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Kulturvergleichendes Hören. Der Phonograph, das Fremde und die Geburtsstunde der Musikethnologie

Fach
Wahlfach
Lehrende
Frank Böhme
Semester
Wintersemester 2023/2024
Termin
Donnerstag 11:30 bis13:00
Raum
Multimediahörsaal (ELA 1)
Dauer
2 Semesterwochenstunden
Beschreibung

1877 beginnt die Geschichte der musikalischen Reproduktionstechnik mit der Erfindung des Phonographen, zehn Jahr Jahre später folgt die Grammophonplatte. Bis zu diesem Zeitpunkt konnte die Musik anderer Kulturen nur erlebt werden, wenn man entweder in die Länder fuhr (was nur sehr Wenigen möglich war), wenn Gäste aus der Ferne in den Westen kam (was genauso selten vorkam) oder wenn man sich auf Transkriptionen in westlicher Notenschrift verließ (was selten dem Original nahekam). Wissenschaftlich Expeditionen, Handelsreisende oder Missionare wurden im ausgehenden 19. Jahrhundert mit einem Phonographen ausgestattet und mit der Aufgabe betraut, die Musik in der Fremde aufzunehmen und nach Berlin oder Wien zu schicken. Dort hatte man sehr schnell Institutionen geschaffen, die sich damit methodisch und systematisch damit beschäftigten. Es war nun erstmalig im großen Stil möglich, die Vielfalt der Musik zu erahnen. Die Akteure entwickelten in der Auseinandersetzung das Fach der vergleichenden Musikwissenschaft.
Die großangelegte Sammelwut entwickelte sich parallel mit dem Kolonialismus und damit stellt sich die Frage, wie sich das auditive Material dazu verhält. Aus den Phonogramm-Archive werden dazu viele historische Klangbeispiele zu hören sein.

Diese Archive stehen aber auch im Fokus der Auseinandersetzung mit dem Kolonialen Erbe. Ob in Afrika, Asien oder im Kriegsgefangenen-Lager während des 1. Weltkriegs: Die Aufnahmen zwingen uns, neu über die Sammlungen und ihrer Präsentation nachzudenken.

Literatur
Wird bereitgestellt
Credits
2 Creditpoints
Bemerkung
Bitte um Anmeldung via E-Mail: Frank.Boehme@HfMT-Hamburg.de
Module
Wahlmodul freie Wahl (alle Studiengänge), Wahlmodul Lehramt, Studium generale Wahlmodul Master