Farewell_21_06_24

Abschied als Thema in der Medizin

Interdisziplinäre Ringvorlesung an der Hochschule für Musik und Theater Hamburg

Dr. phil. Asita Bezhadi | Dr. med. Johann Ahn (Charité, Berlin)

Donnerstag 24.06.2021 19:00
Livestream

Ausgehend vom medizinischen Behandlungsauftrag möchten wir Abschiedsmomente und Machbarkeitsmythen im Krankheitsverlauf skizzieren. Die medizinisch-technischen Entwicklungen bieten neue Behandlungsoptionen und verändern Verlaufsprognosen. Am Beispiel der Onkologie fragen wir vor diesem Hintergrund: Welchen Einfluss hat die moderne Krebstherapie auf das Abschiednehmen? Welche Begriffe leiten Abschiede ein (Therapieabbruch, -beendigung, Therapiezieländerung)? Konkret für die Palliativversorgung fragen wir weiter: Was bedeutet der Abschied von einer Heilungsperspektive – für die Erkrankten, für ihre Angehörigen, für die Behandler*innen? Wie wird „Abschied“ in der Medizin kommuniziert? Welche Abschiede sind Tabu und welche haben das Potenzial für neue Entwicklungen?

Asita Bezhadi ist Diplom-Psychologin und Psychoonkologin. Seit 2009 arbeitet sie auf der Palliativstation der Medizinischen Klinik mit Schwerpunkt Hämatologie, Onkologie und Tumorimmunologie der Charité Universitätsmedizin Berlin am Campus Virchow-Klinikum. Als wissenschaftliche Mitarbeiterin sind ihre Arbeitsschwerpunkte in Forschung und Lehre: Praxis- und Versorgungsforschung, Qualitative Forschung, multiprofessionelle und interdisziplinäre Zusammenarbeit, psychosoziale Unterstützung schwer und chronisch kranker Menschen und ihrer Angehörigen sowie Krisenarbeit.

Johann Ahn ist Internist, Onkologe und Palliativmediziner. Seit 2019 leitet er oberärztlich die Palliativstation der Charité am Campus Virchow-Klinikum. Die bedürfnisorientierte Integration der Palliativmedizin in Krebsbehandlungsverläufe ist einer seiner Forschungsschwerpunkte.

Eintritt frei

Die Konferenz findet über Zoom statt, Anmeldung für die Zoom-Session per Mail an: verena.mogl@hfmt-hamburg.de
Alternativ wird sie als Livestream auf dem YouTube-Kanal der HfMT übertragen.

Die Ringvorlesung, die von Gordon Kampe und Verena Mogl initiiert
wurde, ist angeschlossen an die akademie kontemporär, die sich vom 29. August bis zum 05. September den vielen Facetten von „Farewell“ im Rahmen eines musikalisch-performativen Projekts widmen wird.
Leiterin der akademie kontemporär ist Verena Mogl, Reinhard Flender, Gordon Kampe und Fredrik Schwenk bilden das Artistic Board. Zur Teilnahme an der akademie kontemporär 2021 konnten sich junge Musiker*innen, Sänger*innen, Komponist*innen und Darsteller*innen bewerben, um gemeinsam mit dem Dozententeam Herbordt/Mohren (Stuttgart) und Mitgliedern des Ensembles LUX:NM (Berlin) verschiedene Projekte zu erarbeiten.
Die akademie kontemporär ist Mitglied im EU-geförderten Kulturnetzwerk ULYSSES und wird unterstützt von der ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius sowie von der Ernst von Siemens Musikstiftung.