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19.04.2012 11:18 Alter: 5 Jahre

Verleihung des Ebel-Preises an Studierende der Hochschule für Musik und Theater Hamburg

Der „Hermann und Milena Ebel-Preis 2012“ wurde am 19. April 2012 zum inzwischen fünften Mal an Studierende der Hochschule für Musik und Theater (HfMT) verliehen. Die Preisverleihung fand durch das Ehepaar Ebel statt. Dem schloss sich ein festliches Konzert mit den Preisträgern an.

Foto: Astrid Ott

Den Hermann und Milena Preis 2012 erhielten folgende Studierende:

·         - Der 1. Preis in Höhe von 6000 Euro ging an Nora Friedrichs, Sopran.

·         - Zwei Ensemblepreise  in Höhe von je 6.000 Euro erhielten das Trio Catch sowie das Decoder Ensemble.

·         - Drei Stipendien in Höhe von je 4.000 Euro gingen an Eda And (Eigenkomposition für Klavier), Shichao Wang ( Klavier) und Anna-Lena Schnabel, Saxophon.

 

Hermann Ebel zur Begründung des Preises:
„Die Konkurrenz unter jungen Musikern, die eine professionelle Karriere anstreben, ist hart. Nur die Besten erreichen ihr Ziel. Ich habe selbst verschiedene Musikinstrumente gelernt und weiß genau, welches Ausdauervermögen junge Talente brauchen. Ich weiß auch, wie schwer es ist, mit Musik seinen Lebensunterhalt zu verdienen. Mit unserer Stiftung Maritim möchten meine Frau und ich besonders begabten Nachwuchsmusikern, für die eine Förderung existenziell wichtig ist, den Einstieg in ihre Karriere erleichtern.“

 

Hochschulpräsident Prof. Elmar Lampson zur Auswahl der diesjährigen Preisträger:

„Mit der Wahl der diesjährigen Ebel-Preisträger ist ein sehr ungewöhnliches und reiches Programm entstanden. Alle Stipendiaten und Preisträger haben etwas Besonderes zu bieten und sind in sehr unterschiedlichen Kontexten aktiv. So haben wir in diesem Jahr zwei Ensemble-Preise vergeben und ein Stipendium an eine Komponistin, die ihre eigenen Werke auf dem Klavier spielt.

Zudem wird aus Anlass des nun zum fünften Mal stattfindenden Preisträgerkonzertes die ehemalige Stipendiatin Magdalena Abrams dabei sein, die über ihre Erfahrungen und ihre weitere Entwicklung nach Erhalt des Ebel-Preises spricht. Die Klarinettistin war Stipendiatin im Jahr 2009 und gründete u.a. den Verein „Musiker ohne Grenzen e.V.“.

Ebel-Preis und Stiftung Maritim

 

Die Förderung des künstlerischen Nachwuchses in Hamburg ist eines der Ziele, die sich die Stiftung Maritim Hermann und Milena Ebel auf die Flagge geschrieben hat. Gemeinsam mit der Hochschule für Musik und Theater Hamburg vergibt das Stifterehepaar daher jedes Jahr den mit insgesamt 30.000 Euro dotierten HERMANN UND MILENA EBEL-PREIS an herausragende junge Künstlerinnen und Künstler.

Hermann Ebel gehört dem fünfköpfigen Hochschulrat der Hochschule für Musik und Theater an. Er ist Vorstandsvorsitzender der HANSA TREUHAND Gruppe, einer Reederei-Gruppe mit mehr als 80 Hochseeschiffen. Die Stiftung Maritim Hermann und Milena Ebel, die kulturelle und soziale Projekte in Hamburg fördert, gründete er zusammen mit seiner Frau.

 Milena Ebel ist Vorstandsvorsitzende der Stiftung Maritim. Sie koordiniert deren zahlreiche Aktivitäten auf kulturellen und sozialen Gebieten. Frau

Ebel ist in Kroatien geboren und lebt seit über 30 Jahren in Hamburg. Das Ehepaar hat drei erwachsene Kinder, die dem Kuratorium der Stiftung angehören. Das Projekt "Kultur bewegt", das gemeinsam mit der Hamburger Kulturbehörde ins Leben gerufen wurde, geht ebenfalls auf Milena Ebels Initiative zurück. Neben weiteren Projekten in der Hansestadt hat die Stiftung hierfür einen Förderbetrag von 500.000 Euro bereitgestellt.

