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31.10.2007 20:56 Alter: 9 Jahre

Strömungen neuester Musik mit dem Trio Sonar

Veranstaltung des STUDIO 21 für aktuelle Musik mit dem trio sonar

am Montag, den 5. November 2007, 20 Uhr,

im Forum der Hochschule für Musik und Theater Hamburg.

 

Eintritt frei.

 

Dieses Streichtrio für aktuelle Musik hat sich als Interpret vor allem avancierter neuer Musik (Auftritte unter anderem bei den Darmstädter Ferienkursen, bei dem Intersonanzen Festival in Potsdam, den Magdeburger Festtagen u.v.a.m.) einen Namen gemacht.

Die jungen Musiker (Lisa Lammel, Violine; Simon Nussbruch, Viola; Benja-min Sprick, Violoncello) arbeiten eng mit zeitgenössischen Komponisten zusammen. Dadurch ergeben sich viele Möglichkeiten der Zusammenarbeit mit anderen Kunstformen wie Tanz, Theater, Darstellender Kunst und neuen Medien.

 

Auf dem Programm stehen Werke von

 

Martin von Frantzius Streichtrio 2 (2003)

(*1977)

Andrej Koroliov "NO AMNESTY FOR MTV" (2005)

(*1982)

Mark Andre ... zu ... (2003/5)

(*1964)

Steve Reich Violin Phase (1967)

(*1936)

Andrej Koroliov "corrosion of confirmity"(2006)

(Uraufführung).

 

 

Martin von Frantzius versucht in seinem Satz für Streichtrio (2003) be-kannte Klänge in einen neuen Zusammenhang zu stellen. Dabei spielt er bewusst mit nostalgischen Klängen, Akkordmodellen, die aus der Romantik stammen und heute im Jazz oder der Popmusik z.B. in der ?ambient?- oder ?lounge?-Musik ihre Verwendung finden.

 

Das Stück "NO AMNESTY FOR MTV" (2005) von Andrej Koroliov wurde für Solo-Cello und Live-Elektronik konzipiert; es spielt sehr bewusst mit der Kontemplementärrhythmik und Tetrachordpräferenz von Metal.

Das Stück darf auch unter anderem als Kommentar dazu verstanden wer-den, dass die führenden Musiksender im Fernsehen nach und nach Inde-pendent/Alternativemusik vollkommen aus ihren Programmen verbannt ha-ben.

 

Mark Andre unterrichtet seit 1997 Kontrapunkt und Instrumentationslehre am Conservatoire National de Region de Strasbourg und an der Musik-hochschule Frankfurt am Main. Er schreibt zurzeit Werke im Auftrag wichti-ger europäischer Festivals wie Donaueschinger Musiktage, Internationale Ferienkurse Darmstadt, Wittener Tage für Neue Kammermusik oder von Rundfunkanstalten wie dem SWR, dem BR, dem WDR.

 

Das Stück "Violin Phase" für Violine und Tonband (1967) von Steve Reich, einem der "Väter" der so genannten Minimal Music, kann als paradigmati-sches Stück der Minimal Music gesehen werden. Zur Solo-Violine korres-pondieren zwei Violinen auf dem Tonband. Pattern werden vom Band auf-gegriffen und repetiert, wobei die Verzögerung des Bandes, die eben erst fast unmerklich ist und immer deutlicher wird, je weiter das Stück fortschrei-tet, zu einer so genannten Phasenverschiebung führt. Auf diese Weise ent-stehen aus dem repetitiven Material unmerklich neue Strukturen für das Ohr und treiben ihr Spiel mit der menschlichen Wahrnehmung.

 

Andrej Koroliovs Stück "corrosion of confirmity"(2006 ) für Streichtrio, Ver-zerrer und Tonbänder beschäftigt sich hauptsächlich mit der Idee von struk-turellen Krankheitserregern bzw. mit der "kranken", weil infizierten "Form" als Gegenteil zu dem sich seit Jahrhunderten durchaus bewährt habenden Formgedanken, nämlich der so genannten "runden", also möglichst perfek-ten Form. Das Stück wurde streng mathematisch konzipiert (u. a. manipu-lierte Wahrscheinlichkeitsrechnung), die Symmetrie gilt hierbei als Struktur-prinzip.