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27.05.2016 10:07 Alter: 190 Tage

Verleihung des Ebel-Preises und der Ebel-Stipendien an Studierende der HfMT

Der „Hermann und Milena Ebel-Preis 2016“ wurde am 26. Mai mittlerweile zum siebten Mal an Studierende der Hochschule für Musik und Theater (HfMT) verliehen. Die Preisverleihung fand in feierlichem Rahmen in Anwesenheit des Ehepaars Ebel statt. Dem schloss sich ein festliches Konzert mit den Preisträgern an.

Die Preisträger von links : Mahmoud Said, Ksenia Kotelnikova, Pawel Putintsew und Galina Gusachenko

Hermann Ebel zu den diesjährigen Preisträgern: „Bei allen Künstlern, die wir heute Abend erleben, handelt es sich um äußerst begabte Menschen, die noch mitten in ihrem Studium sind. Meine Frau und ich möchten sie dabei unterstützen, weil wir finden, dass Künstler sehr wertvoll und wichtig für unsere Gesellschaft sind. Und wir möchten gerne Künstler fördern, die die Unterstützung auch wirklich brauchen. Musiker, denen eine gute Zukunft bevor stehen kann, sollen nicht in der Ausbildung an finanziellen Mitteln scheitern. Denn die für die Ausbildung notwendigen Auslandsaufenthalte sind teuer und ein gutes Musikinstrument kostet ein kleines Vermögen. Deshalb bieten wir die Möglichkeit, über ein Stipendium der „Hermann und Milena Ebel Stiftung“, dem Ziel des Berufsmusikers näher zu kommen.“

Hochschulpräsident Prof. Elmar Lampson zur diesjährigen Verleihung: „Der Ebel-Preis ist eine der größten Förderungen für die Studierenden der HfMT. Ich bin dem Ehepaar Ebel vom Herzen dankbar für diese großzügige Förderung. Dieser Preis ist Ausdruck ihrer großen Leidenschaft für die Musik und ihrem herzlichen Wunsch junge Talente zu fördern. Das diesjährige Programm ist wieder einmal ein besonderes und vielfältiges. Die Stipendiaten und Preisträger zeichnen sich in diesem Jahr durch eine große künstlerische Bandbreite aus.“

Die Hermann und Milena Stipendien 2016 erhalten folgende Studierende:

Pavel Putintsev (5.500 Euro)
Ksenia Kotelnikova (5.500 Euro)
Sebastian Doppelbauer (3.000 Euro)
Mahmoud Said (3.000 Euro)
Galina Gusachenko (3.000 Euro)

Ebel-Preis und Stiftung Maritim

Die Förderung des künstlerischen Nachwuchses in Hamburg ist eines der Ziele, die sich die Stiftung Maritim Hermann und Milena Ebel auf die Flagge geschrieben hat. Gemeinsam mit der Hochschule für Musik und Theater Hamburg vergibt das Stifterehepaar daher jedes Jahr den diesjährig mit insgesamt 20.000 Euro dotierten HERMANN UND MILENA EBEL-PREIS an herausragende junge Künstlerinnen und Künstler.
Hermann Ebel gehört dem fünfköpfigen Hochschulrat der Hochschule für Musik und Theater an. Er ist Vorstandsvorsitzender der HANSA TREUHAND Gruppe, einer Reederei-Gruppe mit mehr als 50 Hochseeschiffen. Die Stiftung Maritim Hermann und Milena Ebel, die kulturelle und soziale Projekte in Hamburg fördert, gründete er zusammen mit seiner Frau.
Milena Ebel ist Vorstandsvorsitzende der Stiftung Maritim. Sie koordiniert deren zahlreiche Aktivitäten auf kulturellen und sozialen Gebieten. Frau Ebel ist in Kroatien geboren und lebt seit über 30 Jahren in Hamburg. Das Ehepaar hat drei erwachsene Kinder, die dem Kuratorium der Stiftung angehören. Das Projekt "Kultur bewegt", das gemeinsam mit der Hamburger Kulturbehörde ins Leben gerufen wurde, geht ebenfalls auf Milena Ebels Initiative zurück. Neben weiteren Projekten in der Hansestadt hat die Stiftung hierfür einen Förderbetrag von 80.000 Euro bereitgestellt.