 

Künstler-Biografien

 

Nora Friedrichs, Sopran (1. Preisträgerin)

Nora Friedrichs wurde in Hamburg geboren und studiert seit 2006 Gesang bei Frau Prof. Renate Behle und Liedgestaltung bei Prof. Burkhard Kehring an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg.

Die Sopranistin verfügt über ein breitgefächertes Konzertrepertoire; im November 2010 übernahm sie beispielsweise die Solosopranpartie in der vierten Sinfonie von G. Mahler.

Ebenso widmet sie sich intensiv dem Liedschaffen, insbesondere gilt ihr Interesse dem zeitgenössischen Repertoire. So sang sie Uraufführungen in Hamburg, Berlin und Leipzig und wirkte bei Radiomitschnitten des NDR sowie des MDR mit. Konzerte in Hamburg führten die Sängerin u.a. ins Thalia Theater und ins Rolf-Liebermann-Studio des NDR sowie in die Kleine Musikhalle.

International konzertierte Nora Friedrichs bereits in Rumänien, Bulgarien, Ungarn und Frankreich. Auch im Opernbereich sammelte die Hamburgerin bereits viele Erfahrungen.

Im Gasteig München war sie 2009 mit der Produktion „gehen gehen gehen - Kein Theater nach Thomas Bernhard“ zu sehen und 2010 sang sie an der Staatsoper Hamburg die Hauptrolle in der zeitgenössischen Oper „Gallantry“ von Douglas Moore. Ebenfalls wirkte sie 2010 in Rameaus „Les Indes Galantes“ mit, einer Produktion des internationalen Opernstudios der Staatsoper Hamburg. Im Juni/Juli 2011 war die Sängerin in der Oper „L‘infedeltà delusa“ von J. Haydn zu hören und zu sehen. In der Inszenierung von Starregisseur Anthony Pilavachi überzeugte sie in der Rolle der Vespina. In der Spielzeit 2011/12 ist sie als Pamina und Papagena an der Oper Kiel zu erleben.

Die Sopranistin nahm an mehreren Meisterkursen international renommierter Künstler teil, u. a. bei Angela Denoke und Margreet Honig.

Nora Friedrichs ist Preisträgerin des Mozart - Wettbewerbes der Absalom-Stiftung der Stadt Hamburg und Stipendiatin der Franz-Wirth-Gedächtnis-Stiftung.

 

 

Trio Catch (Ensemble-Preis)

Yen-Ting Liu (Cello), Boglárka Pecze (Klarinette) und Sun-Young Nam (Klavier) fanden zum Trio zusammen, als sie in Frankfurt ein Jahr lang als Stipendiaten beim Ensemble Modern spielten.

Konzept des Trios ist, das klassische und zeitgenössische Repertoire in außergewöhnlichen Konzertsituationen aufzuführen, und zwar in Kombination mit Tanz, Schauspiel, Choreografie, Bewegung, Inszenierung, Elektronik, Improvisation und Sprache. Hierbei kommt es zur Zusammenarbeit mit den verschiedensten Kunstrichtungen, und es entstehen Grenzgänge, die die unterschiedlichen Gebiete übergreifend zusammenführen.

Die Musikerinnen arbeiten mit zahlreichen Komponisten zusammen wie H. Lachenmann, N. A. Huber, P. Eötvös, H. Zender, F. Cerha, I. Mundry, H. Holliger, S. Steen-Andersen und R. Hoffmann. 2011 gewann das Trio gemeinsam mit Shin-Hye Park (Violine) das Förderkonzert der Gotthard-Schierse Stiftung in Berlin.

Seit April 2011 studiert das Trio in der Klasse von Prof. Niklas Schmidt an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg.

