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Symphonieorchesterkonzerte der Musikhochschule mit Bartók und Beethoven - Chefdirigent der New York Philharmonic Alan Gilbert macht öffentliche Probe mit dem Hochschulorchester -
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01.12.2014 10:39 Alter: 2 Jahre

Symphonieorchesterkonzerte der Musikhochschule mit Bartók und Beethoven - Chefdirigent der New York Philharmonic Alan Gilbert macht öffentliche Probe mit dem Hochschulorchester -

● Orchesterkonzerte 05. + 06.12.2014 │ 19.30 Uhr │ Forum der HfMT │ ● Öffentliche Probe mit Alan Gilbert │ 06.12.2014 │ 10 – 13 Uhr │ Forum der HfMT

Alan Gilbert

Das Hochschulsymphonieorchester und die Dirigierklasse von Prof. Ulrich Windfuhr freuen sich auf eine ereignisreiche Woche:

Am 5. und 6.12. spielt das Hochschulorchester ein Symphoniekonzert  mit Werken von Bartók und Beethoven,  und am Vormittag des 6.12. findet eine öffentliche Probe mit dem Chefdirigenten der New York Philharmonic, Alan Gilbert, statt.

 

Symphonieorchesterkonzert

am Freitag, den 05. Dezember 2014  19:30   

Forum der Hochschule

Leitung: Prof. Ulrich Windfuhr
und

am Samstag, den 06. Dezember 2014 19:30 Uhr

Forum der Hochschule

Leitung: Dirigierstudierende der Klasse Prof. Ulrich Windfuhr

 

Es spielt das Hochschulsymphonieorchester (HSO) der HfMT
Klavier: Alina Azario (Klasse Prof. Evgeni Koroliov)

Eintritt: € 8,--, Schüler und Studierende: € 5,--

 

Beethovens A-Dur Sinfonie Nr. 7, die Richard Wagner einst als „Apotheose des Tanzes“ empfand, bildet das Hauptwerk des Konzerts des Symphonieorchesters der Hochschule am 5.12. unter der Leitung von Dirigierprofessor Ulrich Windfuhr und am 6.12. unter der Leitung seiner Studierenden.

In der ersten Hälfte der Konzerte erklingen Béla Bartóks 1939 in der Schweiz komponiertes "Divertimento" für Streichorchester, sowie das hochvirtuose vierte Klavierkonzert von Ludwig van Beethoven unter den fliegenden Fingern der Pianistin Alína Azzarío, die damit ihr Konzertexamen an der Hamburger Musikhochschule bei Prov. Evgeni Koroliov abschließt.

 

Béla Bartók (1881-1945) Divertimento für Streichorchester Sz 113 schrieb sein Divertimento im August 1939 im Schweizer Sommerurlaub innerhalb von zwei Wochen, wo er angesichts von Nationalsozialismus, Verfolgung und drohendem Krieg hin und hergerissen war, ob er noch in seiner deutsch-freundlichen Heimat Ungarn bleiben, oder nach Übersee auswandern solle. Er entschied sich für Auswanderung.

Gerade der zweite Satz in seiner dunkel-düsteren Farbgebung geht weit über das hinaus, was mit dem unterhaltenden Charakter gemeint ist, der an sich den Gattungsbegriff "Divertimento" ausmacht. Es sind die beiden Ecksätze des Divertimento, die im Kontrast zum melancholischen Mittelsatz vor Vitalität sprühen. Jener Vitalität, die Bartok als Volksmusikforscher in den traditionellen Melodien vom Land gefunden hatte und davon als Komponist beeinflusst war, wie zum Beispiel im dritten Satz, in seinem munteren Wechsel zwischen Solo- und Tuttistellen.

"Nie schrieb er so allgemeinverständlich, nie wusste er die Ergebnisse seines ganzen Lebens so zusammenzufassen, wie damals", schrieb Musikwissenschaftler Bence Szabolcsi über Béla Bartók und sein Divertimento von 1939. 

