Alexander Schubert neu

Hohe Auszeichnung für HfMT-Professor

Alexander Schubert, der bis 2010 bei Georg Hajdu und Manfred Stahnke Multimediale Komposition an der HfMT studierte, hat die renommierte Goldene Nica der Ars Electronica in der Kategorie Digital Music and Sound Art gewonnen

vom 16.06.2021

Alexander Schubert hat an der HfMT im Dr. sc. mus. promoviert und hat hier seit 3 Jahren eine Vertretungsprofessur inne.

Aus der Begründung der Jury für die Vergabe der Auszeichnung:
„Die Arbeit Convergence von Alexander Schubert besteht aus einer komplexen Versuchsanordnung, in der eine Computerstimme die Instrumentalisten auffordert, bestimmte Tätigkeiten auszuführen, um sie zu scannen. Durch den Prozess des Scannens entsteht eine digital parametrisierte Repräsentation der Person und ihrer Aktivitäten im Computer, die einerseits nur ein Teil der Realität ist, andererseits manipuliert und zu einer neuen Repräsentation zusammengesetzt werden kann. (…) Die konsequente Ästhetik, die dramaturgische Kraft, das gewählte Konzept und die gekonnte Integration aller technischen und ästhetischen Mittel führten die Jury zu der Entscheidung, die Goldene Nica in der Kategorie Digital Musics & Sound Art des Prix Ars Electronica 2021 an Alexander Schuberts Arbeit Convergence zu vergeben."

Die Ars Electronica ist ein Festival zur Präsentation und Förderung von Kunst in enger Verbindung mit (digitaler) Technik und gesellschaftlichen Fragestellungen, das alljährlich in Linz (Oberösterreich) stattfindet. Veranstalter ist die Ars Electronica Linz GmbH, ein österreichisches Kultur-, Bildungs- und Wissenschaftsinstitut, das im Bereich der neuen Medienkunst tätig ist und 1979 in Linz gegründet wurde. Sie hat ihren Sitz im Ars Electronica Center, welches das Museum der Zukunft beherbergt, in der Stadt Linz. Im Mittelpunkt der Aktivitäten von Ars Electronica stehen die Wechselwirkungen zwischen Kunst, Technologie und Gesellschaft.

Vita
Alexander Schubert, geboren 1979 in Bremen, studierte in Leipzig Informatik und Kognitionswissenschaften. Parallel dazu war er als Musiker und Komponist in verschiedenen Kontexten tätig. Nachdem er ein Jahr am ZKM in Karlsruhe am Institut für Musik und Akustik gearbeitet hatte, studierte er bis 2010 bei Georg Hajdu und Manfred Stahnke Multimediale Komposition an der Hochschule für Musik und Theater in Hamburg. Seitdem ist er Doktorand im Themenfeld sensorgestützter elektroakustischer Performance, unterrichtet an der Musikhochschule Lübeck und ist als freischaffender Komponist tätig.
Grundsätzlich beschäftigt er sich genreübergreifend mit der Schnittstelle akustischer und elektronischer Musik. Formal notierte Live-Elektronik-Kompositionen und Tonbandwerke gehören genauso zu seinem Arbeitsfeld wie der Entwurf von Software-Setups und sensorbasierte Erweiterung von Instrumenten für eine intuitive Bedienung im improvisierten Kontext (z.B. „Weapon of Choice“). Ein anhaltender Schwerpunkt ist die Kombination von improvisierter und notierter Musik – sowohl auf struktureller wie auf ästhetischer Ebene (z.B. „Superimpose-Zyklus“). Diverse Werke weisen multimediale und grafische Elemente auf – zum Beispiel bei Stücken für Solisten und Live-Video (z.B. „Laplace Tiger“) und bei interaktiven Installationen (z.B. „Some forgotten Patterns“).

Neben seiner Tätigkeit als Komponist ist er als Improvisator in verschiedenen Ensembles tätig, wie z.B. dem elektroakustischen Free Jazz Quartett „Emder“. Schubert hat zu zahlreichen szenischen Projekten als Musiker, Komponist und Programmierer beigetragen (z.B. für Wiener Festspielwochen, Berliner Staatsoper, MDR, SWR). Alexander Schubert betreibt das Ahornfelder-Label für experimentelle Audio- und Buchveröffentlichungen.
Am ZKM in Karlsruhe war er 2008 als Gastkünstler eingeladen. 2009 wurde er mit dem Bourses Residenzpreis ausgezeichnet und war Preisträger des internationalen JTTP Wettbewerbs und erhielt ein ICMC Stipendium in Montreal. 2010 ist er Residenzkünstler an der University of Birmingham und Stipendiat der Darmstädter Ferienkurse. Kompositionsaufträge erhielt er unter anderem vom Internationalen Musikinstitut Darmstadt, dem NDR / Ensemble Resonanz, IRCAM Paris und dem Ensemble Intégrales. Aufgeführt wurden seine Werke unter anderem von Ictus Ensemble, Nadar Ensemble, Ensemble Intégrales, Ensemble Mosaik, Barbara Lüneburg, John Eckhardt und dem Decoder Ensemble. Seine Werke wurden in über 20 Ländern aufgeführt, darunter: IRCAM Paris, NIME Sydney, ICMC, ZKM Karlsruhe, Darmstädter Ferienkurse, Steinhart School New York, Essl Museum Wien, Deutschlandfunk Köln, SMC Porto, MDR, Wiener Festwochen, Komponistenforum Mittersill, TU Berlin, Kunsthalle Hamburg, Akousma Montreal, Klangwerktage Hamburg, EMM Kansas, ARD Hörspieltage, Ljubljana, USA, England, Spanien, Tunesien.