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vom 03.04.2018

„Die künstlerische Persönlichkeit muss erkennbar sein“

Georg Hajdu setzt mit seiner Klasse multimediale Akzente

Seit 2002 ist Georg Hajdu als Professor für Multimedia Composition (MMM) an der HfMT tätig. Der 1960 in Göttingen geborene Komponist, Musikwissenschaftler und Forscher genießt durch sein umfangreiches Schaffen, speziell in den Bereichen Multimedia und Mikrotonalität, sowie seine globale Vernetzung höchstes internationales Ansehen.
Derzeit nehmen sieben Studierende an dem von ihm geleiteten MMM-Masterstudiengang teil, eine international wie gendermäßig ausgewogen zusammengesetzte Gruppe: Jan Wegmann, Tsz Him Cheung, Rico Zinn, Taizhi Shao, Dong Zhon, Luong Hue Tsinh und Stefan Troschka. Hinzu kommen Doktoranden, Gasthörer und Studierende aus anderen Fachbereichen, die gleichfalls die MMM-Seminare besuchen, sowie die Studierenden aus dem Kontaktstudiengang Neue Kompositionstechniken, an dem außer der HfMT noch drei weitere europäische Musikhochschulen teilnehmen. „Zählt man alles zusammen, könnte man von einer großen multimedialen Familie sprechen, die sich hier in Hamburg gefunden hat“, freut sich Georg Hajdu. „Das Interesse an dem Masterstudiengang hängt zum Teil mit der gestiegenen Attraktivität Hamburgs als Musikstadt zusammen. Erfreulich ist auch, dass sich viele ehemalige Studierende in Hamburg niedergelassen haben, so dass die Kontakte erhalten bleiben.“

Das Studium ist von Kooperationsdenken geprägt
Die Auswahlkriterien, um zum Masterstudium zugelassen zu werden, sind ebenso anspruchsvoll wie vielseitig. Neben einem Multiple-Choice-Test müssen die Bewerber ein Essay zu einem von ihnen entwickelten Thema einreichen. Eine Bedingung ist die gute bis sehr gute Beherrschung des Englischen, da der Unterricht ausschließlich in dieser Sprache stattfindet. „Entscheidend ist aber letztlich das persönliche Gespräch. Für mich muss die künstlerische Persönlichkeit erkennbar sein, das kreative Potential, Projekte in Eigenregie zu entwickeln, und die Fähigkeit, über Kunst zu reflektieren.“ Wer diese Hürde nimmt, den erwarten, neben einem inhaltlich und thematisch breit gefächerten Studiengang, exzellente berufliche Aussichten, sei es im Konzert-, Theater- oder Medienbetrieb. „Unsere Absolventen müssen dafür in der Lage sein, einen künstlerischen Beitrag zu leisten, der auch die technische Umgebung und Realisation mit einschließt. Sie sollen darüber hinaus ein hohes Maß an Selbstständigkeit erreicht haben, etwa um sich mit Projektanträgen ein berufliches Standbein aufzubauen.“ Die bereits gemachten Erfahrungen mit den MMM-Alumni unterstreichen die optimistische Berufsprognose Hajdus. „Viele haben promoviert und sind als Dozenten oder Professoren in akademischen Bereichen tätig, einige haben sogar internationales Renommee erlangt.“ Was Georg Hajdu besonders wichtig ist, ist die Vernetzung der Studierenden untereinander. „Schon das Studium ist von Kooperationsdenken geprägt. Es gibt eine Vielzahl gemeinsamer Aktivitäten, nicht nur in den Seminaren, sondern auch bei selbst initiierten Wochenendprojekten.“

Projekt erhält 7,5 Millionen Euro Fördergeld
Die Möglichkeiten zukünftiger gemeinsamer Vorhaben haben sich in jüngster Vergangenheit übrigens deutlich erweitert. Stolze 7,5 Millionen Euro an Fördergeldern bekamen Georg Hajdu und sein Assistent Jacob Sello für ihr gemeinsam entwickeltes Projekt Stage_ 2.0 Alsterphilharmonie vom Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des bundesweiten Förderwettbewerbs Innovative Hochschule zugesprochen. „Ein Drittel der Summe kommt der Aufrüstung des Forums mit modernster Ton- und Lichttechnik zugute, für die übrigen zwei Drittel gibt es bereits zahlreiche spannende Projekte.“ Diese reichen unter anderem von einem Multimediaspektakel im St. Pauli-Elbtunnel mit über 200 Musikern über die Entwicklung spezieller Klarinetten bis hin zur Unterstützung des 2012 an der HfMT gegründeten Zentrums für Mikrotonale Musik und Multimedia (ZM4). Durch das gestiegene Budget wurde es auch möglich, ein eigenständiges neues Zentrum für Transferprojekte des Fachbereiches in der Heimhuder Straße einzurichten. Weitere Adressaten der Fördergelder an der HfMT sind die Musikwissenschaft, Elementare Musikpädagogik (EMP) und der Bereich Schulmusik. „Nimmt man dies alles sowie die Möglichkeit zu promovieren zusammen, so darf man schon von einem Alleinstellungsmerkmal sprechen, was unsere Hochschule im Bereich Multimedia auszeichnet. Das macht mich schon ein wenig stolz.“
Quelle: HfMT-Hochschulzeitung „zwoelf“ Nr. 22
Text: Dieter Hellfeuer
Foto: Christina Körte

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