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21.04.2010 14:29 Alter: 7 Jahre

"Unsterblich werden wie Hasse" - 60 Jahre Musikhochschule - 60 Veranstaltungen

Hasse-Gesellschaft und Hochschule für Musik und Theater Hamburg feiern Hasse anlässlich des 100jährigen Bestehens der Hasse-Gesellschaft.

 

Die Hasse-Gesellschaft Bergedorf wurde 1910 gegründet, um die Erinnerung an Johann Adolf Hasse, den großen Sohn der Stadt, zu pflegen und seine Werke wieder aufzuführen. Das 1986 installierte Hasse-Archiv ist seit 1994 als Hasse-Institut an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg mit dieser verbunden. Grund genug, gemeinsam das 100jährige Bestehen der Hasse-Gesellschaft zum Anlass zu nehmen und eine Ausstellung, ein Internationales Symposion und ein hochkarätig besetztes Konzert anzubieten.

 

Hasse (1699 in Bergedorf geboren, 1783 in Venedig gestorben) war Mitte des 18. Jahrhunderts der umjubelte Star auf der europäischen Opernbühne. Rund 30 Jahre lang prägte er das Musikleben am Dresdner Hof, lebte zeitweise in Neapel, Venedig und Wien, galt als einer der berühmtesten Komponisten seiner Zeit. Es überrascht daher nicht, dass Joseph Haydn ihn als Vorbild verehrte, Wolfgang Amadeus Mozart "unsterblich werden" wollte wie er, Jean-Jacques Rousseau pries das von ihm geleitete Dresdner Orchester als das beste in ganz Europa, Herrscher wie Kaiserin Maria Theresia und Friedrich der Große suchten seine Nähe.

 

I. Ausstellung

Am Sonntag, den 18. April 2010, 18 Uhr

Foyer der Hochschule

 

wird die Ausstellung

JOHANN ADOLF HASSE UND SEINE ZEIT

Ausstellung: Johann Adolf Hasse ? Leben und Werk

Materialien von Dr. Klaus Müller(?) und aus dem Hasse-Archiv

eröffnet. Sie geht bis zum 25. April. Die Öffnungszeiten sind unter

www.hfmt-hamburg.de

aufgeführt. Eintritt frei.

 

II. Symposion

Vom 23. bis 25. April 2010 findet das Symposion

JOHANN ADOLF HASSE ? TRADITION, REZEPTION UND GEGENWART

- Internationales Symposion zum 100jährigen Bestehen der Hasse-Gesellschaft Bergedorf e.V. -

im Mendelssohn-Saal der Hochschule statt.

 

23.4.2010 16:00 - 18:30

24.4.2010 10:00 - 18:30

25.4.2010 10:00 - 12:30

 

Bei dem Symposion werden internationale Musikwissenschaftler aus Deutschland, Pole, Italien und Tschechien über den derzeitigen Stand der Hasse-Forschung berichten.

 

Referentinnen und Referenten:

Hanns-Werner Heister (Hamburg), Wolfgang Hochstein (Hamburg), Klaus Hofmann (Göttingen), Milada Joná?ová (Prag), Ortrun Landmann (Dresden), Magda Marx-Weber (Hamburg), Raffaele Mellace (Mailand), Zenon Mojzysz (Czyzowice), Gerhard Poppe (Dresden), Reinhard Wiesend (Mainz), Saskia Maria Woyke (Bayreuth), Alina ?órawska-Witkowska (Warschau)

Organisation und Leitung des Symposiums:

Prof. Dr. Hanns-Werner Heister

 

III. Konzert

Samstag, den 24. April 2010, 20:00 Uhr,

20:00. Forum der Hochschule

"IL CARO SASSONE" - JOHANN ADOLF HASSE

Lieder und Arien mit Vivica Genaux

Johann Adolf Hasse: Kantaten, Opernarien und Instrumentalwerke

Festkonzert anlässlich des 100jährigen Jubiläums der Hasse-Gesellschaft Bergedorf e.V. in Verbindung mit dem zeitgleich stattfindenden internationalen Symposion.

