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15.10.2013 17:55 Alter: 3 Jahre

XV. Ringveranstaltung Gender Studies und Musik

Carl Philipp Emanuel Bach (1714–1788) - Der „große Bach“ – Profile eines „Originalgenies“

Wir laden Sie sehr herzlich ein zu dem ersten Vortrag der XV. Ringveranstaltung Gender Studies und Musik:

 

Carl Philipp Emanuel Bach (1714–1788)

Der „große Bach“ – Profile eines „Originalgenies“

 

am Dienstag, dem 22. Oktober 2013, 18.00 Uhr (s.t.)

im Mendelssohnsaal der Hochschule für Musik und Theater Hamburg

 

mit dem Thema

„Man sieht und hört es ihm an“ – 

Herzrührung bei Horaz und Carl Philipp Emanuel Bach

 

Vortrag von Prof. Gerhart Darmstadt (Violoncello)

mit Timo Rößner (Tenor) und Alexander Gergelyfi (Cembalo)

Musik von Joh. Seb. Bach, C. P. E. Bach und Joseph Martin Kraus

 

Eintritt frei

 

Zum Vortragsthema

Der Generationenwechsel vom Vater Bach zu seinen Söhnen vollzieht sich in einer Zeit, in der sich die Darstellung des allgemein menschlichen Empfindens wandelte zur Darstellung des ganz persönlichen Fühlens. Inspiriert wurden die neuen Ideen einer Ich-geprägten Empfindsamkeit durch die aktualisierten Aussagen des römisch-antiken Dichters Horaz, der von dieser Generation neu gelesen wurde. Dies führte zu einer individualisierten Ausdrucksart, die versuchte, die größtmögliche persönliche Wahrheit der angewandten Ausdrucksmittel mit dem affektgemäßen Inhalt der Musik so in Einklang zu bringen, dass die Zuhörer im Innersten davon tief berührt werden konnten. Als Zentralorgan dafür wurde das Herz angesehen. Eine musikalische Ausbildung wurde primär als Herzensbildung angesehen, ein auch heute wieder hochaktuelles Thema. Dies wird an einigen zeitgenössischen Dokumenten und an Musikbeispielen exemplarisch verdeutlicht werden.

Ringvorlesung zu Ehren eines Jubiliars

Die XV. Ringvorlesung Gender Studies und Musik widmet sich in diesem Semester zentral dem Jubilar Carl Philipp Emanuel Bach, dessen 300. Geburtstag am 8. März 2014 gefeiert werden wird. Gleichermaßen aus musikwissenschaftlichen, künstlerischen und genderkritischen Blickwinkeln wird das „Originalgenie“ beleuchtet werden: als Komponist, Cembalist, Klavierlehrer, städtischer Musikdirektor, als „Berliner“ und „Hamburger Bach“, als Sohn von Johann Sebastian und Maria Barbara Bach, Stiefsohn Anna Magdalena Bachs und Bruder von Wilhelm Friedemann, Johann Christan Bach u.a., als Musiker und Mensch, so wie er sich uns heute darstellt in Briefen, zeitgenössischen Dokumenten, in seinen Werken und deren Rezeptionsgeschichte.

 

Der Referent und die Musiker

Den Auftakt der Veranstaltungsreihe macht Prof. Gerhart Darmstadt, der an der HfMT historische Aufführungspraxis, Barockvioloncello, Barockorchester und Kammermusik mit Impulsen für eine zeitgemäße und zukunftsweisende Interpretation lehrt. Er ist Schüler von Mirko Dorner, Nikolaus Harnoncourt und Anner Bylsma. Sein musikwissenschaftlicher Mentor war Walter Blankenburg. 1983–1991 leitete und organisierte er das von ihm gegründete Barockorchester Hamburg, welches dieses Jahr sein 30jähriges Jubiläum feiert. Als Violoncellist, Arpeggionespieler, Dirigent und profunder Kenner des 17. bis 19. Jahrhunderts hat er sich als außergewöhnlicher Musiker einen Namen gemacht.  Neben einer flexiblen Technik und Virtuosität ist es ihm ein Anliegen, die Musik als eine berührende Sprache der Seele und des Herzens zu verstehen und gerade auch die Kunst des idealen Begleitens zu vermitteln. Er ist Präsident der Internationalen Joseph Martin Kraus-Gesellschaft e. V. mit Sitz in Buchen. Zahlreiche Konzerte, Kurse, Vorträge, Aufnahmen, Editionen, Symposien und musikwissenschaftliche Veröffentlichungen weisen ihn als hoch kompetenten und inspirierenden Interpreten, Wissenschaftler und Pädagogen aus.

 

Der gebürtige Berliner Tenor Timo Rößner studierte von 2009–2013 im Bachelorstudiengang Gesang an der HfMT Hamburg, seit 2013 studiert er nun im Masterstudiengang Oper an der HfMT Hamburg bei Prof. Jörn Dopfer. Er wirkte in zahlreichen Produktionen der Theaterakademie Hamburg mit, ist Preisträger des internationalen Gesangswettbewerbs Kammeroper Schloss Rheinsberg 2013 und wird in der Spielzeit 2013/14 an der Oper Kiel als Merkur in J. Offenbach’s Orpheus in der Unterwelt zu erleben sein. Timo Rößner ist zudem ein gefragter Oratoriensänger im norddeutschen Raum, wobei sein Repertoire von der Barockzeit bis in die Moderne reicht, und ihm die Zusammenarbeit mit zeitgenössischen Komponisten ein wichtiges Anliegen ist.

 

Der in Linz an der Donau geborene Alexander Gergelyfi studierte Cembalo und Aufführungspraxis der Alten Musik in Linz, Graz und Straßburg. Seit Oktober 2011 ist er Student bei Prof. Menno van Delft an der HfMT Hamburg. Im Rahmen seiner Studien nahm er europaweit an Meisterkursen und Orchesterakademien teil. Seine besondere Aufmerksamkeit gilt unkonventionelleren Kompositionen alter Meister sowie der Norddeutschen Claviermusik. So fertigte Jukka Ollikka für ihn eine originalgetreue Kopie eines Hamburger Cembalos von Johann Christoph Fleischer aus dem Jahre 1710 an. Seit November 2012 ist Alexander Gergelyfi Organist an St. Nicolaus in Hamburg-Alsterdorf.

 

Organisation und Abendgestaltung:

Prof. Dr. Beatrix Borchard und Martina Bick, M.A. in Zusammenarbeit mit dem Studio für Alte Musik der HfMT Hamburg.