 

Zu den Preisträger/innen:

Pawel Putintsev, Bariton
Pawel Putintsev ist am 07.November 1989 in Moskau geboren und genoss seit seinem 3. Lebensjahr Musikunterricht an einer Musikschule seiner Heimatstadt. Dort lernte er zuerst das Klavierspiel und danach Oboe. Im Alter von 16 Jahren studierte er Gesang. Mit 17 Jahren ging er auf das Kolleg am Tschaikowsky- Konservatorium. Nach dem Abschluss studierte er drei Jahre am Ippolitow-Iwanow-Musikinstitut. In dieser Zeit absolvierte er einen Masterkurs sowohl bei Elena Obraszowa  in Russland als auch bei Alessandro Svab in Italien. Derzeit studiert er an der HfMT bei Professor Jörn Dopfer Gesang. Pawel Putintsev nahm 2013 an dem internationalen Wettbewerb von Sawelij Orlow in Samara teil, wo er den 2. Platz belegte. 2014 nahm er an dem Wettbewerb von Boris Schtokolow in Sankt-Petersburg teil. 2013 sang er bei der Aufführung der Oper "Rigoletto" in Triest die Rolle des Grafen von Monterone.

Ksenia Kotelnikova, Sopran
Ksenia Kotelnikova wurde 1993 in Moskau geboren. Ihre erste musikalische Ausbildung erhielt sie an der Musikschule A. Skriabin in Moskau, wo sie zunächst zur Pianistin ausgebildet wurde. Von 2009 bis 2013 studierte sie Chorleitung am Prokofiev-College. Von 2012 bis 2014 war die Sopranistin Preisträgerin bei der Stiftung "Belcanto" Moskau, wodurch sie mehrere Konzerte in der Evangelisch-Lutherischen Kathedrale "St. Peter und Paul" Moskau und in verschiedenen russischen Konzertsälen singen konnte. Ksenia Kotelnikova ist erste Preisträgerin bei den Wettbewerben "Jugend musiziert" Albena/Moskau und "Silberstimme" Moskau. 2013 sang sie mit dem Russischen Staatsorchester unter Leitung von Vladimir Jurowskiy in den Produktionen „Ein Sommernachtstraum“ von Felix Mendelsohn-Bartholdy und „Fairy Queen“ von Henry Pursell. 2014 begann sie ihr Gesangsstudium an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg bei Prof. Gundula Schneider. Im Januar 2016 sang sie die Solo-Partie im Requiem von W.A. Mozart in der großen Laeiszhalle in Hamburg.

Sebastian Doppelbauer, Schauspiel
Sebastian Jakob Doppelbauer wurde am 5. April 1995 in Feldkirch (Österreich) geboren. Er besuchte von 2005 bis 2013 das Gymnasium und nach seiner Matura 2013 leistete er beim Österreichischen Arbeiter Samariterbund seinen Zivildienst als Rettungssanitäter. Seit Oktober 2014 studiert er an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg Schauspiel. In der Spielzeit 2015/16 war sowohl im Thalia Theater in der Gaußstraße im Stück "Zement" (Heiner Müller) als auch am Schauspielhaus in der Studienproduktion "Kleinstadtnovelle" (Ronald Schernikau) zu sehen. Neben einigen freien Produktionen und Gastspielen (u.A. in Leipzig und Nürnberg) wird er in der nächsten Spielzeit in der Inszenierung "Geld" (Émile Zola) unter der Regie von Luk Perceval sowohl am Thalia Theater als auch bei der Ruhrtriennale auf der Bühne stehen.

