ZM4: Das Zentrum für Mikrotonale Musik und Multimedia

Mit dem Masterstudiengang Multimediale Komposition wurde im Jahr 2004 ein neues Ausbildungsangebot an der HfMT Hamburg etabliert, das sich explizit der Rolle neuer Technologien in den performativen Künsten des 21. Jahrhunderts widmet. Es wurde 2010 in das Zentrum für Mikrotonale Musik und Multimedia eingebettet und ist der Dreh- und Angelpunkt innovativer Entwicklungen der Hochschule, die sich in zahlreichen Aktivitäten von öffentlichkeitswirksamen Abschlussprojekten bis hin zu Software- und Instrumenten-Entwicklungen manifestieren.

Teilprojekt 1: Im Rahmen eines Umsetzungsprojektes soll eine von der HfMT entwickelte Software zur Anwendung gebracht werden, die die synchrone Darstellung von Notationen auf vernetzten Computern und Handheld-Devices ermöglicht. Beispielsweise sollen bei dem Projekt Musiker entlang der zwei Röhren des Alten Elbtunnels postiert werden und per Notation auf Smartphones und Tablets komponierte oder in Echtzeit generierte Musik ausführen, die auf die Geometrie und Akustik des Tunnels Bezug nehmen. Diese Maßnahme soll dem Hamburger Publikum in spektakulärer Weise die wirkungsvolle Verbindung von Musik und vernetzten Systemen vor Augen führen und weitere Projekte dieser Art anregen. Das betreffende Programm MaxScore ist eine an der HfMT entwickelte Software für die Notation von Musik in Echtzeit. Die Erstellung eine umfangreicher Dokumentation in Form eines englischsprachigen Manuals und von Videoclips ist von Nöten.

Teilprojekt 2: In den Jahren 2015-2017 fand ein durch die Claussen-Simon-Stiftung ausgezeichnetes interdisziplinäres Projekt zwischen den Multimedia- und Musiktherapie-Abteilungen der HfMT sowie der Systematischen Musikwissenschaft der Universität Hamburg statt, mit dem Ziel, die akustische Umgebung in Krankenhauswartezimmern zu verbessern. Es ist beabsichtigt, aus den eingesetzten Komponenten ein Produkt zu entwickeln, das auch von anderen Institutionen im Gesundheitssektor genutzt werden kann. Kern ist die an der HfMT entwickelte probabilistische Software DJster zur Generierung von Klängen in Echtzeit, die mit dedizierter Hardware gebündelt werden soll.

Teilprojekt 3: Die HfMT Hamburg hat die Entwicklung von kommerziellen akustischen Instrumenten für die in Hamburg durch Heinz Bohlen entdeckte Bohlen-Pierce-Skala angestoßen (insbesondere die ersten Bohlen-Pierce-Klarinetten). 2010 wurde von Prof. Dr. Georg Hajdu zu diesem Thema ein Bohlen-Pierce-Symposium in Boston organisiert. Seit 2008 existiert ein besonderes Ensemble, das in regelmäßigen Abständen Konzerte gibt. Neben den bereits existierenden Bohlen-Pierce-Klarinetten in zwei Größen fehlt noch ein tiefes Instrument, dessen Bau gefördert werden soll.

Teilprojekt 4: Die für das Wellenfeldsynthese-Lautsprechersystem komponierten (und derzeit nur einem kleinen Hörerkreis zugänglichen) Raumklangkompositionen sollen auf das einzurichtende Mehrkanalsystem im Forum angepasst werden, um diese Produktionen einem größeren Hörerkreis in vergleichbarer Qualität zugänglich zu machen. Dazu ist die Entwicklung von Software notwendig, die die Portierung von 3D Audio-Produktionen der HfMT auf die Meyer Sound Constellation-Anlage erlaubt.

Strategisches Ziel

Anwendung selbst entwickelter vernetzter Soft- und Hardware (MaxScore und Netzwerktechnologie) im Rahmen von Vorbereitungsprojekten und Konzerten an öffentlichen Orten in Hamburg (Alter Elbtunnel u.a.).

Entwicklung von Software- und Hardwarebündeln für das Healing Soundscape, dabei insbesondere die Entwicklung einer Anleitung zur DIY-Installation für Institutionen im Gesundheitssektor. Im Rahmen des Projekts soll zudem die Kommerzialisierung des Produkts mit geeigneten Partnern geprüft werden, eventuell auch als Ausgründung.

Bau eines neuen Instruments für die Bohlen-Pierce-Klarinetten-Familie sowie Dissemination von Projektergebnissen im Rahmen von öffentlichen Konzerten unter Vermittlungsaspekten sowie Publikation auf Online-Plattformen. Entwicklung von geeigneter Software zur Visualisierung und Notation von Musik mit „non-standard” Instrumenten.

Durchführende

Prof. Dr. Georg Hajdu (Leitung), wissenschaftliche Mitarbeiter, 200 Musikerinnen und Musiker, Technisches Personal, Technical Manual Writer, Medienspezialistinnen, Stephen Fox (Instrumentenbau), Bohlen-Pierce-Ensemble, verschiedene Komponisten.

Kontakt

Prof. Dr. George Hajdu
Projektleitung ZM4
Telefon: +49 151 20508190
E-Mail: georg.hajdu[at]hfmt-hamburg.de