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27.04.2015 04:32 Alter: 2 Jahre

Symphonieorchesterkonzert der Musikhochschule mit "Ravel ─ Berlioz ─ Strauss"

● 02. (Festkonzert für Hermann Rauhe) + 03.05.2015 │ 19.30 Uhr │ Miralles Saal der Jugendmusikschule │

Wir laden Sie herzlich ein zu dem Symphonieorchesterkonzert des Hochschulorchesters am

 

Samstag, 02.05.15  19:30   

und

Sonntag, 03.05.15  19:30   

 

im Miralles-Saal der Jugendmusikschule

Mittelweg 42, 20148 Hamburg

Eintritt: € 8,--

 

mit Werken von

Maurice Ravel: Le Tombeau de Couperin
Hector Berlioz: Les nuits d'été
Richard Strauss: Don Quixote op.35, Tondichtung für Solocello und Solobratsche

 

Solisten:

Mezzosopran (Berlioz): Anna-Maria Torkel (Klasse Prof. Geert Smits)
Cello: Jooyeon Choi (Konzertexamen, Klasse Prof. Arto Noras)
Viola: Jia Li (Klasse Prof. Boris Faust)
Orchestersoli:
Violine: Yang Li (Klasse Prof. Christoph Schickedanz)
Cello: Jakob Kuchenbuch (Klasse Prof. Bernhard Gmelin)
Tenortuba: Jakob Borggrefe (Klasse Prof. Stefan Geiger)

Leitung: Ulrich Windfuhr (am 02.05.2015)

 

Leitung Dirigierklasse Prof. Ulrich Windfuhr (am 03.05.2015): Justus Tennie (Ravel, 1.+2. Satz), Annalena Hösel (Ravel, 3.+4. Satz), Joan Mun (Berlioz, 1.+2.+3. Satz), Johannes Zahn (Berlioz, 4.+5.+6. Satz), Hyun-Jin Jun (Strauss, als Konzertexamen)


Das Orchesterkonzert am 2. Mai ist Hermann Rauhe anlässlich seines 85. Geburtstags gewidmet, den er am 6. März feiern konnte. Er war langjähriger Präsident und ist nunmehr seit 2004 Ehrenpräsident der Hochschule.

 

 

Zu den Werken

 

Ravel: Le tombeau de couperin
Wohl um sich ein wenig abzulenken, hatte Maurice Ravel 1914 mit der Arbeit an "Le Tombeau de Couperin" begonnen. Er steckte mitten in der Komposition seines Klaviertrios und kam nicht recht damit voran, da las er in der Zeitschrift "Revue musicale" einen Aufsatz über die barocke Tanzform der Forlane samt dem Notenbeispiel einer Forlane von François Couperin.
Etwa zur selben Zeit verfolgte Ravel amüsiert eine öffentliche Diskussion, die Papst Pius X. angestoßen hatte. Er hatte den Tango als "unsittlich" verboten und stattdessen angeregt, die als harmlos geltenden Forlane wiederzubeleben.
Im März 1915 wird Ravel als LKW-Fahrer eingezogen und dient bis zum Frühjahr 1917 an der Front. Nach seiner Rückkehr nimmt er die Arbeit an seiner "französischen Suite" wieder auf, und im November ist die sechssätzige Klaviersuite fertig. Ravel widmet jeden Satz einem gefallenen Kriegskameraden und die abschließende Toccata dem Musikwissenschaftler Joseph de Marliave, dessen Witwe Marguerite Long am 11. April 1919 die Uraufführung spielte.
Trotzdem ist "Le Tombeau de Couperin" weder eine Trauermusik noch eine Parodie des päpstlichen Tangoverbots. Ravel konzentriert sich vielmehr ganz auf Formen und Stile des Barock. "Tombeau" bedeutet Grabstein. In der Musik würdigt man mit einem Tombeau einen verstorbenen Meister. Ravel betonte allerdings, er habe "weniger eine Hommage an Couperin allein, als vielmehr an die gesamte französische Musik des 18. Jahrhunderts" komponiert.