Für dieses Konzert konnte die international renommierte Mezzosopranistin Vivica Genaux gewonnen werden. Sie gilt als eine der führenden Interpretinnen des Barock- und Belcanto-Gesang und wird ausgewählte Arien und Solokantaten vortragen. Außerdem interpretiert das Hasse Ensemble der HfMT Instrumentalwerke von Johann Adolf Hasse.

 

Vivica Genaux, Mezzosopran

Imme-Jeanne Klett, Flöte

Hasse-Ensemble der Hochschule für Musik und Theater Hamburg

Leitung: Wolfgang Hochstein

 

Eine Veranstaltung der HfMT in Zusammenarbeit mit der Hasse-Gesellschaft.

Eintritt: 15 Euro, Schüler und Studierende: 8 Euro

Vorverkauf: Konzertkasse Gerdes Tel.: 040- 45 33 26 und alle bekannten Vorverkaufsstellen

 

Hintergrundinformationen

Johann Adolf Hasse kam im März 1699 in Bergedorf bei Hamburg zur Welt. Nach ersten Erfolgen als Sänger wandte er sich der Komposition zu, ging nach Italien und wurde in Neapel einer der letzten Schüler von Alessandro Scarlatti. 1730 heiratete er in Venedig die berühmte Sängerin Faustina Bordoni. Bald darauf wurde er Kapellmeister am Hof zu Dresden; während seiner 30-jährigen Amtszeit führte er das dortige Musikleben zu großartiger Blüte, konnte daneben aber auch in anderen europäischen Metropolen mit seiner Musik präsent bleiben. Die letzten zwei Jahrzehnte seines langen und schaffensreichen Lebens verbrachte Hasse in Wien und ab 1773 in Venedig, wo er am 16. Dezember 1783 starb.

Hasses Schaffen umfasst mehr als 60 Opern, dazu Intermezzi, Oratorien, zahlreiche Kirchenkompositionen, weltliche Kantaten und Instrumentalmusik. Seine klangschöne, sinnenfrohe und ausdrucksstarke Musik vermag auch heute noch zu faszinieren.

 

Die Hasse-Gesellschaft Bergedorf e.V. wurde im Jahre 1910 gegründet, um die Erinnerung an den großen Sohn der Stadt zu pflegen und sein Schaffen durch Aufführungen wieder bekannt zu machen. Das bis heute bestehende Hasse-Orchester hat sich die Zusammenarbeit mit aufstrebenden Künstlern zur besonderen Aufgabe gemacht: Helmut Melchert, Justus Frantz und manche andere sind als Solisten in Konzerten mit dem Hasse-Orchester aufgetreten.

1986 wurde das Hasse-Archiv als eine Forschungs- und Dokumentationsstelle gegründet, die seit 1991 im Geburtshaus des Komponisten untergebracht und seit 1994 als "An-Institut" mit der Hochschule für Musik und TheaterHamburg verbunden ist.

Das Hasse-Archiv verfügt über einige Originalquellen - darunter das einzige in Hamburg vorhandene Hasse-Autograph - sowie überMikrofilme und Reproduktionen, Notenausgaben, Tonträger und Fachliteratur. Hier arbeitet auch die Redaktion der Hasse-Studien und der Hasse-Werkausgabe; diese Publikationen werden von der Hasse-Gesellschaft herausgegeben und erscheinen im Carus-Verlag Stuttgart.

Zur Unterstützung der wissenschaftlichen Arbeit und zur Förderung von Konzerten hat der inzwischen verstorbene Lindhard Teuscher im Jahre 2008 die Johann Adolf Hasse-Stiftung ins Leben gerufen, in die auch ein Teil des Nachlasses von Dr. Klaus Müller, dem ehemaligen Vorsitzenden der Münchener Hasse-Gesellschaft, geflossen ist.

Die Veranstaltungen zum 100-jährigen Jubiläum der Hasse-Gesellschaft Bergedorf wurden durch Zuwendungen von Lindhard Teuscher (?) und Klaus Müller (?) ermöglicht. Weitere freundliche Unterstützungen sind der Kulturbehörde Hamburg, dem Bezirksamt Hamburg-Bergedorf, der Hochschule für Musik und Theater Hamburg, der Hasse-Gesellschaft München und der Körber-Stiftung zu verdanken.