Vom Wert der Bilder: Aufbruch, Kapital, Neubewertung

  • Dozenten: Florian Britsch , Ulrich Rüter, M.A.
  • Semester: Sommersemester 2022
  • Termin: Dienstags 16-18 Uhr
    Beginn: 12.4.
  • Raum: ausserhalb
  • Dauer: 2 Semesterwochenstunden
  • Inhalt: Aktuelle Ausstellungen in Hamburg (Seminar vor Originalen)

    Die letzten dreißig Jahre haben mehr Bilder hervorgebracht als die gesamte Geschichte der Menschheit zuvor. Insbesondere Fotografien und Videos zirkulieren und migrieren über geografische, kulturelle und soziale Grenzen hinweg, sodass Bilder inzwischen geradezu als „Leitwährung“ in der globalen Auseinandersetzung um individuelle wie politische Identität, Hierarchie und Emanzipation angesehen werden können. Diesen kaum zu überschätzenden „Wert“ des Bildes untersuchen ab Mai 2022 die unterschiedlichen Ausstellungen der 8. Hamburger Triennale der Photographie, die unter dem Motto „Currency“ („Währung“) steht. Ihr Besuch bildet den Schwerpunkt unseres Seminars. Rückblickend vermag die Auseinandersetzung mit der gegenwärtigen Dominanz des Bildes aber auch unseren Blick auf die kulturelle wie politische Funktion von Bildern vergangener Zeiten zu schärfen. Exemplarisch zeigt dies die Ernst-Wilhelm-Nay-Retrospektive in der Hamburger Kunsthalle, die wir zum Auftakt des Semesters besuchen. Nays Werke, heute aus dem Bewusstsein der Öffentlichkeit weitgehend verschwunden, gelten als Inbegriff der Nachkriegsjahrzehnte und ihr Schöpfer als Leitfigur der abstrakten Malerei in Europa, der in den 1950er- und 1960er-Jahren die Aufgabe zukam, über den Zivilisationsbruch des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs hinweg zum Aufbruch in eine moderne demokratische Gesellschaft „westlicher“ Prägung beizutragen.
  • Credits: 3 Creditpoints
  • Module: Dr-W, W-1