150 Jahre Bayreuther Festspiele: Ein „Seismograph deutscher Befindlichkeit“? Rezeption und Interpretation
- Fach laut Studienplan
- Musikwissenschaft
- Lehrende
- Peter Krause
- Termin
- mittwochs, 16 bis 18 Uhr
- Raum
- BP 201
- Dauer
- 2 Semesterwochenstunden
- Beschreibung
So sehr Richard Wagner als Person polarisiert und provoziert, so sehr spalten die Bayreuther Festspiele – zwischen Verehrung und Ablehnung gibt es kaum eine vermittelnde Position. Sogar die wissenschaftliche Auseinandersetzung, die sich in der schier unüberschaubaren Sekundärliteratur spiegelt, liebt die Zuspitzung. Differenzierung und Abwägung in Wagnerdingen scheinen ein Unding zu sein. Der zum Jubiläum „150 Jahre Bayreuth“ erschienene gewichtige Band „Bayreuth als Theater“ aber wagt sie. Stephan Mösch beleuchtet in seinem multiperspektivischen Buch Bayreuth so umfassend und mit solch einer dem Gegenstand gemäßen Komplexität, dass er damit nicht weniger als „die“ zeitgemäße Festspielgeschichte vorgelegt hat. Auch im Seminar sollen nun Ambiguitäten und Ambivalenzen aufscheinen, wo in der gängigen Wagnerliteratur sonst allzu oft nur Vorurteile nachgebetet werden. Kunstanschauung und Weltanschauung, Ästhetik und Politik durchdringen sich, das Wagnerwerk und seine Inszenierungs- und Rezeptionsgeschichte sollen plastisch greifbar werden. Einen Schwerpunkt soll dabei das Zentralwerk „Der Ring des Nibelungen“ bilden: Ausgehend vom Verständnis des Werks geht es um dessen musikalische und szenische Interpretation im Wandel der (deutschen) Geschichte. Udo Bermbachs Diktum von den Festspielen als „Seismograph deutscher Befindlichkeit“ könnte uns dabei leiten.
Das Semester beginnt mit Impulsreferaten des Seminarleiters, danach stehen die Referate der Studierenden im Mittelpunkt, die zu einer lebendigen Diskussion führen sollen. Die Anmeldung zur Teilnahme wird erbeten bis zum 13. Oktober per E-Mail über: peter.krause@hfmt-hamburg.de- Literatur
BAYREUTH ALS THEATER. Auf dem Weg zu einer Festspielgeschichte
Stephan Mösch
Bärenreiter / Metzler, 674 SeitenDer Wahn des Gesamtkunstwerks. Richard Wagners politisch-ästhetische Utopie
Udo Bermbach
J.B. Metzler, 396 Seiten- Credits
- 3 Creditpoints
- Bemerkung
Grundlegende Kenntnisse der Tetralogie "Der Ring des Nibelungen" sind von deutlichem Vorteil.
- Module
- Musikwissenschaftliche Seminare Gesang, Hauptfach-Ergaenzungsmodul 1 Dirigieren, Hauptfach-Ergaenzungsmodul 2 Master Dirigieren, Ergänzungsmodul Liedgestaltung Master, Musiktheoretisch-/wissenschaftliches Modul 2, Musiktheoretisches/Musikwissenschaftliches Wahlmodul Instrumental, Musiktheoretisches/Musikwissenschaftliches Modul, Musikwisenschaft I Lehramt, Musikwissenschaftliches Modul 1 EMP, Musikwissenschaftliches Modul 1, Musikwissenschaftliches Modul 1, Musikwissenschaftliches Modul 2 Internationaler Master, Musikwissenschaftliches Modul 2 Komposition/Musiktheorie, Musikwissenschaftliches Modul 3, Musiktheoretisch/-wissenschaftliches Modul Master, Wahlmodul freie Wahl (alle Studiengänge)