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eine Blumenvase, ein Schädel und eine Sanduhr (verpixelt dargestellt) auf Stein
© Yuri Akbalkan

Sensorium: Artificial States of Nature

Eine multisensorische Theaterperformance
Montag, 19.10.2026 19:00 Hochschule für Musik und Theater

Treffpunkt:
Hinterhof (Zugang über die Milchstraße)

Sprachen: Englisch, Arabisch (mit englischen Untertiteln)

Sensorium ist eine explorative, multisensorische Theaterperformance, die sich mit der Natur der Wahrnehmung durch eine Verbindung moderner Technologien auseinandersetzt. Aus der künstlerischen Forschung von Yuri Akbalkan hervorgegangen untersucht dieses Projekt, wie menschliche Wahrnehmung unter speziell gestalteten Bedingungen konstruiert und manipuliert werden kann und welche Erkenntnisse sich daraus für die künstlerische Praxis gewinnen lassen.

Eine multisensorische Quest: Ein internationales, interdisziplinäres Künstler:innenteam erkundet dabei sensorische Modalitäten und verwebt dabei XR-Erlebnisse mit Geschmack, Düften, Berührung, Sensoren, Holografie, Klang und Licht.
Das Zusammenspiel verschiedener Medien entfaltet sich durch Storytelling und lädt das Publikum dazu ein, seine eigenen Überzeugungen und Wahrnehmungen zu hinterfragen. Sowohl das Publikum als auch die Performer:innen werden auf ihrer multisensorischen Quest von einer Sprachassistenz begleitet und durch das Wartungspersonal betreut.

Bohlen–Pierce–Cembalo: Als akustisches Tor zur Performance präsentiert Elena Khurgina Akbalkans neues Stück für Bohlen-Pierce-Cembalo, Sensoren und Elektronik mit einer Lichtgestaltung von Diego Muhr.

Die Bohlen-Pierce-Skala wurde unabhängig voneinander vom Hamburger Ingenieur Heinz Bohlen (1972), dem niederländischen Software-Entwickler Kees van Prooijen (1978) und dem amerikanischen Ingenieur John Pierce (1984) konstruiert. Bemerkenswerterweise kamen alle drei auf dieselbe 13-stufige, nicht oktavierte Skala, die ungeradzahlige Frequenzverhältnisse in den Mittelpunkt stellt. Im Kontext von Sensorium markiert die BP-Skala die erste harmonische Verschiebung der Wahrnehmung, gefolgt von Shepard-Ton und Shepard-Risset-Glissando – zwei Techniken zur Konstruktion von Wahrnehmung im Hören.

Obwohl die Komposition Sensoren, Effektpedale und Live-Elektronik einbezieht, weist sie eine charakteristische Struktur auf, die in der Cembaloliteratur von der Renaissance bis zum Früh- und Hochbarock verwurzelt ist. Unter Synthese der Gattungsmodelle des Prélude non mesuré und der italienischen Toccata folgt die formale Anlage des Stücks einem progressiven Formtyp. Es ist ein Moment, in dem sowohl die Interpret:innen als auch das Publikum in die Klangwelt des Bohlen-Pierce-Cembalos eintauchen.

Postfaktizität und Epitaphia auf den Liberalismus: Die politischen und philosophischen Dimensionen der Erzählung entstehen durch ein Zusammenspiel aus Narrativen, Hyperlinks und Konnotationen. Diese beziehen sich auf The New Leviathans des englischen politischen Philosophen John Gray. In seiner Epitaphia auf den Liberalismus legt Gray dar, dass die ehemals als Garant für Freiheit und Fortschritt verstandene liberale Ordnung sich in eine neue Form des Autoritarismus verwandelt habe.

Der ‚alte Leviathan‘, den der englische Philosoph Thomas Hobbes im 17. Jahrhundert als Metapher für den Staat prägte, sei heute einem weiterentwickelten, ‚neuen Leviathan‘ des 21. Jahrhunderts gewichen. Dieser neue gehe über Hobbes’ Konzept hinaus und entwickle sich zu einem „Ingenieur der Seelen“, der zu Handlungen, sogar auch Gedanken und Identitäten kontrolliere. Während Hobbes den Naturzustand des Menschen als „einsam, arm, ekelhaft, brutal und kurz“ beschrieb und den Staat als notwendige Schutzmaßnahme gegen dieses Schicksal verstand, erschaffen die neuen Leviathane laut Gray „künstliche Naturzustände“ – das Projekt, neue Kollektive zu kreieren, als Vorstufe zu einem Zustand chronischer Kriegsführung zwischen den von ihnen verkörperten Identitäten.

Team
Künstlerische Leitung, Konzept, Komposition YURI AKBALKAN
Speisenkonzept, Performance SALAH ZATER
Cembalo, IMU-Sensors, Performance ELENA KHURGINA
Lichtdesign DIEGO MUHR
Ensemble (Holographie-Displays, Wartungpersonal) STUDIERENDE DER HfMT HAMBURG
Projektkoordination ligeti zentrum BENJAMIN HELMER
Ton KATHARINA RASPE, GIOVANNI DINELLO
Licht BIRGER VON LEESEN, GERALD TIMMANN
Technische Leitung Forum OLIVER KIRSCHNER

Eintritt: 12,00 EUR
Ermäßigt: 6,00 EUR
HfMT-Studierende: frei

Nähere Informationen zum Ticketing folgen zeitnah an dieser Stelle.

Eine Kooperation mit dem ligeti zentrum. Unterstützt und gefördert durch das ligeti zentrum und die Hochschule für Musik und Theater Hamburg.
Das ligeti zentrum wird in der Bund-Länder-Initiative „Innovative Hochschule“ durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung und die Stadt Hamburg gefördert.

Termine im Überblick
18.10.2026, 19 Uhr
19.10.2026, 19 Uhr