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Beteiligungsverfahren

Um einen diversity-spezifischen Status Quo für die HfMT zu ermitteln, erarbeitete die Steuerungsgruppe zunächst eine eigens auf die Besonderheiten der HfMT als künstlerische Hochschule zugeschnittene Diversity-Befragung.
Grundlage dieses Textes bilden die Umfragen unter den Studierenden (2019) und Mitarbeitenden (2021). Dabei konnte die Umfrage für die Gruppe der Studierenden bei Bedarf in eine von sechs weiteren Sprachen (Englisch, Spanisch, Russisch, Chinesisch, Japanisch, Koreanisch) umgestellt werden.

Die Ergebnisse der Umfragen wurden in mehreren Auswertungsworkshops und Analysen in speziellen Arbeitsgruppen aufgearbeitet. Dabei wurden neben der grafischen Aufbereitung der quantitativen Ergebnisse die Freitexte gemäß der qualitativen Inhaltsanalyse kategorisiert und anschließend fünf übergeordnete Clusterthemen als Handlungsfelder herausgearbeitet. Ziel dieser Initiative ist es, eine eigene, den Bedingungen einer künstlerischen Hochschule angepasste Diversity Strategie zu entwickeln. Eine solche Strategie ist nicht nur gesetzlich vorgegeben, sondern zählt zum Standard einer jeden modernen Institution und leitet sich auch unmittelbar aus unserem Leitmotiv Künstlerische Exzellenz in gesellschaftlicher Verantwortung ab.

Die Beweggründe, diese Aufgabe ohne zu Hilfenahme einer externen Agentur umzusetzen waren vor allem dem Bewusstsein geschuldet, dass die Mitglieder der Steuerungsgruppe Diversity diesen Prozess von der Entwicklung der Fragen bis hin zum Clustern der Ergebnisse als gemeinsamen Erkenntnisprozess erleben wollten. Dies hat sich nach jetzigem Stand schon als äußerst ergiebig herausgestellt. Unterschiedliche Interpretationsansätze der Befragung, jenseits statistischer Kennzahlen, durch die verschiedenen Akteur:innen der Hochschule prägten den intensiven Austausch. Geschlecht, Herkunft, Alter, Funktionszusammenhang zeigten, wie unterschiedlich die Vielfalt betrachtet wird und wo es, bei allen Differenzen, produktive Schnittmengen gibt.

Genau diese wurden in mehreren Runden herausgearbeitet und präzisiert.

Zusammengefasst in die fünf Handlungsfelder Respekt, Transparenz, Zugang, Vereinbarkeit und Reflexion geben sie einen strukturierten Überblick der Auswertungen.

Weil das Thema die gesamte Hochschule betrifft, befindet sich die Steuerungsgruppe Diversity in einem Beteiligungsverfahren in den verschiedenen Studiendekanaten der Hochschule, der Verwaltungsrunde, dem AStA, dem Ligeti-Zentrum (IHS) und weiteren Gruppen, um die Handlungsfelder persönlich vorzustellen und einen internen Diskurs in der Breite und Tiefe der Hochschule anzustoßen, bei dem die unterschiedlichen Gruppen in die Gestaltung der Maßnahmen miteinbezogen werden und im Zuge dessen für ihre Bereiche konkrete und individuell passgenaue Maßnahmen zur Erreichung von Zielen im Rahmen der Handlungsfelder formulieren können.

Ziel ist, dass am Ende dieses Beteiligungsverfahrens die Erarbeitung eines ganzheitlichen und intersektionalen Diversity-Management-Konzepts für die HfMT mit Fokus auf die Spezifika einer Musik- und Theaterhochschule entsteht, das im April 2024 vom Hochschulsenat verabschiedet werden soll. Das Konzept wird eine Antidiskriminierungs-Strategie verfolgen, um mehr Diversität zu ermöglichen. Es soll zugleich dazu dienen, die bereits bestehende Vielfalt als kreatives Potential für eine künstlerisch-wissenschaftliche Hochschule anzuerkennen und dieser Vielfalt im Hochschulalltag mit Wertschätzung zu begegnen.