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Male Members only

Im Mai 1945 endete der Zweite Weltkrieg in Hamburg. In den ersten Wochen nach der Kapitulation beschlagnahmten die britischen Besatzungstruppen zahlreiche Gebäude, darunter viele repräsentative Villen am weitgehend unzerstörten Harvestehuder Weg. Auch die Budge-Villa gehörte dazu.

Unter britischer Verwaltung diente das Haus fortan sehr unterschiedlichen Zwecken. Zunächst wurde es als Boarding House genutzt, was eine vorübergehende Unterkunft für Offiziere und Mannschaften bezeichnete. Kurzzeitig richtete musste die Villa sogar als Lazarett für verwundete Soldaten genutzt werden. 

Bald darauf wurde das Palais jedoch in einen exklusiven Offiziersklub umgewandelt, den sogenannten „Westside-Club“, ausgestattet mit zwei Bars und einem Lunch Room. Im Spiegelsaal sollen auch britische Schauspieler aufgetreten sein.

Später nutzten die britischen Behörden das Palais als Hotel für hochrangige Besucher Hamburgs. Auch die benachbarten Gebäude und Grundstücke wurden in die britische Verwaltung einbezogen. 


Heute erinnert im Budge-Palais nur noch wenig an die ersten Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg. Ein bemerkenswertes Zeugnis hat sich jedoch im Treppenhaus erhalten: Bei Restaurierungsarbeiten wurde der Schriftzug „male members only“ freigelegt den sie hier sehen.


Der Betrieb des Offiziersklubs lag in den Händen der NAAFI (Navy, Army and Air Force Institutes). Die 1921 gegründete Organisation versorgte Angehörige der britischen Streitkräfte mit Waren des täglichen Bedarfs und betrieb Freizeiteinrichtungen, Sportstätten und gastronomische Einrichtungen.

Bei Sanierungsarbeiten am Parkett des heutigen Mendelssohn-Saals kam eine original erhaltene Speisekarte als weiteres Zeugnis aus der Zeit des britischen Offizierskasinos ans Licht.