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11.11.2009 21:01 Alter: 7 Jahre

Wohltemperierte Empfindungen - Tonart und Affekt in der Musik Johann Sebastian Bachs

Ringvorlesung Gender Studies XI: Musik: Sprache der Gefühle?

mit dem Vortrag

 

"Wohltemperierte Empfindungen"

Tonart und Affekt in der Musik Johann Sebastian Bachs

 

am Dienstag, den 17. November 2009,

18.00 Uhr (s.t.) im Mendelssohnsaal der

Hochschule für Musik und Theater Hamburg

 

Studierende der HfMT Hamburg (Cembalo)

Prof. Menno van Delft (Cembalo) im Gespräch mit

Prof. Gerhart Darmstadt (Hist. Aufführungspraxis)

Moderation: Prof. Dr. Beatrix Borchard

 

Eintritt frei.

Kontakt: Martina.Bick@hfmt.hamburg.de,

Telefon 040 428482508, Fax 040 428482666

 

Präludien und Fugen von Johann Sebastian Bach

Auf der Suche nach der Übersetzung einer im tiefsten Sinne "wahren" Ausdrucksform menschlicher Empfindungen in eine musikalische Sprache boten sich den Komponisten des Barock die Innenbezüge der Intervalle (Zwischenräume) und die bewusste Benutzung bestimmter Stimmungen und Tonarten zur Darstellung der Affekte an. Diese gerade von Johann Sebastian Bach gelehrten Zusammenhänge werden anhand der Präludien und Fugen aus dem Wohltemperierten Clavier Bachs verdeutlicht und vorgestellt. Außerdem wird die alte Streitfrage aufgeworfen und an Beispielen erläutert, inwieweit es einen bestimmbaren Charakter oder eine Symbolik der verschiedenen Tonarten gibt oder ob es sich bei einer Veränderung der Tonart lediglich um eine den Ausdruck nicht verändernde Transposition handelt.

 

Hintergrundinformationen

Menno van Delft, geboren 1963 in Amsterdam, studierte Cembalo, Orgel und Musikwissenschaften am Sweelinck Konservatorium in Amsterdam, am Königlichen Konservatorium in den Haag und an der Universität Utrecht. Seine Lehrer waren unter anderen Gustav Leonhardt, Bob van Asperen, Piet Kee, Jacques van Oortmerssen und Willem Elders. In seiner Studien-zeit sang Menno van Delft Gregorianischen Gesang in der "Schola Cantorum Amsterdam" unter der anregenden und formenden Leitung von Wim van Gerven. 1998 gewann er den Clavichord Preis beim C. Ph. E. Bach-Wettbewerb in Hamburg und debütierte beim Holland Festival Early Music in Utrecht. Als Continuospieler und Solist gibt er Konzerte und Meisterkurse in ganz Europa und den USA und macht zahlreiche Aufnahmen für Radio und Fernsehen sowie CDs. Neben seinen Aufführungen betätigt Menno van Delft sich regelmäßig als Lektor und Herausgeber zu Themen der Alten Mu-sik für Tasteninstrumente, Aufführungspraxis, Spieltechniken und Stimmung & Temperierung. Seit 1995 unterrichtet er Cembalo, Clavichord, Basso Continuo und Ensemblespiel am Conservatorium van Amsterdam (früher Sweelinck Conservatorium) und an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg.

Gerhart Darmstadt, 1952 in Halle/Saale geboren, studierte Violoncello bei Mirko Dorner an der Folkwang Hochschule Essen und historische Auffüh-rungspraxis bei Nikolaus Harnoncourt am Mozarteum Salzburg; zusätzlich hatte er Unterricht für Barockvioloncello bei Anner Bylsma. Sein musikwis-senschaftlicher Mentor war Walter Blankenburg in Schlüchtern. 1983?1991 leitete und organisierte er das von ihm gegründete Barockorchester Ham-burg. Er zählt zu den führenden deutschen Barockvioloncellisten und hat sich als Solist, Kammermusiker, Orchester- und Continuospieler, Dirigent und profunder Kenner des 17. bis 19. Jahrhunderts einen Namen gemacht. Neben einer flexiblen Technik und Virtuosität ist es ihm ein Anliegen, die Musik als eine berührende Sprache der Seele und des Herzens zu verste-hen und gerade auch die Kunst des idealen Begleitens zu vermitteln. An der Hochschule für Musik und Theater Hamburg und der Alfred Schnittke Aka-demie International in Hamburg lehrt Gerhart Darmstadt historische Auffüh-rungspraxis und Kammermusik mit Impulsen für eine zeitgemäße und zu-kunftsweisende Interpretation. Er ist Mitglied des Joseph Martin Kraus-Streichquartetts und Präsident der Internationalen Joseph Martin Kraus-Gesellschaft e. V. mit Sitz in Buchen (Odenwald).