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27.10.2009 19:30 Alter: 7 Jahre

"Wann wohl das Leid ein Ende hat" ? Gedichte und Lieder von Ilse Weber aus dem KZ Theresienstadt

Ringvorlesung Gender Studies XI: Musik - Sprache der Gefühle?

mit der Hörszene

"Wann wohl das Leid ein Ende hat" - Briefe (1933-42), Gedichte und Lieder von Ilse Weber aus dem KZ Theresienstadt

 

am Dienstag, 3. November 2009

18.00 Uhr (s.t.) im Mendelssohnsaal

Hochschule für Musik und Theater Hamburg.

Vortragende: Dr. Ulrike Migdal, Bochum

Gesang: Linda Joan Berg

Eintritt frei.

 

Hörszene mit Briefen, Liedern und Gedichten - entworfen und gestaltet von Ulrike Migdal

In einem Grab überlebten ihre Theresienstädter Gedichte. Sie selbst wurde zusammen mit ihrem jüngsten Sohn und den Kindern ihrer Krankenstation in Auschwitz vergast: Ilse Weber. Die Hörszene lässt in einer Collage aus Lyrik, Briefen und Liedern die Stimme dieser charismatischen Dichterin lebendig werden, die dem Naziterror mit ihren Versen, aber auch durch ihre kompromisslos gelebte Mitmenschlichkeit trotzte. Ilse Webers Botschaft reicht bis in unsere Zeit hinein: Aus den Briefen erfahren wir Wesentliches über die Mechanismen, durch die Menschen unter dem Druck einschlägiger Propaganda sich ihrer Kraft zum Widerstand und ihrer humanen Wertvorstellungen berauben lassen. Daraus lassen sich Wege erkennen für die Gegenwart, um antisemitischer Hetze und nazistischen Tendenzen in vielerlei Maskierung zu begegnen.

Die in Bochum lebende Autorin Ulrike Migdal hat die nach Jahrzehnten wiedergefundenen Dokumente herausgegeben zusammen mit einem Essay über Leben und Werk der Ilse Weber, die bei Theresienstadt-Überlebenden und in der Literatur ein Mythos ist, von deren Werk aber bisher fast nichts bekannt war.

 

Ulrike Migdal studierte Philosophie, Literaturwissenschaft, Soziologie und Musik, übernahm nach der Promotion in Philosophie 1979 Forschungs- und Lehraufträge in Deutschland und New York, u. a. an der New School for Social Research und der Columbia University. Freie Mitarbeit bei der New Yorker Wochenzeitung "Aufbau". Seit 1980 arbeitet sie als freie Schriftstellerin und Autorin für den Rundfunk. Sie schrieb Hörspiele und Theaterstücke, veröffentlichte Lyrik und Essays, sowie in der Reihe ihrer Publikationen zum Thema "Kultur in den Konzentrationslagern" ? 1986 das Buch "Und die Musik spielt dazu. Chansons und Satiren aus dem KZ Theresienstadt". Im Herbst 2008 erschien im Carl Hanser Verlag ihr Buch Ilse Weber Wann wohl das Leid ein Ende hat. Briefe und Gedichte aus Theresienstadt.