Yiran Zhao Zuschnitt

"Minimalistisches Schwarzweiß"

Künstlerischer Erfolg für HfMT-Promovendin

vom 23.01.2021

Trotz Corona-Krise: Das Jahr 2021 dürfte für die aus China stammende Komponistin Yiran Zhao ein ausgesprochen erfolgreiches werden. Die Promovendin aus der Kompositionsklasse von Prof. Gordon Kampe kann sich über ein „Double“ freuen.

Dazu zählt aktuell der Gewinn eines Produktionspreises bei „NoOperas“, einem international renommierten Projekt, in dem drei Theater für jeweils drei Spielzeiten einen Verbund bilden. Abwechselnd stellen die Häuser hierbei Erst- und Nachfolge-Produktionsstätten. Der feXm, getragen von NRW KULTURsekretariat und Kunststiftung NRW, leistet dafür eine eigene dramaturgische Betreuung, organisatorische Unterstützung und Öffentlichkeitsarbeit und tritt so gleichzeitig als Förderinstitution wie auch als Koproduzent der am Verbund beteiligten Theater auf.

Des weiteren erscheint in diesem Jahr Yiran Zhaos bei dem Label WERGO erscheinende erste Porträt CD, die sie mit dem Ensemble Recherche produziert hat.

Künstletische Vita
Die Composer-Performerin Yiran Zhao vergrößert und verstärkt akustische Nuancen, subtile Bewegungsstrukturen sowie kleine physische Gesten mit medialen Mitteln, um sie auf diese Weise überhaupt erst wahrnehmbar zu machen.
Minimalistisches Schwarzweiß – ein gemeinsamer Nenner von Yiran Zhaos Musik- und Performancearbeiten: Diese ästhetische Kategorisierung bezieht sich auf die für Zhaos Schaffen prägnante Visualität, wenn ihre Musik ins Mediale, Körperliche und Gestische ausgreift.
Sie beschreibt aber ebenso die klanglichen Dimensionen, denn ihre Kompositionen sind oftmals auf reduziertes (Klang-)Material konzentriert, strukturell transparent und leise – also alles andere als poppig, bunt und aufdringlich.
Dabei steht sie auch selbst als Performerin auf der Bühne und macht auf diese Weise auch ihren eigenen Körper zum kompositorischen Material, fragmentiert und mikroskopiert ihn mittels Kontaktmikrofonen oder Video-Nahaufnahmen.
Körperteile wie Wimpern, Köpfe oder Hände erfahren durch die audiovisuelle Vergrößerung gleichzeitig eine Abstraktion, weil durch Projektionen, Licht und Schatten ihre Konturen und Formen herausgearbeitet werden: dann wirken Zhaos Bewegungspartituren schematisch und formalistisch, ohne aber die körperliche Präsenz und Sinnlichkeit der Performenden aufzugeben.

_Wer sich eingehender mit derKünstlerin beschäftigen will: Der Sender Deutschlandfunk Kultur hat ein einstündiges Portait Link von Yiran Zhao produziert_