Mahmoud Said, Violine & Musiktherapie
Mahmoud Said (Violine) wurde in 1988 in Kairo geboren. Er wuchs in einer musikalischen Familie auf und begann bereits im Alter von 6 Jahren Geige zu spielen. Im Jahr 2005 absolvierte er sein Diplom am Kairoer Konservatorium mit Auszeichnung. Während seines Bachelor Studiums am selben Konservatorium arbeitete Mahmoud Said als Geiger beim Kairo Opern Orchestra und später beim Kairo Symphonie Orchestra.
Mit dem „West Eastern Divan Orchestra“, unter der Leitung von Daniel Barenboim, sammelte Mahmoud Said vielfaltige Konzerterfahrungen auf der ganzen Welt. So konzertierte er bereits in berühmten Konzertsälen, wie der New Yorker Carnegie Hall, dem Teatro Colon in Buenos Aires, dem Salle Pleyel in Paris, der Berliner Philharmonie sowie immer wieder auch bei den Proms-Konzerten in der Royal Albert Hall.
Neben dem Orchesterspiel gab Mahmoud Said während seiner Studienzeit in Kairo auch viele Solo und Kammerkonzerte. Er gewann den 1.Preis beim Kulturwettbewerb des obersten Rates von Ägypten, sowie einen 1.Preis beim „Dubai International Peace Music Festival Competition“. Als Mitglied des Finnisch-Ägyptischen Kulturprojekts “musikalische Brücke” erhielt er immer wieder auch Inspirationen durch den Dirigenten und Pianisten Ralf Gothoni. Mit Meisterkursen bei Prof. Christian Altenburger, Prof. Ole Bohn, Prof.Robert Szreder und Prof Olivier Charlier vertiefte er seine musikalische Ausbildung.
2010 zog Mahmoud Said nach Deutschland und drei Jahre später erhielt er sein Künstlerisches Diplom an der Musikhochschule Rostock bei Prof. Axel Wilczok. In dieser Zeit bekam er auch ein Stipendium der DAAD und gewann bei der Stiftung einen Preis für sein Gesellschaftliches Engagement. 2009 bis 2011 war er zudem Stipendiat der Barenboim-Said Stiftung. Seit 2013 spielte er verschiedene Projekte beim „Qatar Philharmonic Orchestra“. Im selben Jahr begann er eine Beschäftigung als Praktikant im Philharmonischen Orchester der Hansestadt Lübeck, in dem er daraufhin auch einen Zeitvertrag erhielt.
Zurzeit spielt Mahmoud Said als Tuttist der Ersten Geigen im Orchester des Schleswig-Holsteinischen Landestheaters Flensburg unter Zeitvertrag. Seit 2014 ist er zudem Student des Masters Musiktherapie an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg.

Galina Gusachenko, Klavier
Galina Gusachenko wurde 1992 in der Ukraine geboren. Bereits mit fünf Jahren besuchte sie die Kindermusikschule ihrer Heimatstadt Slawyansk (Ukraine).Von 2001 bis 2005 ging sie auf die Kharkow Musikschule ( Ukraine) bei Prof. Garri Gelfgat. Danach studierte sie in Moskau (Russland) bis 2011 in Zentrale Spezialschule für Musik des Staatlichen Moskauer Konservatorium P. I. Tschaikowsky  in der Klasse  Prof. Anatolij Ryabov und  Prof. Mikhail  Voskresenskij.
Seit 2011 studiert sie in der Klasse von Prof. Evgenij Koroliov an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg. Sie gewann bereits mehrere Preise bei internationalen Wettbewerben und Festivals und zwar: 2010 den 2. Preis bei dem „International Piano Competition Adilia Alieva“ in Frankreich und 2009 den Grand Prix bei dem  „Art of the 21st Century“ in Kiev (Ukraine) und den 3. Preis bei dem “The   International   Piano   Competition   for  Young  Musicians” (Niederlande). Sie hat mit Orchestern in der Heimat sowie in Russland gespielt  und hat auch zahlreiche solistische Konzerte in  Russland, der Ukraine, Deutschland, Finnland, Frankreich, der Schweiz und den Niederlanden aufgetreten.

 

Das Konzertprogramm

Joseph Haydn: Klaviersonate C-dur Hob.XVI/50
Galina Gusaschenko, Klavier

 

Joseph Haydn: Aus „Oratorium Die Jahreszeiten“ Hob. XXI:3
Arie der Hanna „Welche Labung für die Sinne“


Robert Schumann: Der Arme Peter
Ksenia Kotelnikova, Sopran
Galina Gusaschenko, Klavier

 

Franz Schubert: Der Atlas (aus dem Zyklus „Schwanengesang“)
Felix Mendelssohn: Die Arie des Elias (aus der Oper „Elias“)
Wolfgang Amadeus Mozart        Non piu andrai farfallone amoroso (aus „Le Nozze di Figaro“)
Pawel Putintsew, Bariton
Timur Gatov, Klavier

 

Mahmoud Said: In zwei Musikkulturen beheimatet – ein kurzer Einblick
Mahmoud Said, Violine & Musiktherapie


Improvisation of Makam
Mahmoud Said, Violine
Wibke Schrimm, Viola


Riad Alsonbati:
Longa Riad
Mahmoud Said, Violine

 

Heiner Müller: Herakles 2 oder Die Hydra (Audioeinspielung)
Sebastian Doppelbauer, Schauspieler

 

Saint-Saëns/Horowitz/Liszt: Danse Macabre
Galina Gusaschenko, Klavier