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opera concisa – die Gala der Opernklasse (Februar 2013)

Zum 200. Geburtstag von Verdi und Wagner:

Arien und Szenen aus Richard Wagners Musikdramen und Opern von Giuseppe Verdi

Was haben Verdi und Wagner gemeinsam – der italienische Seelendoktor und der deutsche Mythenklempner? Bei aller Verschiedenheit verbindet die beiden großen Erneuerer des Musiktheaters doch der psychologisch geschärfte Blick echter musikalischer Menschenkenner, somit ein Einfühlungsvermögen, das im „Otello“ ebenso grandios zum Ausdruck kommt wie in „Tristan und Isolde“. Und: In 2013 werden die beiden Operngiganten des 19. Jahrhunderts 200 Jahre alt: Giuseppe Verdi und Richard Wagner wurden 1813 geboren. Dies ist Anlass und Grund genug, dass sich die Opernklasse der HfMT endlich einmal an Werke wagt, die in Gänze allein den großen Opernhäusern vorbehalten sind. Denn Wagners Anforderungen an Bühne und Orchester sowie die Länge und Dramatik der Partien übersteigen die Hochschulmöglichkeiten denn doch ein wenig.

Deshalb wählt Regisseur Florian-Malte Leibrecht eine für Publikum und Sänger bekömmliche Auswahl von Szenen aus Wagners Der Ring des Nibelungen“ für die neue Ausgabe der „opera concisa“ aus und kombiniert sie mit Highlights aus weiteren Musikdramen Wagners. Sein Kollege Dominik Neuner ergänzt den Abend mit Arien und Duetten aus Verdis Musiktheater-Schaffen.

Im Jubiläumsjahr 2013 erleben Sie also Arien und Szenen aus Verdis „La Traviata“, „Un ballo in maschera“, „Don Carlo“ und „Otello“, aus Wagners „Der Ring des Nibelungen“ sowie „Der fliegende Holländer“, „Tannhäuser“, „Tristan und Isolde“, „Die Meistersinger von Nürnberg“ und „Parsifal“.

Über das 2010 erstmals erprobte Format einer szenischen Werkstadt des Musiktheaters befand Die WELT begeistert, dies sei „große Oper als rasante Gesangsgala“.

MUSIKALISCHE LEITUNG Siegfried Schwab (Wagner) und Willem Wentzel (Verdi)

REGIE & AUSSTATTUNG Florian-Malte Leibrecht (Wagner) und Dominik Neuner (Verdi)

KOSTÜME (Wagner): Esther Feldkamp

MODERATION Peter Krause

MUSIKALISCHE EINSTUDIERUNG Siegfried Schwab, Chris Squires, Bettina Rohrbeck, Willem Wentzel

MIT Regina Bendinskyte, Linda Joan Berg, Helena Castro Ferreira, Stephanie Christiano, Sheida Damghani, Ernesta Juskaite, Oxana Laryushkina, Keunhyung Lee, Ying Ma, Amelie Meik, Nerita Pokvytyte, Marie Sophie Richter, Timo Rößner, Fie Freja Sandkamm, Karola Sophie Schmid, Ronaldo Steiner, Fakai Tang, Judith Thielsen, Gabriele Vasiliauskaite, Hansung Yoo und Hanna Zumsande

Premiere

Freitag, 15.2.2013 um 19:30 Uhr

Weitere Vorstellung

Sonntag, 17.2.2013 um 16 Uhr (Nachmittagsvorstellung!)

 

Forum der Hochschule für Musik und Theater Hamburg

Eintritt: 16 Euro, Schüler und Studierende ermäßigt 8,50 Euro

Die arabische Nacht (März/April 2013)

Oper von Christian Jost

nach dem Schauspiel von Roland Schimmelpfennig

Hamburger Erstaufführung

 

Was ist Traum, was Wirklichkeit in Christian Josts Oper „Die arabische Nacht“? Erzählt wird die Geschichte von Menschen, die in postmoderner Vereinsamung vor sich hinvegetieren. Irgendwo in einem anonymen Hochhauskomplex gerät in einer schwülen Großstadtnacht die Welt aus den Fugen. Ein Protagonist findet sich in einer Cognacflasche wieder, der andere mitten in der Wüste, der dritte bleibt im Fahrstuhl stecken. Christian Jost: „Roland Schimmelpfennigs Vorlage zu meiner Oper ‚Die arabische Nacht‘ ist für mich ein somnambules Meisterwerk. In leichtem, surrealem Gewand erleben wir Träume und Alpträume fünf einsam-verliebter Städter, die ihren Sehnsüchten freien Raum lassen. Ich musste daraus ein polyphon-swingendes Ensemblewerk komponieren. Um das ‚Verzauberte im Alltäglichen’ auch musikalisch anzudeuten, entschied ich mich für ein geteiltes, aus 18 Musikern bestehendes Orchester. So entsteht eine Art ‚Klangarena’, die ich schon für meine Odyssee für Klarinette und Orchester ‚Heart of Darkness’ verwandt habe.“

