Adorno und die musikalische Analyse – Werk, Gesellschaft, Digitalisierung

  • Dozenten: Benjamin Sprick , Prof. Dr. Jan Philipp Sprick
  • Termin: Montags, 12:15–13:45 Uhr, Beginn 11.10.21
  • Raum: Fanny Hensel Saal
  • Dauer: 1.5 Semesterwochenstunden
  • Inhalt: Während sich aktuelle Musikästhetiken vor allem mit Aspekten musikalischer Erfahrung befassen, ist die Musikphilosophie Theodor W. Adornos dezidiert als Werkästhetik angelegt: Sie fragt nach der kompositorischen Verfassung musikalischer Kunstwerke, um sie als Ausdruck gesellschaftlicher Verhältnisse zu interpretieren. Der musikalischen Analyse kommt in diesem Zusammenhang eine zentrale Stellung zu. Sie ist bei Adorno sowohl Reflexionsmedium als auch Vollzugsform einer ihr übergeordneten Gesellschaftskritik, die ihre Motivation aus den zu untersuchenden Werken gewinnt.
    Das Seminar fragt nach der Aktualität eines derartigen Vorhabens. Es versucht, bestehende Analysen Adornos mit zeitgenössischen Analysemethoden abzugleichen, um sie aufeinander zuzubewegen. Ins Zentrum rückt dabei unter anderem die Frage, auf welche Weise sich ›Werk‹ und ›Aufführung‹, ›Notentext‹ und ›Interpretation‹ im Zeitalter digitaler Reproduktionstechnologien überhaupt noch sinnvoll voneinander unterscheiden lassen.
  • Credits: 2 Creditpoints
  • Bemerkung: Ein Reader mit Texten und ausgewählten Musikbeispielen wird zu Beginn des Seminars zur Verfügung gestellt. Im Rahmen des Seminars wird am 29.11.21 ein eintägiger Workshop mit der Philosophin Dr. Iris Dankemeyer (Kunsthochschule Halle) stattfinden, der ihrer jüngsten Veröffentlichung »Die Erotik des Ohrs. Musikalische Erfahrung und Emanzipation nach Adorno« (Edition Tiamat, 2020) gewidmet ist.
  • Module: Mth-1-Instr-MM, W-frei, W-LA