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19.11.2013 16:45 Alter: 3 Jahre

XV. Ringveranstaltung Gender Studies und Musik: Carl Philipp Emanuel Bach (1714–1788) und das Hamburger Publikum

- Vortrag und Musikprogramm (Lieder und Oden von Carl Philipp Emanuel Bach) -

Zeichnung: Birgit Kiupel

Wir laden Sie sehr herzlich ein zum nächsten Vortrag der

 

XV. Ringveranstaltung Gender Studies und Musik:

Carl Philipp Emanuel Bach (1714–1788)

Der „große Bach“ – Profile eines „Originalgenies“

 

am Dienstag, dem 26. November 2013, 18.00 Uhr (s.t.)

im Mendelssohnsaal der Hochschule für Musik und Theater Hamburg

mit dem Thema

 

„Sehr gut herzige und umgängliche Personen“ – Carl Philipp Emanuel Bach und das Hamburger Publikum

Vortrag von Prof. Dr. Dorothea Schröder, Universität Hamburg

und Dr. Birgit Kiupel, Universität Greifwald

 

Lieder und Oden von Carl Philipp Emanuel Bach

aus den Sammlungen „Sturms geistliche Gesänge mit Melodien“ (Wq 197), „Oden mit Melodien“ (Wq 199) und „Neue Lieder-Melodien“ (Wq 200)

mit Santa Bulatova (Gesang) und Ira Hochman (Clavier)

 

Eintritt frei

Zum Vortragsthema

Nach 27 Jahren im Hofdienst machte der „Clavirist“ Carl Philipp Emanuel Bach noch einen Karrieresprung: im Alter von 54 Jahren kam er 1768 von Berlin nach Hamburg, wo er als städtischer Musikdirektor für die Kirchenmusik an den fünf Hauptkirchen zuständig war und als Kantor des Johanneums die musikalische Ausbildung verantwortete. Sein Patenonkel und Vorgänger Georg Philipp Telemann hatte in der Hansestadt bereits nachhaltige Impulse für die Kirchenmusik und das Konzertleben gesetzt. Carl Philipp Emanuel Bach veranstaltete öffentliche Konzerte, präsentierte sich als freier Künstler, etwa im Drillhaus oder im „Concertsaal auf dem Kamp“. Doch was wissen wir konkret über das Musikleben und Publikum damals in Hamburg? Wie ausgeprägt war die Liebe zur Musik, und wer setzte sich für sie ein? Welche Wissenstransfers zwischen adligen und bürgerlichen Milieus sind nachweisbar?

Äußerungen von C.Ph.E. Bach über die Gründe seines Wechsels vom Berliner Hof in die Kaufmannsstadt und über das Hamburger Publikum sind nur spärlich überliefert. In jedem Fall war er eine Art „Standort-Faktor“, MusikfreundInnen reisten weit, um ihn (und seine gastfreundliche Familie) in der eleganten Wohnung zu besuchen und phantasieren zu hören. Doch über das Leben seiner Ehefrau Johanna  Maria geb. Dannemann und beider Tochter Anna Carolina Philippina Bach (1747-1804)  ist noch wenig bekannt. Detaillierte Einblicke in das  kulturelle Leben des Bürgertums in Hamburg bieten die Lebenserinnerungen der Kaufmannstochter Margarethe Elisabeth Hudtwalcker, verheiratete Milow (1748-1794), die eine Freundin von Anna Carolina Philippina hätte sein können. Diesen Zufallsfund veröffentlichten die Historikerinnen Dr. Rita Bake und Dr. Birgit Kiupel.

 

Dr. Dorothea Schröder studierte an der Universität Hamburg Musikwissenschaft und Kunstgeschichte. Promotion 1986, Habilitation 1996 über „Zeitgeschichte auf der Opernbühne. Barockes Musiktheater in Hamburg im Dienst von Politik und Diplomatie 1690-1745. Sie arbeitete anschließend bis 2003 im Projekt “Musical Life in Europe 1600-1900” der European Science Foundation über die italienische Oper in Zentraleuropa und leitete 1999/2000 den Aufbau und die Präsentation der Sammlung Historischer Tasteninstrumente Andreas und Heikedine Beurmann im Museum für Kunst und Gewerbe Hamburg. 2006 bis 2007 kuratierte sie die Ausstellung Ein fürtrefflicher Componist und Organist zu Lübeck: Dieterich Buxtehude (1637-1707) am St. Annen Museum Lübeck. Ihre Forschungsschwerpunkte sind die Barockoper in Norddeutschland, G. F. Händel, die Musikgeschichte Englands (Purcell, Britten) sowie Orgelbau 1500-1750 und die allgemeine Kulturgeschichte Norddeutschlands und Skandinaviens im 17. und 18. Jahrhundert. Zurzeit kuratiert sie das Museum für Carl Philipp Emanuel Bach im Rahmen des KomponistenQuartiers Hamburg (Eröffnung 2014).