Die suggestive Bildgewaltigkeit in Christian Josts Komposition saugt den Zuhörer förmlich ein. Dabei macht sie sich das Essentielle des Wassers zu Eigen: Alles ist ständig im Fluss, die Stimmungen gehen so unvermittelt ineinander über wie die Traumbilder der Figuren. Lässt die Musik die Figuren im einen Moment noch gegen tosende Sandstürme ankämpfen, so kann sie schon im nächsten Moment zart von ihren Seelenregungen erzählen.

So ist das Wasser, selbst wenn es nicht zu sehen ist, für jeden deutlich zu hören. Es ist dabei auch stets ein Sinnbild für die im tristen Alltag außer Sicht geratenen Sehnsüchte der Figuren. Aus dem arabischen Traum wird auf diese Art schnell ein Alptraum, aus dem nur das Aufwachen erlösen kann. Doch das ist für Menschen, die schon seit langer Zeit nur noch geträumt haben, gar nicht so einfach.

MUSIKALISCHE LEITUNG David Niemann

INSZENIERUNG Stephan Krautwald

BÜHNE Monika Diensthuber

KOSTÜME Annika Lohmann

MIT Max Börner, Britta Glaser, Svenja Liebrecht, Emily Lorini, Lisa Pauline Petersen, Andreas Preuß, August Schram, Yuanyuan Wang

Premieren

A-Premiere am Donnerstag, 21.3.2013 um 19:30 Uhr

B-Premiere am Dienstag, 26.3.2013 um 19:30 Uhr

Weitere Vorstellungen

Donnerstag, 28.3.2013 um 19:30 Uhr

Samstag, 6.4.2013 um 19:30 Uhr

Samstag, 13.4.2013 um 19:30 Uhr

Sonntag, 14.4.2013 um 16 Uhr

 

Forum der Hochschule für Musik und Theater Hamburg

Eintritt: 16 Euro, Schüler und Studierende ermäßigt: 8,50 Euro

Figaros Hochzeit /

Le nozze di Figaro (Juni 2013)

Oper von Wolfgang Amadeus Mozart

 

Kurz vor der Hochzeit des Figaro mit der Kammerdienerin Susanna stellt Graf Almaviva, Vertreter des skrupellosen Adels, seiner Angestellten nach, um das gerade erst eigens abgeschaffte feudale „Recht der ersten Nacht“ (ius primae noctis) noch ein letztes Mal auszunutzen. Doch durch eine gemeinsame List des Dienerpaares und der von ihrem Mann verschmähten Gräfin wird das durchtriebene Vorhaben des Grafen vereitelt. Nach unzähligen Verwicklungen, Versteck- und Verkleidungsaktionen finden zum Schluss nicht nur die Paare zueinander…

Das Libretto von Lorenzo da Ponte basiert auf dem wegen seiner revolutionären Sprengkraft skandalisierten Theaterstück Beaumarchais‘ „La folle journée ou Le mariage de Figaro“, und attackiert schonungslos das Ancien Régime, indem es gesellschaftskritisch die perfide Doppelmoral des Adels entlarvt. Mozarts „Figaro“ ist weniger aggressiv als Beaumarchais‘ Komödie, dafür jedoch auf noch umfassendere Weise von der Idee der Aufklärung durchdrungen: Die durch die aufklärerische Freiheit erst ermöglichte Spontaneität  bildet sowohl ein inhaltliches als auch ein musikalisches Leitmotiv:  Die Oper ist von sprühendem Witz, plötzlichen Wendungen und wechselnden Figurenkonstellationen geprägt.

Die veralteten Denkmuster der Unterscheidung in Stände werden aufgesprengt, stattdessen stehen sich gleichberechtigte Individuen gegenüber, die aus verschiedensten Motiven gegen- und miteinander Intrigen schmieden. Die lebendige Figurenzeichnung zeugt von der hohen Menschenkenntnis Mozarts und da Pontes. Die beißende Gesellschaftskritik und die zeitlosen sozialen Konflikte bewahren Mozarts „Figaro“ seine Aktualität und stetige Beliebtheit.

Auf der Forumsbühne sind die exzellenten Sängerinnen und Sänger der Opernklasse zu erleben, die in der Inszenierung von Regieprofessor Wolfgang Ansel ihren Master-Abschluss machen.

