Körper, im Plural: Zeitgenössischer Tanz und Körper, im Plural: zeitgenössischer Tanz, Performance zwischen Ästhetik, Ethik und Politik.

  • Dozent: N.N.
  • Semester: Wintersemester 2019/2020
  • Termin: Di 29.10 11.30 - 15.30 Fr 8.11. 10.00 - 14 Di 26.11. 11.30 - 15.00 Fr 29.11. 10.00 - 14 Fr 13.12. 10.00 - 14
  • Raum: HB Seminarraum 2
  • Dauer: 2 Semesterwochenstunden
  • Inhalt: Nicht erst im Kontext jüngerer ziviler Protest- und Versammlungskulturen, dem veränderten Einsatz von Körpern in Grenz- und Kriegskonflikten, oder auch in der Kunst verstärkt geführten Debatten um Inklusion und Beteiligung haben Körper erneut an Aufmerksamkeit erhalten. Dabei ist neben gesellschafts-politischen Fragen auch eine ethische Dimension angesprochen, wenn in der Beziehungsaufnahme und Interaktion von Körper die Grundlagen unseres Zusammen-Seins und Zusammen-Lebens immer wieder neu verhandelt werden. Das Seminar nimmt ausgewählte Arbeiten aus dem Feld Performance und zeitgenössischer Tanz zum Ausgangspunkt um die hier adressierten Schnittstellen von Ästhetik, Ethik, und Politik aus der Perspektive des Körpers zu bearbeiten. Auf der Grundlage der dramaturgischen Analyse künstlerischer Fallbeispiele und in Dialog mit Texten aus Körpertheorie, Bewegungsforschung, Performance Studies und Philosophie geht es darum zu fragen: Wie kann künstlerische Praxis gesellschaftspolitische Prozesse und Themen erfahrbar machen? Wie kann anhand von körper- und bewegungsbasierten Strategien in Tanz und Performance gezeigt werden, dass Vorstellungen von u.a. Identität, Un/Gleichheit oder Teilhabe nicht ‚gegeben‘, sondern zu einem gewissen Grad durch performative, sinnliche, choreographische und affektive Strategien und Elemente hergestellt sind? Und wo liegt unsere Verantwortung als Künstler*innen, als Autor*innen und Dramaturg*innen in diesem Prozess? Im Seminar wird inhaltlich und methodisch-praktisch an einem Dramaturgie-Begriff gearbeitet, der nicht primär vermeintlich stabile, nachvollzieh- oder nachahmbare Systeme, Gesten oder Bewegungsmuster meint. Vielmehr geht es darum, Dramaturgie als eine konzeptuelle Herangehensweise und eine Praxis des Problem-Stellens zu begreifen, die es uns erlaubt, parallele, koexistente und kontingente physische, intellektuelle, politische, soziale, und andere Bewegungen miteinander in Verbindung zu bringen.
  • Credits: 3 Creditpoints
  • Bemerkung: Leitung: Prof. Dr. Sandra Noeth
  • Module: Dr-Th, Promo_Modul