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18.04.2012 06:23 Alter: 5 Jahre

"Übestreik" der Studierenden

Zum Tage des „Dies Academicus“ der Hamburger Hochschulen am Dienstag, den 17. April rief der AStA der Hochschule für Musik und Theater Hamburg zu einem „Übestreik“ aufgrund des eklatanten Mangels an Übungsräumen in der HfMT auf.

Foto: Dieter Hellfeuer

Zum Hintergrund: Laut einer Umfrage der HfMT Hamburg aus dem Jahr 2011 zur Überaum-Situation deutscher Hochschulen beträgt die Zahl der Studierenden, die für ihren Studiengang regelmäßige Übezeiten benötigen, 23,91 pro Überaum an der HfMT Hamburg. Zum Vergleich: In den Hochschulen Freiburg und Bremen liegen diese Werte bei 11,67 bzw. 11,47. Die Musikhochschulen in Lübeck und Berlin bilden die Spitze mit 8,89 und 6,71 Studierenden pro Übezelle. Zieht man das Bedarfsmodell der HIS GmbH (Hochschul-Informations-System) hinzu, wird deutlich, dass der vom HIS als notwendig befundene Bedarf von einem Überaum pro elf Studierende in Hamburg nicht erfüllt ist. Hiernach müssten in unserer Hochschule 50 Überäume für ihre Studierenden bestehen, folglich mehr als das doppelte des aktuellen Angebotes.
Seitens des Präsidiums bestehen seit mehreren Jahren Pläne zum Umbau einer der beiden Tiefgaragen, baustatische Probleme erschweren das Vorhaben, die Gespräche über eine Realisierung laufen noch. Gespräche zur Anmietung von Räumen in der Umgebung erweisen sich als schleppend

Dazu Hendrik Bartels vom AStA: „Wir halten es für unumgänglich, Musikausbildung -auch in den Schulen- zu unterstützen und nicht zu kürzen, wenn sich die Hansestadt Hamburg weiterhin als Musikstadt Hamburg brüsten und auch zukünftige Besucher der Elbphilharmonie heranbilden will.“

Hochschulpräsident Prof. Elmar Lampson und der Kanzler der HfMT Bernd Lange zeigten großes  Verständnis für die Protestaktion der Studierenden, verwiesen aber auch auf die angespannte finanzielle Lage der öffentlichen Hand.

Bernd Lange: Die Behörde für Wissenschaft und Forschung hat unser Anliegen sehr ernst genommen, die von uns vorgelegten Erhebungen und Berechnungen eingehend geprüft und den Bedarf an etwa 25 zusätzlichen Überäumen vorbehaltlos anerkannt. Damit ist eine erste wesentliche Hürde genommen. Das Problem ist jedoch, dass die Behörde mit dieser Bedarfsanerkennung keine Finanzierungszusage verbinden konnte. Bei einem Neubau auf dem Hochschulgelände dürften die Kosten rd. 1,5 Mio. Euro betragen, die die Hochschule in ihrem Budget nicht freisetzen kann. Bei einer Anmietung wären rd. 130 Tsd. € pro Jahr fällig. Abgesehen vom Finanzierungsproblem besteht hier besonders die Schwierigkeit, Räume in dieser Menge in einer hinreichenden Nähe zum Hochschulgebäude zu finden. Funktional wäre es die beste Lösung, weitere Überäume auf dem Hochschulgelände zu errichten.