Barockorchester der HfMT

Das Barockorchester der HfMT unter der Leitung von Prof. Gerhart Darmstadt vermittelt neue interpretatorische und probentechnische Erfahrungen im Umgang mit Orchesterwerken, Solokonzerten, Kantaten und auch Oratorien vom 17. bis zum frühen 19. Jahrhundert für Streicher, Bläser, Continuo-Instrumente, eventuell auch Schlagzeug und SängerInnen. Ausgehend von dem Ansatz der historischen Aufführungspraxis, den Inhalt und den Ausdruck der jeweiligen Musik aus den Noten zu erschließen und in einen Kontext mit der Zeit und den stilistischen und technischen Anforderungen ihrer Entstehung zu stellen, ergibt sich für uns heutige Musiker ein reiches Übungsfeld für Empathie-Schulung und das Wahrnehmen qualifizierter Verschiedenheiten von National- wie Regional-Stilen, von Notation und Ausführung (auch Faksimile und Neuausgabe), von verschiedenen Satztypen, Artikulation, Dynamik, Zeitstrukturen, Klängen und Affekten (Emotionen). In der Regel wird auf modernem Instrumentarium gespielt, bei den Streichern gerne auch unter Verwendung von historischen Bögen, bei den Holzbläsern auch früherer Instrumententypen, bei den Blechbläsern auch von Naturtrompeten und Naturhörnern. Diese Arbeit erlaubt in Ergänzung zu dem neuen Bachelor-Wahlmodul Streicherprofil Alte Musik eine zusätzliche Qualifizierung zum Orchestermusiker oder auch Solisten und kann zu einer neuen Beweglichkeit im Umgang mit Tönen, Klängen, Harmonien, Sprache, Zeitebenen, Rhythmus, Tempo rubato, Gesten, Ausdruck und Inhalt führen. Und sie ermöglicht, sich durch das experimentelle Hinterfragen vieler überkommener Gewohnheiten und Glaubenssätze in Ruhe und in einem geschützten, freundlichen Rahmen zu kundigen und inspirierten Musikern zu entwickeln. Auch das Verhältnis von Orchesterleitung, Probenpraxis, Solo- und Orchesterspiel wird neu erlebbar und immer wieder hinterfragt. Außerdem kommt es hier zu vielfältigen und belebenden Begegnungen verschiedener Fachgruppen und Dozenten. Alle solistisch mitwirkenden Studierenden erhalten während des Semesters eine zusätzliche Betreuung. Die Teilnahme erfordert eine Anmeldung, die Zusage richtet sich nach der jeweils erforderlichen Besetzung in einem ausgewogenen Verhältnis. Die Proben finden regelmäßig wöchentlich statt mit einem Abschlusskonzert am Ende des Semesters.