 

Berlioz: Les Nuits d'été
1838 veröffentlichte Théophile Gautier, einer der Wortführer der französischen Romantik, eine Gedichtsammlung mit dem Titel „La comédie de la mort“. Hector Berlioz wählte aus dem zweiten Teil dieser Sammlung sechs Gedichte aus, die er zwischen 1838 und 1841 für Singstimme und Klavier vertonte und 1841 unter dem Titel Les nuits d’éte („Die Sommernächte“) als Opus 7 drucken ließ. Kurze Zeit später, Anfang 1843, bearbeitete er das vierte Lied „Absence“ für Orchester. Mit dieser Version, die am 23. Februar 1843 im Rahmen eines Wohltätigkeitskonzertes unter der Leitung von Felix Mendelssohn Bartholdy im Leipziger Gewandhaus zum ersten Mal erklang, war Berlioz offenbar sehr zufrieden, bekannte er doch in seinen Memoiren, das Lied sei in der Orchesterfassung zehnmal wirkungsvoller als auf dem Klavier gewesen.
Erst Ende 1855/Anfang 1856 wurden auch die übrigen fünf Lieder des Zyklus’ orchestriert; Berlioz schrieb in einem Brief, dass ein deutscher Verleger ihn gebeten habe, die anderen Stücke dieser Sammlung zu instrumentieren, und sie abkaufte. So erschien die Orchesterpartitur der Nuits d’été Mitte 1856 bei dem Musikverleger Johann Rieter-Biedermann im Druck. Anstelle der originalen Widmung des gesamten Zyklus’ an Louise Bertin, die – so Berlioz in seinen Memoiren – zu den intelligentesten und fähigsten Frauen unserer Zeit gehörte, widmete der Komponist nun jedes einzelne Lied einer Sängerin oder einem Sänger und bedankte sich damit für deren Mitwirkung bei Aufführungen seiner Werke.

 

Strauss: Don Quixote
Die Lektüre "Don Quijote" nach den mittelalterlichen Abenteuergeschichten des Spaniers Miguel de Cervantes, zu der Richard Strauss 1891 von Cosima Wagner angeregt wurde, muss den Komponisten nachhaltig beeindruckt haben. Sechs Jahre arbeitete er an der gleichnamigen symphonischen Dichtung, bevor sie schließlich am 8. März 1898 in Köln uraufgeführt wurde.
Wer den "Don Quixote" von Richard Strauss erlebt, hat ganz verschiedene Genres vor sich. Zum einen Variationen für Orchester, denn es gibt ein Thema, das in zehn stilistisch wechselnden Teilen immer neu verarbeitet wird. Zum anderen eine symphonische Dichtung, weil literarische Geschichten, nämlich Don Quixotes Abenteuer, musikalisch umgesetzt werden. Und schließlich ein Instrumentalkonzert, weil es vor dem Orchester einen Cellosolisten gibt.
Während sich die "Nachtwache" aus Variation fünf zu einem poetischen Höhepunkt entwickelt - Don Quixote träumt von seiner geliebten Dulcinella - ist Variation sieben ganz auf Effekt getrimmt. Don und Sancho fliegen auf einem magischen Boot durch die Luft und verspüren Wind, wofür Richard Strauss im Orchester eigens eine Windmaschine vorsieht.
Am Ende triumphiert das Cello als Hauptsoloinstrument. Im Finale wird der von lauter Illusionen lebende Don Quixote nochmal an seine Heldentaten erinnert. Das Cello hat einen großen Abgesang, bevor die Stimme Don Quixotes sozusagen unter den mitfühlenden Tränen aller anderen Instrumente  immer weiter auf der Bass-Saite herabrutscht und ins Nichts fällt. Aber - Ironie des Plots - Strauss hat den Tod des Don Quixotes als ein sanftes Fallen vertont.