Bach, Die Kunst der Fuge

  • Dozent: Prof. Volkhardt Preuss
  • Semester: Sommersemester 2022
  • Termin: Freitags, 9.30-11.00, Beginn 8.4. 2022
  • Raum: BP 13 (Seminarraum Schulmusik)
  • Dauer: 1.5 Semesterwochenstunden
  • Inhalt: Die Kunst der Fuge ist weit mehr als eine Enzyklopädie beispielhafter Lehrkompositionen. Sie verbeugt sich vor der Kunst der Alten Meister und weist Bach als Renaissance-Menschen aus, der gewissermaßen in das falsche Jahrhundert hineingeboren wurde und Ficino oder Leonardo näher steht als seinen barocken Zeitgenossen. Gleichzeitig aber ist das Werk von einer bemerkenswerten Modernität. Das jedoch nicht im Sinne des „Neuen Gusto“, dem es sich energisch widersetzt, sondern indem es weit ins 19. und 20. Jhd. hineinstrahlt.
    Die Kunst der Fuge wird gespeist von der Idee des Spiegels. Dieser ist stark mit dem Affekt der Trauer und der „schwarzen Galle“ der Melancholie verbunden. Indem der konstruktive Verstand Bachs die Komplexität des Spiegels bis an die Grenzen des Möglichen treibt, liefert er sich diesem Gemütszustand vollständig aus. Um das zu verstehen, werden wir Buxtehudes Choralbeabeitungen „Mit Fried und Freud ich fahr dahin“ heranziehen: vollständige strenge Spiegelungen als Trauermusik für seinen verstorbenen Vater, die er „Contrapunctus“ nennt, so wie auch Bach seine Fugen nennen wird. – Ist also die Kunst der Fuge ein großer, kontrapunktischer Trauergesang?
  • Credits: 2.5 Creditpoints
  • Module: Mth-MW-1, Mth-MW-2, Mth-Mw-3-Instr, W-frei