Veröffentlichungen 2000-2014 (Auswahl): Carl Philipp Emanuel Bach (Hamburger Köpfe), Hamburg 2003 (2. Aufl. 2014); Johann Sebastian Bach (C.H. Beck Wissen), München 2012; Musikstadt London, Regensburg 2014.

 

Dr. Birgit Kiupel ist freischaffende Historikerin, Zeichnerin, Rundfunk-Autorin, Moderatorin und Mitarbeiterin am Institut für Musikwissenschaft und Kirchenmusik Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald. Sie studierte Geschichte, Philosophie und Literaturwissenschaft an der Universität Hamburg und Visuelle Kommunikation an der Hochschule für Bildende Künste Hamburg. 2008 Promotion mit der Dissertation: „Zwischen Krieg, Liebe und Ehe – Studien zur Konstruktion von Geschlecht und Liebe in den Libretti der Hamburger Oper am Gänsemarkt (1678-1738).“

Veröffentlichungen (Auswahl): (zus. mit Rita Bake): „Ich will aber nicht murren.“ Die Lebenserinnerungen der Hamburger Kaufmannstochter Margarethe E. Milow geb. Hudtwalcker  (1748-1794) mit Sach- und Gefühlslexikon 1987/1993; „Was soll denn das schimpfliche Beywort ‚weibisch’?“  Johann Mattheson und der galante Diskurs. In: Hirschmann, Wolfgang; Jahn, Bernhard (Hg.): Johann Mattheson als Vermittler und Initiator. Wissenstransfer und die Etablierung neuer Diskurse in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts. Hildesheim 2010. Außerdem veröffentlicht Birgit Kiupel Zeichnungen und Musik-Dia-Clips.

Die israelische Dirigentin und Cembalistin Ira Hochman studierte Klavier und Korrepetition an der Rubin Academy in Tel-Aviv und der Manhattan School of Music in New York. Die Ausbildung zur Cembalistin erhielt sie an der Schola Cantorum Basiliensis in Basel, ihre Dirigierausbildung bei Prof. Ralf Weikert an der Hochschule der Künste in Bern. Seit 1996 war sie fest engagiert im internationalen Opernstudio am Opernhaus Zürich, an der Oper Frankfurt am Main sowie an der Hamburgischen Staatsoper, an der sie im April 2005 ihr Dirigierdebüt mit Rossinis Il Turco in Italia gab. Seit 2006 arbeitet sie als freischaffende Cembalistin und Dirigentin und ist außerdem als Dozentin für Gesangskorrepetition an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg tätig.

Schon vor Jahren begann Ihre Hinwendung zur Barockmusik, die aus einer intensiven Zusammenarbeit mit dem Dirigenten und Barockspezialisten Alessandro de Marchi resultierte. Als Cembalistin wirkte sie in Produktionen der Opéra National de Lyon, der Hamburgischen Staatsoper, dem Theater an der Wien, dem Baltasar-Neumann-Ensemble, mit dem Orchester „Katharina die Große“ in St. Petersburg und der Academia Montis Regalis in Turin mit. Im Jahr 2007 gründete sie zudem ihr eigenes Ensemble „barockwerk hamburg“, welches im Februar 2013 zusammen mit der Mezzosopranistin Agata Bienkowska für das italienische Label Tactus eine CD mit Opernsinfonien und Arien für Faustina Bordoni aufnahm.

 

Santa Bulatova, 1987 in Riga, Lettland geboren, begann bereits im Alter von sechs Jahren Cello zu spielen. Sie absolvierte eine Ausbildung zur Chorleiterin in der Jazeps Vitols Musikakademie in Riga und begann 2009  ihre Gesangsausbildung als Sopran in der Litauischen Akademie für Musik und Theater bei Prof. Regina Maciute. Seit 2009 führten sie Konzerte und Gesangsauftritte mit dem Chor des Schleswig-Holstein Musik Festivals in verschiedene Länder. Derzeit befindet sie sich im Masterstudium an der Hochschule für Musik und Theater ihr Master bei Prof. Geert Smits.

 

Organisation und Abendgestaltung:

Prof. Dr. Beatrix Borchard und Martina Bick, M.A. in Zusammenarbeit mit dem Studio für Alte Musik der HfMT Hamburg.