Klare Haltung gegen Machtmissbrauch!

Am Dienstag, 19.5.2026 sendete die ARD in der Reihe „report mainz“ die Reportage „Macht_Spiel“ zum Thema Machtmissbrauch an Musikhochschulen. Die Rektor*innenkonferenz der deutschen Musikhochschulen (RKM) nimmt die Rechercheergebnisse in ihrer Stellungnahme tief betroffen zur Kenntnis. Gleichzeitig dankt die RKM allen Betroffenen für ihren Mut, über das von ihnen an Musikhochschulen erfahrene Leid öffentlich zu sprechen.
Für die RKM sind die Recherchen von report mainz gleichzeitig eine Bestätigung für den eingeschlagenen Weg: Die Musikhochschulen stellen sich seit zehn Jahren gemeinsam und systematisch der Aufgabe, Ursachen von Machtmissbrauch zu erkennen, Strukturen weiterzuentwickeln und so nicht nur exzellente, sondern auch sichere Studienbedingungen zu gestalten.
Im Rahmen der derzeit laufenden wissenschaftlichen Studie zu Machtmissbrauch an deutschen Musikhochschulen, die vom unabhängigen Forschungsinstitut IPP München durchgeführt wird, werden erstmals flächendeckende und belastbare Erkenntnisse über das Ausmaß sowie die Erscheinungsformen von Machtmissbrauch an deutschen Musikhochschulen gewonnen. Hier sind alle Studierenden und Lehrerden noch bis zum 31. Mai zu einer Teilnahme aufgefordert. Die Ergebnisse der Studie sollen im Frühjahr 2027 veröffentlicht werden.
Prof. Christian Fischer, Vorstandsvorsitzender der RKM sagt dazu: „Die RKM möchte, stellvertretend für alle Musikhochschulen, klarstellen: Jeder Fall von Machtmissbrauch ist ein Fall zu viel. Dass Menschen an unseren Hochschulen Leid erfahren, macht uns zutiefst betroffen. Umso dankbarer sind wir dafür, dass Betroffene den Mut aufbringen, von ihren Erfahrungen zu berichten! Nur so können wir Missstände korrigieren, unsere Strukturen weiterentwickeln und alle Hochschulangehörigen unterstützen, die dieses Leid erfahren.
Die deutschen Musikhochschulen sind Orte der Vielfalt und der international angesehenen Spitzenförderung. Daher gehen wir den Weg gegen jede Form von Machtmissbrauch, den wir seit 2016 eingeschlagen haben, entschieden weiter. Wir stellen uns dabei den Herausforderungen, die dieser Weg mit sich bringt. Wir werden entschlossen daran arbeiten, möglichst sichere Rahmenbedingungen an unseren Häusern herzustellen. Mit dieser Maßgabe gehen wir nun die nächsten Schritte.“
Die Hochschule für Musik und Theater Hamburg hat sich in den vergangenen Jahren intensiv mit der Entwicklung und Stärkung von Maßnahmen zur Erkennung, Prävention und Sanktionierung von Machtmissbrauch auseinandergesetzt. Alle Studierenden, Lehrenden und Mitarbeitenden sollen ermutigt werden, sich in Fällen von Machtmissbrauch oder Diskriminierung sowie in Situationen, die bei ihnen Unwohlsein oder Sorge auslösen, an die vertraulichen Beratungsstellen zu wenden.
Hierzu wurden die bestehenden Hilfs- und Beratungsangebote um vertrauliche interne sowie externe Anlaufstellen erweitert, unter anderem um die externe Vertrauensstelle Themis gegen sexuelle Belästigung und Gewalt. Darüber hinaus verabschiedete die Hochschule im Jahr 2024 eine Selbstverpflichtung zur Prävention von Machtmissbrauch.