Erfolg für Cultural Leadership

15 Stipendiat:innen aus Hamburger Kulturorganisationen haben das erste Cultural Leadership-Stipendienprogramm in Hamburg erfolgreich absolviert. Bei der feierlichen Zertifikatsübergabe würdigte Kultursenator Dr. Carsten Brosda das Programm als wichtigen Baustein für die Zukunftsfähigkeit der Hamburger Kulturlandschaft. Die nächste Ausschreibung startet in Kürze.
Zehn Monate lang haben sich Menschen mit Führungsverantwortung in Kulturorganisationen wie der Hamburgischen Staatsoper, Kampnagel, den Bücherhallen Hamburg, dem MARKK, dem FUNDUS THEATER, dem Kulturschloss Wandsbek oder Hajusom intensiv mit Fragen zeitgemäßer Führung in Kulturorganisationen auseinandergesetzt. In vier mehrtägigen Präsenzworkshops, sechs kompakten Online- und Präsenz-Sessions sowie selbstorganisierten Lerngruppen haben sie ihre persönliche Haltung im Kontext ihrer Führungsrolle reflektiert und Kompetenzen für die aktive Gestaltung von Veränderungsprozessen entwickelt.
Das Programm wird vom Institut für Kultur- und Medienmanagement der Hochschule für Musik und Theater Hamburg (HfMT) durchgeführt und durch die Behörde für Kultur und Medien Hamburg sowie die Alfred Toepfer Stiftung F.V.S. gefördert. Es ist das erste öffentlich geförderte Qualifizierungsprogramm für Cultural Leadership in Deutschland. 2023/24 wurde das Programm als Pilotprojekt in Nordrhein-Westfalen erstmals erfolgreich realisiert; insgesamt wurden damit bereits 30 Führungskräfte und ihre Organisationen gefördert.
Das Konzept „Cultural Leadership“, auf dem das Programm aufbaut, verbindet zwei Perspektiven: die Frage nach stimmiger Führung in Kulturorganisationen mit der Frage nach der gesellschaftlichen Verantwortung von Kulturorganisationen. „Das Cultural Leadership-Stipendienprogramm liefert kein Rezeptbuch für gute Führung. Wir arbeiten mit den Stipendiat:innen daran, wie sie auch in unplanbaren Situationen mit hoher Unsicherheit handlungsfähig bleiben und Veränderungen gestalten können “, erläutert Programmleiter Prof. Dr. Martin Zierold.
Ausblick: Nächste Ausschreibung startet in Kürze
Aufbauend auf den Erfahrungen der ersten beiden Jahrgänge wird das Cultural Leadership-Stipendienprogramm in Hamburg auch 2026/27 fortgesetzt. Die Ausschreibung für den nächsten Jahrgang wird am 30. März veröffentlicht und ist bis zum 3. Mai für Bewerbungen geöffnet. Das Programm richtet sich weiterhin an Menschen mit erster Führungsverantwortung in Hamburger Kulturorganisationen aus allen Bereichen des öffentlich geförderten Kulturbetriebs.
Alle Informationen zum Programm und zur Bewerbung unter www.leading-culture.de
Zum Auftakt der Bewerbungsphase findet eine digitale Info-Veranstaltung statt:
Montag, 30. März 2026, 13-14 Uhr
Anmeldung per Online-Formular
Mit Informationen zum Programm und zum Ausschreibungsverfahren sowie einem Q&A mit der Programmleitung
Stimmen zum Programmabschluss
Marlene Troidl, Programmmanagement und -entwicklung, Institut für Kultur- und Medienmanagement der HfMT Hamburg:
„Was das Programm neben den Inhalten besonders macht, ist die Kraft des gemeinsamen Lernens: Zu Beginn geben wir Struktur und Orientierung, doch im Verlauf übernehmen die Stipendiat:innen zunehmend Mitverantwortung für die Gestaltung ihrer Lernräume. Zu erleben, wie aus 15 Einzelpersonen eine Gruppe wird, die sich gegenseitig herausfordert und trägt, war auch für uns als Programmteam eine beeindruckende Erfahrung.“
Dr. Andrea Weniger, Stipendiatin und Leitung Bildung & Vermittlung der Hamburger Kunsthalle:
„Am Cultural Leadership-Stipendienprogramm haben mich vor allem Impulse und Lösungsansätze aus Theorie und Praxis sowie der kollegiale Austausch in einem geschützten Rahmen gereizt. Es stellt für mich eine absolute Bereicherung dar, daran teilgenommen und gemeinsam mit der Programmleitung und den Kolleg:innen eine kollektive und persönliche Vision von Cultural Leadership entwickelt zu haben. Als Kulturschaffende fühle ich mich dadurch gestärkt, inspiriert und motiviert, aktuellen und zukünftigen Herausforderungen zu begegnen.“
Dr. Carsten Brosda, Senator für Kultur und Medien der Freien und Hansestadt Hamburg:
„Gute Führung entscheidet mit darüber, ob Kulturinstitutionen zu Orten werden, an denen die Werte einer offenen Gesellschaft nicht nur verhandelt, sondern auch gelebt werden. Dass Hamburg dieses Programm ermöglicht, ist auch eine Investition in die Zukunftsfähigkeit der Kulturbranche. Denn hier werden auch diejenigen ausgebildet, die unsere Kulturlandschaft in den kommenden Jahren mit prägen werden.“
Prof. Dr. Jan Philipp Sprick, Präsident der Hochschule für Musik und Theater Hamburg:
„Das Cultural Leadership-Stipendienprogramm zeigt, wie wir als Hochschule auch über die akademische Ausbildung hinaus Verantwortung für die professionelle Entwicklung im Kulturbereich übernehmen. Dass dieses Programm am Institut KMM der HfMT entwickelt wurde und auch künftig fortgesetzt wird, passt sehr gut zu unserem Anspruch, künstlerische Exzellenz und gesellschaftliche Verantwortung zusammenzudenken.“
Ansgar Wimmer, Vorsitzender des Vorstands der Alfred Toepfer Stiftung F.V.S.:
„Als Stiftung gestalten oder begleiten wir auf Gut Siggen seit vielen Jahren Programme zur Entwicklung von Führungskräften aus Kultur, Wissenschaft und Zivilgesellschaft. Zu sehen, wie die Teilnehmenden im Laufe des Programms gewachsen sind und welcher Zusammenhalt in der Gruppe entstanden ist, bestätigt uns darin, dass gezielte Personalentwicklung im Kulturbereich einen echten Unterschied macht. Wir freuen uns auf die Fortsetzung.“
Die 15 Stipendiat:innen des Jahrgangs 2025/26
Melike Bilir (Hajusom e.V.), Mohammed Ghunaim (ehem. Thalia Theater, aktuell Tanztriennale), Mareike Lappat (Bücherhallen Hamburg), Carolin Löffler (Kampnagel), Ainhoa Montoya Arteabaro (Kulturschloss Wandsbek), Insa Müller (ehem. The Young ClassX e.V.), Connie Nell (A.G.D.A.Z. Steilshoop), Nina Reiprich (fluxus² / Studio Marshmallow), Moritz Reissenberger (Hamburgische Staatsoper), Daniel Stolte (einhornkollektiv), Sophie Wackerbauer (feel.jazz Festival / TONALi), Janne Weirup (Hamburger Puppentheater), Andrea Weniger (Hamburger Kunsthalle), Christopher Weymann (FUNDUS THEATER), Johanna Wild (MARKK)
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