KUNST SCHAFFT EINEN RAUM ZUR VERÄNDERUNG DER WELT

Die Hochschule für Musik und Theater gehört zu den Erstunterzeichnenden der Hamburger Erklärung der Vielen. Wir zeigen gemeinsam, hamburg- und bundesweit, Haltung für Toleranz, Vielfalt und Respekt.

In den Bereichen Musik und Theater kommen Menschen zusammen. Es geht um ein gemeinsames Erleben und ein Begegnen. Gerade in der Ausbildung ist es wichtig, Räume zu öffnen und sie so zu gestalten, dass jeder dort einen Platz findet.

Die Hochschule bietet täglich Studierenden aus knapp 50 Nationen einen Ort für künstlerische Entwicklung. Diversity und Internationalität gehören hier zum zentralen Selbstverständnis. Wie auch das Leitmotiv der Hochschule Künstlerische Exzellenz in gesellschaftlicher Verantwortung verspricht, gehört ein ständiges Bewusstsein über die Stärke dieses Zusammenkommens und über die Wirkungsmacht von Musik und Theater zur Ausbildung dazu. Im Hinblick auf aktuelle politische Entwicklungen muss diese Kraft genutzt werden und neben gesellschaftlicher Verantwortung auch ein Bewusstsein über die eigene Verortung gegenüber einer zunehmend konservativen-rechten Politisierung der Gesellschaft in den Mittelpunkt rücken. Sich künstlerisch zu bilden heißt auch, sich mit der Welt auseinanderzusetzen und sich zu ihr zu verhalten.

Mit der Erklärung wollen DIE VIELEN e.V. den Zusammenhalt in Kunst und Kultur als Teil der Zivilgesellschaft gegen rechtspopulistische sowie völkisch-nationale Strömungen deutlich artikulieren. Die Kunst- und Kulturschaffenden setzen mit dieser Erklärung ein gesellschaftspolitisches Signal, das in unsere tägliche Praxis eingreift.

In Deutschland stehen wir nicht über den Dingen, sondern auf einem Boden, von dem aus die größten Staatsverbrechen der Menschheitsgeschichte begangen wurden. In diesem Land wurde schon einmal Kunst als entartet diffamiert und Kultur flächendeckend zu Propagandazwecken missbraucht. Millionen Menschen wurden ermordet oder gingen ins Exil, unter ihnen auch viele Kunstschaffende. Als Kulturschaffende in Deutschland tragen wir deshalb eine besondere Verantwortung.

Heute begreifen wir die Kunst- und Kultureinrichtungen als offene Räume, die Vielen gehören. Unsere Gesellschaft ist eine plurale Versammlung. Viele unterschiedliche Interessen treffen aufeinander und finden sich oft im Dazwischen. Demokratie muss täglich neu verhandelt werden – aber immer unter einer Voraussetzung: Es geht um Alle, um jede und jeden Einzelnen als Wesen der vielen Möglichkeiten!

Der rechte Populismus, der die Kultureinrichtungen als Akteure dieser gesellschaftlichen Vision angreift, steht der Kunst der Vielen feindselig gegenüber. Rechte und nationalistische Gruppierungen und Parteien stören Veranstaltungen, wollen in Spielpläne eingreifen, polemisieren gegen die Freiheit der Kunst und arbeiten an einer Renationalisierung der Kultur.

Ihr verächtlicher Umgang mit Menschen auf der Flucht, mit engagierten Kulturschaffenden, mit allen Andersdenkenden verrät, wie sie mit der Gesellschaft umzugehen gedenken, sobald sich die Machtverhältnisse zu ihren Gunsten verändern würden.

Rassismus, Diskriminierung und Ausgrenzung sind Alltag. Die extreme Rechte ist ein Symptom davon. Dieses Bündnis will nicht nur Symptome bekämpfen, sondern in die Tiefe wirken. Wir setzen uns deswegen mit den eigenen Strukturen auseinander und stellen diese zur Verhandlung. Wir müssen die Kunst- und Kulturräume sowie unsere Gesellschaft öffnen, damit wir wirklich Viele werden und bleiben!

Wir als Unterzeichnende der Hamburger Theater, Kunst- und Kultureinrichtungen und ihrer Interessensverbände begegnen diesen Versuchen mit einer klaren Haltung:

• Die unterzeichnenden Kunst- und Kulturinstitutionen führen den offenen, aufklärenden, kritischen Dialog über Strategien, die die Gesellschaft der Vielen angreifen. Sie gestalten diesen Dialog mit Mitwirkenden und dem Publikum in der Überzeugung, dass die beteiligten Häuser den Auftrag haben, unsere Gesellschaft als eine demokratische fortzuentwickeln.

• Wir, die Unterzeichnenden, bieten kein Podium für völkisch-nationalistische Propaganda.

• Wir, die Unterzeichnenden, wehren die illegitimen Versuche der Rechtsnationalen ab, Kulturveranstaltungen für ihre Zwecke zu instrumentalisieren.

• Wir, die Unterzeichnenden, verbinden uns solidarisch mit Menschen, die durch rechte Ideologien immer weiter an den Rand der Gesellschaft gedrängt werden.

Solidarität statt Privilegien. Es geht um Alle. Die Kunst bleibt frei!

DIE VIELEN E.V.

Zum Verein: Die Vielen e.V. ist ein eingetragener, gemeinnütziger Verein. Der Verein wurde im Juni 2017 gegründet. Ziel und gemeinnütziger Zweck ist die Beförderung internationaler Gesinnung, der Toleranz auf allen Gebieten der Kultur und des Völkerverständigungsgedankens* sowie der Förderung der Volksbildung*. (* meint Begriffe im Sinne des Gemeinnützigkeitsrechts)

ES GEHT UM ALLE!

#DIEKUNSTBLEIBTFREI #VIELEGEGENRECHTS #GLÄNZENSTATTAUSGRENZEN

Mit gold-glänzendem Layout, glitzernder Kleidung und allem, was strahlt, wollen die Vielen den dumpfen Hass-Tönen und perfiden kulturellen Umdeutungen der Rechtsnationalen glänzende Happenings entgegensetzen. Das Bild der Rettungsdecke steht für uns hierbei sowohl als ein Zeichen der Hilfe für diejenigen, deren Leben durch Krieg bedroht ist, und das nicht verhandelbare Recht auf Asyl, als auch für das Streben nach einem glänzenden Leben für Alle!

Jetzt als Privatperson unterzeichnen!