Über die Produktion und den „sängerischen Spitzenjahrgang“ schreibt Die WELT: „Für seine Inszenierung hat Wolfgang Ansel, unterstützt von Peter Konwitschnys Dramaturgin Bettina Bartz, dem Bühnenbildner Marc Weeger und der Kostümbildnerin Ricarda Lutz, das Revolutionsstück in die Gegenwart übertragen. So wählte das Regieteam das Umfeld eines Modebetriebs, um das Verhältnis der Geschlechter thematisch in den Mittelpunkt zu stellen und die Beziehungen der Figuren psychologisch zu vertiefen. In Wolfgang Ansels Inszenierung ist es die Gräfin Almaviva, die - ihrem triebgesteuerten Mann weit überlegen - zur treibenden Kraft und heimlichem Kopf der Firma wird.“

Im Hamburger Abendblatt ist diese begeisterte Rezension zu lesen: "Was in den nächsten Wochen in dem Haus am Harvestehuder Weg zu erleben ist, ist freches, schwungvolles Musiktheater auf der Höhe der Zeit. Vom ersten Takt der Ouvertüre an macht Willem Wentzel am Dirigentenpult das Tempo klar, das den gesamten Abend prägen wird, und die Hamburger Symphoniker folgen ihm erfreulich aufmerksam und präzise. Derweil bringt sich auf der Bühne das Personal für die kommenden Turbulenzen in Stellung. Marc Weeger hat für die Handlung einen frühlingsblatt-neongrünen Kasten erdacht, der dank weniger Requisiten mühelos vom Kaufhausentree zum Penthouse-Spa-Bereich oder zum unterkühlten Boudoir mutiert. Passend dazu hat Ricarda Lutz die Bediensteten in Büroschick statt in Rokokokrägen gesteckt. Doch gerade im Kontrast zu dieser Hochglanzbildwelt tritt hervor, wie existenziell die Themen sind, die Mozart und sein Librettist Lorenzo da Ponte verhandeln. Bei allem slapstickartigen Drive haben sie sich keine leeren Witzchen ausgedacht. Es ist ihren Figuren ernst. Selbst der Graf, in hautenger Hose und Leopardenjackett der Inbegriff des Verführers, ist in seinen Gefühlen immer wieder verunsichert. (…) Ansels Regie sprüht vor Einfällen wie diesem, und sie trifft auf ein dankbares Team. Die Spielfreude der Darsteller ist schlicht ansteckend. Die beiden Aufzugtüren in der Rückwand sind fast ununterbrochen in Benutzung; es ist ein ständiges Hereinstürzen, -schleichen oder -taumeln. (…) Zu dieser differenzierten Sicht passt es, dass Ansel auf den Griff in die Klamottenkiste des Regietheaters verzichtet und dem Publikum mündliche Liebesdienste und ähnlich vergilbte Provokationen erspart. Es geht zwar im 'Figaro' auf den ersten Blick nur um das eine. Aber auf den zweiten um sehr viel mehr."

MUSIKALISCHE LEITUNG Willem Wentzel

REGIE Wolfgang Ansel

BÜHNE Marc Weeger

KOSTÜME Ricarda Lutz

DRAMATURGIE Bettina Bartz / Anja Oeck

MIT den Sängerinnen und Sängern der Opernklasse: Helena Castro Ferreira, Sheida Damghani, Eero-Veikko Häkkilä, Ernesta Juskaite, Christin Kullmann, Keunhyung Lee, Hyung Woo Lee (a.G.), Tim Maas, Amelie Meik, Rainer Mesecke, Nerita Pokvytyte, Timo Rößner, Till Schulze (a.G.), Ronaldo Steiner, Fakai Tang, Judith Thielsen, Gabriele Vasiliauskaite, Christina Wenzel, Hansung Yoo und Hanna Zumsande

ES SPIELEN die Hamburger Symphoniker

Premieren

A-Premiere am Sonntag, 2.6.2013 um 18 Uhr

B-Premiere am Dienstag, 4.6.2013 um 19 Uhr

Weitere Vorstellungen

Freitag, 7.6.2013 um 19 Uhr

Sonntag, 9.6.2013 um 18 Uhr

Montag, 17.6.2013 um 19 Uhr

Freitag, 21.6.2013 um 19 Uhr

Samstag, 22.6.2013 um 19 Uhr

Montag, 24.6.2013 um 19 Uhr

Geschlossene Vorstellung am Samstag, 15.6.2013

 

Forum der Hochschule für Musik und Theater Hamburg

Eintritt: 20 Euro, Schüler und Studierende ermäßigt: 10 Euro