexander Borodin an der Universität Hamburg, 1999 Promotion ebenda („Man töte dieses Weib!“ Tod und Weiblichkeit in der Musik der Jahrhundertwende, Stuttgart/Weimar 2001). Nach Stationen als Stipendiatin und wissenschaftliche Mitarbeiterin u.a. am Forschungszentrum Musik und Gender der HMTM Hannover ist sie seit 2008 Professorin für Kulturgeschichte der Musik an der Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, seit 2015 auch Dekanin.

Zusammen mit Annette Kreutziger-Herr ediert sie die Reihe Europäische Komponistinnen im Böhlau Verlag, 2010 gab dasselbe Herausgeberteam das Lexikon Musik und Gender heraus. 2013 habilitierte sich Melanie Unseld an der HMTM Hannover mit einer Arbeit über Biographie und Musikgeschichte. Köln: Böhlau Verlag, 2014.

 

Beatrix Borchard, Prof. Dr. phil. habil., aufgewachsen in Lingen/Ems, studierte in Bonn und Berlin Musikwissenschaften, Germanistik und Geschichte und promovierte über Clara Wieck und Robert Schumann, Bedingungen künstlerischer Arbeit in der 1. Hälfte des 19. Jahrhunderts (1983, 2. Auflage Kassel 1992). 2000 habilitierte sie sich mit einer interpretationsgeschichtlichen Studie, die unter dem Titel Stimme und Geige. Amalie und Joseph Joachim. Biographie und Interpretationsgeschichte im Böhlau-Verlag Wien erschienen ist (2. Auflage 2007).

Nach langjähriger Lehrtätigkeit an der Hochschule der Künste Berlin und am Goethe-Institut, vor allem in China, Portugal und Rumänien, ist sie seit 2002 Professorin für Musikwissenschaften an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg.

Sie ist Autorin zahlreicher Buchveröffentlichungen und Rundfunkfeatures, leitet verschiedene Forschungsprojekte und ist Herausgeberin u.a. der Viardot-Garcia-Studien, Bd. 1-6, Georg Olms Verlag Hildesheim · Zürich · New York

2012ff. und der Brahms-Studien (= Veröffentlichungen der Johannes Brahms Gesellschaft), Bd. 16 ff. , Tutzing 2011 ff. (gemeinsam hrsg. mit Kerstin Schüssler-Bach).

Aktuell im Druck: Fülle des Lebens: Pauline Viardot-Garcia, (Europäische Komponistinnen, Bd. 9) (Köln: Böhlau) und Musik(vermittlung) und Gender(forschung) im Internet. Perspektiven einer anderen Musikgeschichtsschreibung (gem. mit Regina Back und Elisabeth Treydte). (Hildesheim: Olms).

Mehr zu Beatrix Borchard: mugi.hfmt-hamburg.de/Borchard/

Moderation, Abendgestaltung und Organisation: Prof. Dr. Beatrix Borchard, Prof. Dr. Nina Noeske und Martina Bick, M.A.