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26.02.2015 09:37 Alter: 2 Jahre

Spitzeninstrumente für die junge Elite

58 traumhafte Geigen, Bratschen und Violoncelli wurden am letzten Februarwochenende (20.-22.2.2015) beim 23. Wettbewerb des Deutschen Musikinstrumentenfonds von der Deutschen Stiftung Musikleben an junge Spitzenmusiker vergeben – darunter auch eine Studentin der Hochschule für Musik und Theater Hamburg.

Foto: David Ausserhofer

Einmal im Jahr versammelt sich der deutsche Spitzennachwuchs im Streicherfach zum Spiel um die kostbaren Instrumente aus dem Deutschen Musikinstrumentenfonds im Hamburger Museum für Kunst und Gewerbe. 58 Teilnehmer nahmen am diesjährigen Wettbewerb teil und allen wurde von der fünfköpfigen Jury unter Vorsitz von Prof. Thomas Brandis (Berlin)  eines der begehrten Topinstrumente verliehen bzw. konnte die Leihfrist für ein bereits erspieltes Instrument verlängert werden. Der Fonds enthält  Streichinstrumente der Topliga von großen Meistern wie Stradivari, Storioni und Rugeri, die ausschließlich an aufstrebende Nachwuchsmusiker vergeben werden.

Aus Hamburg nahm Christa-Maria Stangorra aus der Klasse von Prof. Tanja Becker-Bender, die einst selbst Preisträgerin dieses Wettbewerbs war, teil. Christa-Maria erspielte sich die Verlängerung der Leihfrist für eine Violine mit Zettel „Giovanni Grancino anno 1731“, eine treuhänderische Eingabe aus Schleswig-Holsteiner Familienbesitz.

„Das Niveau war in diesem Jahr schwindelerregend hoch, nie war der Nachwuchs im Streicherfach so stark“, lautet das Fazit von Irene Schulte-Hillen, Präsidentin der Deutschen Stiftung Musikleben. „Viele unserer ‚Rising Stars‘ haben am diesjährigen Wettbewerb teilgenommen. Es ist schön zu sehen, wie sich junge Menschen an den klangstarken Instrumenten des Fonds zu großen Musikerpersönlichkeiten entwickeln.“

Beim Preisträgerkonzert vor 250 geladenen Gästen brillierten die glücklichen Gewinner mit einem virtuosen Vorspielprogramm. Das Konzert wurde von Deutschlandfunk mitgeschnitten und wird am 19. April 2015 als „Konzertdokument der Woche“ um 21.05 Uhr gesendet.

 

Der DEUTSCHE MUSIKINSTRUMENTENFONDS ist eine gemeinsame Initiative der Deutschen Stiftung Musikleben und der Bundesrepublik Deutschland. Der Fonds wurde 1993 zur Förderung hochbegabter Nachwuchsstreicher ins Leben gerufen. Der Anfangsbestand von 16 Instrumenten, vorrangig aus Bundesbesitz, ist mittlerweile zu einer Sammlung von über 190 wertvollen Geigen, Bratschen, Celli und Kontrabässen angewachsen, die zu mehr als der Hälfte aus Treugaben meist aus Familienbesitz besteht. Der Fonds umfasst sowohl historische Meisterstücke von Stradivari, Guarneri, Guadagnini oder Gagliano als auch moderne Instrumente europäischer Meisterwerkstätten, die als Auftragsarbeiten der Stiftung hergestellt wurden. Die Musiker erhalten die Instrumente leihweise zunächst für ein Jahr, bei besonderer Leistung für zwei Jahre. Sie können diesen Zeitraum aber mit weiteren erfolgreichen Vorspielen bis zum Erreichen des 30. Lebensjahrs verlängern oder sich ein noch hochwertigeres Instrument erspielen.

 Die DEUTSCHE STIFTUNG MUSIKLEBEN widmet sich seit 1962 der bundesweiten Förderung des musikalischen Spitzennachwuchses. Unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten betreut die Stiftung derzeit rund 300 Stipendiaten zwischen 12 und 30 Jahren individuell und langfristig. Neben dem „Deutschen Musikinstrumentenfonds“ als einzigartigem Instrument der Hochbegabtenförderung bietet die Stiftung ihren „Rising Stars“ in der Konzertreihe „Foyer junger Künstler“ vielfältige Auftrittsmöglichkeiten. Darüber hinaus unterhält die Stiftung enge Verbindungen zu verschieden Sommerfestivals, zu denen sie weit fortgeschrittene Stipendiaten entsendet. Abgerundet wird das Förderkonzept durch Sonderpreise und Stipendien, von der Auszeichnung bei Wettbewerben über das Carl-Heinz Illies-Stipendium für junge Pianisten bis zum Gerd Bucerius-Stipendium für ein Studium an einer der großen Musikhochschulen der Welt. Über Patenschaften geben besonders engagierte Förderer ausgewählten Stipendiaten finanzielle Unterstützung für deren musikalischen Werdegang. Die gemeinnützige Stiftung wird ehrenamtlich geleitet, seit 1992 von Irene Schulte-Hillen, und bestreitet ihr umfangreiches Förderprogramm unter dem Motto „KÖNNER BRAUCHEN GÖNNER“ fast ausschließlich durch Zuwendungen ihrer Freunde und Förderer, die sich mit ehrenamtlichem Einsatz, Spenden und Zustiftungen, mit Künstlerpatenschaften oder Instrumententreugaben engagieren.