 

Decoder Ensemble (Ensemble-Preis)

Hamburg hat eine neue Stimme für aktuelle Musik. Das Decoder Ensemble, eine "Band" für neue Klangkunst hat sich zusammengefunden, um eine internationale Bandbreite zeitgenössischer Musik zu präsentieren und der Szene neue Impulse zu verleihen. Experimentelle Instrumentalmusik, Kombinationen mit Elektronik, Konzeptkunst und vieles, für das noch keine gängige Schublade gefunden wurde macht das Repertoire des Ensembles aus. Die jungen Musiker der Formation sind dabei längst keine Frischlinge mehr in ihrem Metier. Sie haben sich als Solisten, Performer oder Komponisten bereits einen Namen in der Neuen Musik-Szene in und außerhalb Hamburgs gemacht, und stellen nun ihr hohes künstlerisches Niveau im Team unter Beweis. Im Mittelpunkt steht dabei die Zusammenarbeit mit Komponisten der jüngsten Generation, denen eine professionelle Aufführungs-Plattform für ihre Werke geboten wird. Darüber hinaus wird Wert auf außergewöhnliche Konzertorte gelegt, speziell in der elektronischen Club-Landschaft.

www.decoder-ensemble.de

 

Eda And, Komposition und Klavier (Stipendium)

wurde 1988 in Izmir, Türkei geboren. Ihren ersten Klavierunterricht erhielt sie von ihrer Mutter. Im Alter von 9 Jahren besuchte sie das staatliche Konservatorium Izmir Dokuz Eylül Universität, wo sie im Jahr 2007 in der gymnasialen Abteilung den Studiengang Klavier absolvierte.

Sie nahm an mehreren Meisterkursen namhafter Pianisten teil, so zum Beispiel bei Prof. Pavel GILILOV im Rahmen der Internationalen Sommerakademie des Mozarteums in Salzburg 2005, bei Antonio Zambrini und Claudio Fasoli beim 13. Izmir & European Jazz Festival 2006 und im selben Jahr noch bei Hüseyin Sermet.

Auch als Komponistin ist Eda And erfolgreich. 2008 wurde ihr Werk "Mi Re La" Konzert für Klavier und Orchester unter der Begleitung des Staatlichen Symphonieorchesters Izmir im Rahmen der Konzertreihe "Woche für junge Solisten" uraufgeführt und kurz darauf in Deutschland mit dem Internationalen Jugendsinfonieorchester Bremen. Beine Male trat sie als Solistin ihres eigenen Werkes auf 2008-2009 studierte Sie Klavier am Staatlichen Konservatorium Izmir bei Prof. Aykut YAFE und erhielt Kompositionsunterricht bei Mehmet AKTUG. Seit 2009 studiert sie Komposition bei Prof. Wolfgang Andreas Schultz.

 

Shichao Wang, Klavier (Stipendium)

Shichao Wang wurde am 1989 in Qingdao/China geboren und begann im Alter von 5 Jahren mit dem Klavierspiel bei Ruihua Wie. Bis zu seinem 12. Lebensjahr studierte er am Konservatorium von Shanghai bei Prof. Chongfang Zhang und Prof. Ting Zhou.

Im Jahr 2006 gab er ein erfolgreiches Solo-Konzert in Qingdao. Danach wurde er im Alter von 19 Jahren an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg aufgenommen, wo er seither bei Prof. Ralf Nattkemper studiert. 2010 gewann Shichao Wang den 4. Preis beim zweiten Internationalen Rachmaninov-Klavierwettbewerb für junge Pianisten in Frankfurt.

 

Anna-Lena Schnabel, Saxophon

Anna-Lena Schnabel wurde 1989 geboren. Sie ist Saxophon-Studentin an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. Kennzeichnend für sie ist eine große stilistische Bandbreite, so ist sie regelmäßig in den Bereichen Jazz, Klassik und Neue Musik tätig. Sie ist mehrfache Preisträgerin bei ,,Jugend Musiziert", zweifache "Jazzspatz" Gewinnerin und Preisträgerin auf Bundesebene des Wettbewerbs  "Jugend Jazzt". Außerdem erhielt sie den "Praetorius Musikpreis" und war Teilnehmerin der Darmstädter Internationalen Ferienmusikkurse für Neue Musik. Unter anderem spielte sie schon auf renommierten Festivals wie ,,Jazzbaltica" und ,,Elbjazzfestival". Anna-Lena Schnabel spielt außerdem regelmäßig Konzerte im Ausland so z.B bereits in China, Australien, Frankreich, Polen, Russland, Türkei, Ungarn usw.