Grafik.Kolloquium

Kolloquium Musiktheorie

"Sonus ist nicht Musica". Der Klangbegriff bei Mattheson und Rameau in historischer Perspektive

Roberta Vidic (Hochschule für Musik und Theater Hamburg)

Montag 11.02.2019 18:00
HfMT, Fanny Hensel-Saal

In der neuen Vortragsreihe »Kolloquium Musiktheorie« präsentieren Mitglieder der HfMT Hamburg und externe Gäste ihre aktuelle musiktheoretische Forschung. Die Veranstaltungen richten sich ausdrücklich nicht nur an Musiktheoretiker*innen, sondern an alle Interessierten. Nach den Vorträgen gibt es die Möglichkeit zur Diskussion.

Am 11. Februar:

Ein übermäßiger Einklang? Theoretisch unmöglich. Eine nur leicht temperierte Konsonanz? Zumindest auf dem Papier extrem dissonant. Eine Gleichsetzung von B- und Kreuz-Stufen? Weiterhin eine rechnerische Herausforderung. Aus heutiger Sicht ist kaum vorstellbar, aus welchen Gründen der Hamburger Musiktheoretiker Johann Mattheson sich 1735 und 1739 so schwertut, eine mögliche Verwendung für die Tonverbindung c–cis zu finden, und diese vor allem als Intervall zu benennen. Seine Beispiele der »allerkleinsten Sekunde«, die er in Polemik gegen die Franzosen Jean-Philippe Rameau und Sébastian de Brossard einführt, bedürfen einer historischen Kontextualisierung im Rahmen der musikalischen und physikalischen Akustik.

Der Vortrag dient als Vorbereitung zum International »Music and Sciences« Symposium am Musicology Departement der Istanbul Technical University, Turkish Music State Conservatory (Istanbul, 17.–19.4.2019), an dem namhafte Fachvertreter wie Thomas Christensen (Chicago) und Ian Cross (Cambridge) als Keynote Speaker teilnehmen werden.

Eintritt frei