
Affirmative Nachhaltigkeit
Programm
10 – 13 Uhr: Responsive Talk
13 – 14 Uhr: Music Lunch
14 – 16 Uhr: Workshop
Mit Beiträgen von
SIGNA (Signa & Arthur Köstler)
Maren Haffke
Vera Tollmann
Lynn T. Musiol
Christian Tschirner
Katharina Alsen
Benjamin Sprick
Cello-Manifesto
Yeah, let’s re-use this!
Das Symposium »Affirmative Nachhaltigkeit« fragt, wie Verzicht und Ressourcenschonung in den Künsten als Bejahung und kreative Chance erfahrbar werden können. Im Fokus stehen ökologische und soziale Aspekte von Nachhaltigkeit, die sich in künstlerischen Praktiken zeigen und mögliche alternative Zukünfte aufrufen. So lässt sich entdecken, wie Reduktion vom vermeintlichen Defizit zur produktiven ästhetischen Strategie wird – von minimalistischen Bühnenbildern bis zu energiearmen Arbeitsprozessen.
In politischen und medialen Debatten wird ein nachhaltiger Umgang mit Ressourcen meist negativ dargestellt und mit Verlust und Einschränkung assoziiert. Die Künste und ihre Geschichte zeigen eine alternative Perspektive: Praktiken wie Maßhalten, Reduzieren oder bewusstes Weglassen können produktiv und positiv sein. Dieses Verständnis wird als »affirmative Nachhaltigkeit« bezeichnet. Das Symposium möchte daher untersuchen, wie künstlerische Ansätze Verzicht und maßvollen Ressourceneinsatz bejahend gestalten und damit eine produktive ›Epistemologie des Mangels‹ eröffnen. Im Mittelpunkt stehen hierbei ökologische und soziale Dimensionen von Nachhaltigkeit. Diese wird vor allem als Beziehungsarbeit verstanden – zwischen Menschen, Materialien, Ressourcen, Institutionen und ästhetischen Formen. Diese Sichtweise knüpft an kulturtheoretische, soziologische und philosophische Positionen des 21. Jahrhunderts an.
Angesichts von Klimawandel, Biodiversitätsverlust und sozialer Ungleichheit dominieren oft technische oder politische Lösungsansätze das Diskursgeschehen. Weniger beachtet wird im Konzert der Meinungen und Positionen die Kraft kultureller Imagination: Welche Zukunftsbilder können wir entwerfen und wie beeinflusst unser Handeln das Register künstlerischer Utopien? Nachhaltigkeit kann als produktive Praxis gedacht werden, die eigene ästhetische und soziale Qualitäten besitzt. Besonders die performativen Künste bieten hierfür ein geeignetes Forschungsfeld. Sie sind prozessual und flüchtig verfasst, arbeiten mit lebendigen Körpern und basieren auf der Beziehung zwischen Darsteller:innen und Publikum. Dadurch können Beziehungen neu gestaltet, Materialien wiederverwendet und Ressourcen bewusster eingesetzt werden.
In der Praxis der performativen Künste kann Verzicht – etwa auf große Bühnenbilder oder energieintensive Prozesse – zur Quelle ästhetischer Innovation werden. Minimalismus, Umnutzung und Offenheit erscheinen nicht als Mangel, sondern als kreative Herausforderung, aus der neue Formen der Erfahrung von Raum, Körper, Material und Publikum entstehen, denen wir uns beim Symposium widmen wollen.
Eintritt frei
Eine Online-Teilnahme ist möglich.
Weitere Informationen zur Anmeldung folgen in Kürze.