Beethovens (1770-1827) 4. Klavierkonzert (Konzert für Klavier und Orchester Nr.4 G-Dur, op.58) entstand in den Jahren 1805 bis 1806 und wurde 1808 mit Beethoven als Solisten am Theater an der Wien öffentlich uraufgeführt. Es fällt somit in Beethovens wahrscheinlich produktivste Schaffensperiode, in der er Meisterwerke wie die 5. und 6. Sinfonie, die „Razoumovsky“ Streichquartette, sowie sein Oper Fidelio komponierte. Das 4. Klavierkonzert ist eines der wenigen Solokonzerte, welches von dem Soloinstrument eröffnet wird. Anders als in seinen vorangegangenen Klavierkonzerten, in denen eine Orchestereinleitung den Beginn des Konzertes markiert, lässt Beethoven das Hauptthema des 1. Satzes nun vom Soloklavier spielen, bevor das übliche Orchestertutti beginnt. Diese Individualität behält das Soloinstrument für den weiteren Verlauf des Konzertes bei, indem es die vorgegebenen Themen des Orchesters zwar übernimmt, sie aber sogleich variiert und motivisch verarbeitet. Die Weiterentwicklung zum sinfonischen Klavierkonzert, welche er mit seinem 3. Klavierkonzert begann, setzt Beethoven demnach mit dem 4. Klavierkonzert fort und baut somit eine Brücke zu der nachfolgenden Romantik

Einen Triumphzug von der Uraufführung bis in die Konzertsäle unserer Zeit feiert Ludwig van Beethovens Siebte Symphonie (Symphonie Nr. 7 A-Dur, op.92), weil es der Komponist wie kein Zweiter verstand, die politischen und persönlichen Gefühle eines ganzen Kontinents in Noten zu kleiden. So war die feurige Napoleon-Verehrung der Eroica-Sinfonie längst der Auflehnung eines freiheitsliebenden Geistes gewichen und es wirkten an der Uraufführung, einem Benefizkonzert zugunsten der antinapoleanischen Befreiungskämpfer einen Monat nach der Leipziger Völkerschlacht 1813 in Wien, bedeutende europäische Musiker wie Louis Spohr, Johann Nepomuk Hummel oder Giacomo Meyerbeer im Orchester mit. In der von feurig-obsessiven Rhythmen beherrschten Komposition bildet einzig der berühmte Trauermarsch des zweiten Satzes einen Gegenpol und schlägt auch kompositorisch eine deutliche Brücke zur frühen Verwandten, der dritten Sinfonie.

 

 

Alan Gilbert ist seit der Saison 2009/10 Music Director des New York Philharmonic Orchestra und damit der jüngste Chefdirigent in der Geschichte des Orchesters. Nach seinem Studium in Harvard, am Curtis Institute of Music und an der Juilliard School war er zunächst zwei Jahre als Geiger im Philadelphia Orchestra engagiert, bevor er ans Dirigentenpult wechselte und Assistant Conductor beim Cleveland Orchestra wurde. Chefpositionen hatte Alan Gilbert am Santa Fe Opera House und beim Royal Stockholm Philharmonic Orchestra inne, zu dessen Ehrendirigent er berufen wurde.

 

Als Music Director in New York führte Alan Gilbert die Positionen des composer-in-residence und des artist-in-residence (in der Saison 2014/15: Christopher Rouse und Lisa Batiashvili) ein und initiierte die Konzertserie CONTACT! sowie das Festival NY PHIL BIENNIAL, die der Neuen Musik gewidmet sind. Die von ihm geleiteten Opernproduktionen von Ligetis „Le Grand Macabre“ (2010) und Janáčeks „Das schlaue Füchslein“ (2011) wurden von Publikum und Kritik mit Begeisterung aufgenommen.

 

Höhepunkte der Saison 2014/15 beim New York Philharmonic Orchestra sind die US-Premiere von Unsuk Chins Klarinettenkonzert, ein Filmmusikprogramm mit Joshua Bell, Renée Fleming und Josh Groban, eine Bühnenproduktion von Arthur Honeggers „Jeanne d'Arc au bûcher“ mit der Oscarpreisträgerin Marion Cotillard sowie das Gastspiel von Yo-Yo Ma und seinem Silk Road Ensemble. Die 2012 begonnene Einspielung sämtlicher Symphonien und Konzerte des dänischen Komponisten Carl Nielsen setzt Alan Gilbert auch in der aktuellen Saison fort.

 

Neben seinen Verpflichtungen in New York dirigiert Alan Gilbert als Gastdirigent regelmäßig u. a. das Chicago Symphony Orchestra, das Boston Symphony Orchstra, das Orchestre Philharmonique de Radio France, das Koninklijk Concertgebouworkest Amsterdam, das NDR-Sinfonieorchester Hamburg, dessen Erster Gastdirigent er ist, sowie die Berliner Philharmoniker.