Grafik.Intersektional

Musik & Theater intersektional

Multimedia intersektional? Zur Reflexion von Machtstrukturen durch musikalische Performances

Dienstag 25.01.2022 18:00
Zoom

ACHTUNG: aufgrund der aktuellen Lage wird diese Veranstaltung nicht in Präsenz stattfinden und auch nicht auf dem youtube-Kanal der HfMT veröffentlicht, sondern vollständig als Zoom-Koferenz durchgeführt. Der Link finden Sie hier

Vortrag von Dorothea Koch / Meredith Nicoll / Prof. Dr. Nina Noeske (HfMT Hamburg)

Der Musiktheaterbetrieb stellt Sängerinnen und Wissenschaftlerinnen vor besondere Herausforderungen, denn die - schwer definierbare - Vermischung von Stimme, Text und Körper beinhaltet komplexe Machtstrukturen. Oft genug verstellt der Fokus auf das Kunstwerk den Blick auf die beteiligten Personen. Wie aber lassen sich Machtstrukturen durch musikalische Performances reflektieren? Können diese durch neue Performance-Praktiken durchdrungen, hinterfragt und neu definiert werden? Wie kann man als Sängerin damit umgehen, nicht nur in einem Stimmfach, sondern zugleich auch in einem ›Gender‹-Fach entsprechend performen zu müssen? Ist ›empowernde‹ Vokalität in der klassischen Musik überhaupt möglich?
Die Sängerinnen bzw. Wissenschaftlerinnen Dorothea Koch und Meredith Nicoll stellen diesbezügliche Fragen, Versuche und Möglichkeiten in den Raum und kommen anschließend mit Trans-Aktivist und Tenor Holden Madagame ins Gespräch.

übergeordnetes Thema der Ringvorlesung Musik & Theater intersektional:
Realitäten, Visionen, Utopien
Musik intermedial – auf der Bühne, im Theater, im Konzertsaal, im Radio, vom Laptop, als Filmmusik oder aus der Konserve, zentral platziert oder eher marginal – überall unterliegt auch Musik in ihren Herstellungs- und Rezeptionsprozessen diskriminierenden oder aber privilegierenden Strukturen. Und gleichzeitig führt sie diese auch selbst mit herbei …

Die Geschlechterrollen in Musik und Theater werden seit der Zweiten Frauenbewegung Ende der 1970er Jahre vielfältig beforscht, hinterfragt und politisch bewegt. Aber auch die kulturelle, geographische oder nationale Herkunft ist für Musiker:innen, Komponist:innen, Regisseur:innen, Tänzer:innen … und ihr Wirken von Bedeutung – ebenso wie für die Narrative, die sie produzieren oder interpretieren.
Noch differenzierter wird das Bild, wenn soziale Herkunft oder Klassenzugehörigkeiten sowie körperliche Dispositionen einbezogen werden, insbesondere, wenn man die Kategorien intersektional verschränkt betrachtet.

Kunst braucht Freiheit – aber auch Förderung, und beides ist abhängig von Werturteilen innerhalb der herrschenden Strukturen. Folgt man Pierre Bourdieu, dient der sogenannte „gute Geschmack“ neben dem Genuss auch der Einschreibung in einen gesellschaftlichen und sozialen Ort. Kann ein kritischer, intersektionaler Blick Diskriminierungen aufdecken und Repertoires und den Kanon vielfältiger gestalten?

Koordination:
Prof. Dr. Nina Noeske
Martina Bick, M. A.
Awareness-Team der HfMT Hamburg

Eintritt frei

Eine Veranstaltung im Rahmen der Ringveranstaltungsreihe Mensch | Musik | Gender.