Die arabische Nacht

Oper von Christian Jost

nach dem Schauspiel von Roland Schimmelpfennig

Verlorene in der Wüste zwischenmenschlicher Beziehungen sind sie, die Menschen aus Hochhaus C: da ist Lomeier, der Hausmeister, der von den Erinnerungen an seine Frau verfolgt wird. Oder Karpati, der in völliger Isolation dahinsiecht und längst die Hoffnung aufgegeben hat, Kontakt zu einem anderen Menschen zu finden. Und selbst Fatima und Kalil, die scheinbar eine glückliche Beziehung führen, finden nicht so recht zueinander. Den einzigen Fixpunkt bildet da ausgerechnet die erinnerungslose Franziska, die immer nur schläft und somit die optimale Projektionsfläche für alles abgibt, was die anderen nicht mehr in sich selbst finden können.
Dieses Personal hetzt der Berliner Komponist Christian Jost in seiner auf Roland Schimmelpfennig zurückgehenden Oper „Die arabische Nacht“ durch eine Traumlandschaft aus Sehnsucht, Leidenschaft und Verzweiflung. Im Reigen der Bilder ihres Unterbewussten kommen sie dort kaum zur Ruhe - und zueinander schon gleich gar nicht. Denn das zwischenmenschliche Beziehungsgeflecht erweist sich als undurchdringliches Labyrinth. Was eben noch hier war, ist schon längst wieder dort und ob es angesichts dessen überhaupt noch einen Ausweg gibt - das zeigt sich in Stephan Krautwalds (Studiengang Regie Musiktheater) Abschlussinszenierung im Forum der HfMT Hamburg, wenn eine junge Sängerriege nach der Premiere im März noch für zwei letzte Vorstellungen in die Rollen der durch die arabische Nacht Irrenden schlüpft.

Tags: #Orchester, #Oper, #Klassik

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