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Film - Musik - Gender

Ringveranstaltung in der Reihe "Mensch | Musik | Gender 2019/20"

Walzer und Film, Prof. em. Dr. Hans Jürgen Wulff (Westerkappeln)

Dienstag 05.11.2019 18:00
HfMT, Mendelssohn-Saal

Walzer im Film?
Wer denkt da nicht an Sissi, kakanische Feste oder an den Opernball! Doch lohnt der tiefere Blick. Auf den Walzer selbst, der wie kein anderer Tanz die Körpererfahrung der Moderne prägte. Auf die vielen Ausprägungen, die er erfuhr, ein internationales Tanz-Erfolgsformat. Und natürlich auf die Bedeutungen, die der Walzer in den Geschichten hatte, in denen er getanzt wird oder in denen er die filmmusikalische Folie des Geschehens war. Der Vortrag wird in Beispielen dem Ausdrucksreichtum, den der Walzer im Lauf der Filmgeschichte hatte, nachspüren.

Hans J. Wulff, Dr., Professor a.D. für Medienwissenschaft an der Christian-Albrechts-Universität Kiel; Promotion zur Geschichte der Psychiatrie im Film, Habilitation zu einer Texttheorie des Films. Zahlreiche Veröffentlichungen zur Film- und Fernsehtheorie, zu filmischen Motiven, zur Bildtheorie des Films und zur Filmmusikforschung. Hrsg. des "Lexikons der Filmbegriffe" (online: http://filmlexikon.uni-kiel.de).
Homepage: www.derwulff.de.


Filmsound - Musik, Geräusch, Stille - ist an Körper- und Geschlechterkonstruktionen im Film genuin beteiligt: Welche Bilder von Männlichkeit und Weiblichkeit vermittelt werden, auf wen sich das Begehren richtet und wie eine bestimmte Emotion konnotiert ist, lässt sich zumeist unmittelbar am Klang erkennen. Dabei wurde und wird häufig auf Konventionen und Klischees aus dem 19. Jahrhundert zurückgegriffen, nicht nur durch eine bestimmte Thematik und Motivik, sondern auch jeweils durch eine spezifische Instrumentation.
Dies wussten Regisseure wie Alfred Hitchcock, Federico Fellini und Peter Greenaway; Filmkomponist*innen wie das Ehepaar Bebe und Louis Barron, Rachel Portman, Bernard Herrmann oder Michael Nyman gingen virtuos mit diesen Möglichkeiten um. Die Ringvorlesung lotet aus verschiedenen Perspektiven aus, wie Musik im Film an der Konstruktion und Infragestellung von Körper- und Geschlechteridentitäten mitwirkt.

Eintritt frei

Koordination:
Prof. Dr. Nina Noeske und Martina Bick, M.A., HfMT Hamburg