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Golo Föllmer

 

Vernetzte Musikpraktiken aus Perspektiven der Forschung 

Vernetzung ist heute ein gängiges Mittel von experimenteller Musik und Klangkunst, aber auch von Musik aus dem Pop-Kontext. Die Formen dieser Praktiken sind äußerst vielfältig, und so bereitet Netzmusik bei ihrer Erforschung methodische Probleme: die Frage, wie man sich einzelnen Praktiken jeweils in angemessener Form nähert, da sie äußerst unterschiedliche Kultur-, Musik- und Kunstbegriffe vertreten. Daneben bereitet Netzmusik aber auch Probleme bei der Archivierung, und zwar sowohl für wissenschaftliche Zwecke und als auch zur Dokumentation der Arbeiten für die Öffentlichkeit. Schließlich stellen sich Probleme bei der Systematisierung. Zum einen die kategoriale Frage, ob es Netzmusik überhaupt gibt. Zum anderen die historische Frage, welche Kriterien erfüllt sein müssen, damit ab einem bestimmten Zeitpunkt von einer konsistenten künstlerisch-musikalischen Praxis gesprochen werden kann. Der Beitrag diskutiert diese Fragen auf der Grundlage aktueller Beispiele. 

 

Biographie 

Geb. 1964, Ausbildung zum Klavierbauer, Studien der Musik- und Kommunikationswissen-schaft (TU Berlin) sowie Broadcast Communication Arts (San Francisco State U-niv.). Radio- und Tonbandstücke sowie Klanginstallationen- und -objekte. Texte zu Klang-kunst, zeitgenössischer Musik und akustischen Medien. Mitwirkung bei der Gesamtüberar-beitung des Brockhaus-Riemann-Musiklexikons. Kuratorische Mitarbeit u.a. bei sonambiente (AdK Berlin 1996), net_condition (ZKM Karlsruhe 1999), Networkshop (Dresden/Berlin 2001), sonambiente (Berliner Festspiele, Berlin 2006) und RadioREVOLTEN (Radio Corax, Halle 2006). 2002 Promotion über Netzmusik am Institut für Musikwissenschaft der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Zurzeit wissenschaftlicher Mitarbeiter am halleschen Institut für Medien- und Kommunikationswissenschaft. 

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