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Dreiklang von Jan Meyer Rogge

geometrische Metallskulptur auf einer Wiese
Dreiklang von Jan Meyer-Rogge (*1935)

Mitten auf dem grünen Campus der Hochschule für Musik und Theater Hamburg steht seit 1975 – wie ein tonloser Akkord inmitten der Natur – die Skulptur Dreiklang von Jan Meyer-Rogge. Sie ist sowohl für die Passanten am Harvestehuder Weg als auch für die Studierenden der Hochschule sichtbar. Durch ihre Größe, Materialität und Form setzt sie eine markante Präsenz im öffentlichen Raum.

Als die Plastik aufgestellt wurde, stand der Spiegelsaal noch an seinem alten Platz neben dem Budge-Palais und die Baugrube für das Forum wurde gerade ausgehoben.


Jan Meyer-Rogge, 1935 in Hamburg geboren, studierte zunächst Malerei an der Hochschule für bildende Künste bei Karl Kluth, bevor er sich ab 1965 ganz der Bildhauerei zuwandte. Früh schon zeigte sich in seinen Werken ein Gespür für das Gleichgewicht der Kräfte, für die Stille im Spannungsfeld zwischen Konstrukt und Natur.


Auch in Dreiklang wird diese Haltung sichtbar: Die scheinbar einfache Form – ein in sich gefaltetes, prismatisches Band aus Stahl – steht nicht einfach „im“ Raum, sondern bringt ihn zum Klingen. Die massiven Flächen, geometrisch präzise gefügt, scheinen sich gegenseitig zu stützen und zugleich im Widerstreit zu stehen – ein kompositorischer Kraftakt, der aber durch seine Leichtigkeit überzeugt. 


Wettbewerb

Die Stahlplastik ist das Ergebnis eines nichtöffentlichen Wettbewerbs des Bezirksamtes Eimsbüttel. Neben Meyer-Rogge wurden zwei weitere Künstler eingeladen: Prof. Almir Mavignier, Werner Reichhold und Hans-Joachim Frielinghaus. Die Jury, bestehend unter anderem aus Vertretern der Bezirksverwaltung, des Bauamts und dem damaligen Präsidenten der Hochschule Hajo Hinrichs.

Vor der Jury skizziert Meyer-Rogge in seinem Vorschlag zwei Alternativen mit gleicher Konzeption, jedoch aus unterschiedlichen Materialien.

Aus dem Konzept geht hervor, dass in den Vorgesprächen mit der Hochschule der Wunsch geäußert wurde, eine Zeichnung der Plastik auch als Signet der Hochschule verwenden zu können.

Der abwesende Künstler Frielinghaus schlug eine sechs Meter hohe Säule aus Chromnickelstahl vor. Der Entwurf basierte auf einem Kubus, der sich durch Verdrehung ständig wiederholte.

Almir Mavignier beabsichtigte, seine Plastik vom Hachmannplatz aus weiterzuentwickeln. Werner Reichhold stellte in seiner Präsentation die Schwingung als zentrales räumliches Gestaltungsmittel in den Mittelpunkt. Sein Entwurf sollte eng mit dem Baukörper verbunden sein und eine Höhe von fünf Metern erreichen.

Nach den Beratungen entschied man sich für den Entwurf von Jan Meyer-Rogge. Das ursprünglich geplante Budget von 43.000 DM musste aufgrund fehlender Spendengelder auf 33.000 DM reduziert werden.


Der Entwurf


Auftragsvergabe

Der 38-jährige Meyer-Rogge erhielt den Auftrag; es folgten weitere Gespräche mit Direktor Hajo Hinrichs und dem Architekten Fritz Trautwein.

Der erste Entwurf lag am 19. Juni 1974 vor, die endgültige Fassung wurde am 19. November desselben Jahres der Baubehörde übergeben. Im Januar 1975 erhielt der Künstler den Vertrag zur Ausführung der Skulptur.


Aufbau

Am 25. September 1975 war es dann so weit. Der „Dreiklang“ wird im Garten der Hochschule aufgestellt.

Im Hintergrund erkennt man die Rückwand des ehemaligen Spiegelsaals, bevor sie im Zuge des nächsten Bauabschnitts – dem Bau des Forums und Orgelstudios – abgerissen und später im Museum für Kunst und Gewerbe wieder aufgebaut wurde


weitere Arbeiten

Gleichfalls im Jahr 1975 greift er das Gestaltungsprinzip des „Dreiklangs“ auf. Vor der Fachhochschule am Berliner Tor steht die Plastik TETRAEDER

Meyer-Rogge hat nie nur reine Formen konstruiert, sondern immer „Er-Findungen“ geschaffen. Seine Arbeiten sind keine bloßen Skulpturen, sondern Erkenntnisakte: Sie materialisieren die Frage nach Balance, nach Sichtbarkeit, nach Ordnung und Instabilität. 


Interview

Im Frühjahr 2025 stand Jan Meyer-Rogge freundlicherweise für ein Interview zur Verfügung und berichtet über die Entstehung dieser Plastik.
Das Interview führte Prof. Frank Böhme.