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Einführung in Theorien des Körpers

Fach laut Studienplan
Politiken & Ästhetiken
Lehrende
Katharina Alsen , Dr. Benjamin Sprick
Termin
Mittwoch, 13.15–16.15 Uhr, Termine: 22.04. / 29.04. / 27.05. / 03.06. / 10.06. / 24.06.
Raum
Wiesendamm - Raum 1.15 (Seminarraum 3)
Dauer
1.5 Semesterwochenstunden
Beschreibung

Theater ‚arbeitet‘ mit Körpern. Doch was genau ist damit gemeint? Körper auf der Bühne sind nicht einfach ‚natürlich vorhanden‘, sondern durch ästhetische Praktiken und gesellschaftliche Erwartungen geprägt. Sie sind Träger sozialer Bedeutungen und zugleich konkrete, materielle Erscheinungen. Dabei oszillieren sie zwischen Materialität und Symbolizität, Disziplin und Widerständigkeit, Sichtbarkeit und Vulnerabilität, fungieren als Medium von Affekten und Emotionen sowie als Schnittstelle zwischen Individuum und Institution.

Das Seminar führt in zentrale Positionen der Körpertheorie ein und untersucht, wie Körper im Theater und in den Künsten beschrieben werden und welche Konsequenzen sich daraus für Analyse und Praxis ergeben.
Ausgehend von kanonischen und neueren Theorieansätzen werden Fragen nach Präsenz, Verkörperung, Performativität, Agency, Sichtbarkeitsdispositiven sowie Normierung und Abweichung behandelt. Exemplarisch werden die Strömung der Body Art aus der Geschichte der Performancekunst sowie aktuelle Inszenierungen und Performances betrachtet, etwa bei Florentina Holzinger, Rébecca Chaillon oder den immersiven Arbeiten des Kollektivs SIGNA.
Der Kurs verbindet Textlektüren mit szenischer Analyse und vermittelt ein Instrumentarium, um theatrale Körper in ihren gesellschaftlichen, ästhetischen und performativen Zusammenhängen zu untersuchen.

Daraus ergeben sich drei zentrale Arbeitsfelder:
• Begriffsklärung grundlegender Termini
• Historische Kontextualisierung und Rekonstruktion körpertheoretischer Positionen des 20. und 21. Jahrhunderts
• Analytische Anwendung auf aktuelle künstlerische Arbeiten

Literatur

Karen Barad (2012): Agentieller Realismus, Berlin; Jane Bennett (2009): Lebhafte Materie. Eine politische Ökologie der Dinge, Berlin; Pierre Bourdieu (1979): Die feinen Unterschiede, Frankfurt a.M.; Judith Butler (1990): Das Unbehagen der Geschlechter, Frankfurt a.M.; Erika Fischer-Lichte et al. (Hg.) (2000): Körper-Inszenierungen. Präsenz und kultureller Wandel, Tübingen; dies. (2004): Ästhetik des Performativen, Frankfurt a.M.; Michel Foucault (1966): „Der utopische Körper“, in: ders. (2005): Die Heterotopien, Frankfurt a.M.; bell hooks (1992): Black Looks. Popkultur, Medien, Rassismus, Hamburg; Amelia Jones (1998): Body Art. Performing the Subject, Minneapolis; Helmuth Plessner (1928): Die Stufen des Organischen und der Mensch, Berlin; Maurice Merleau-Ponty (1945): Phänomenologie der Wahrnehmung, Berlin; Katharina Rost u. Jenny Schrödl (2017): „Körperlichkeit, Materialität und Gender in Theater und Theaterwissenschaft“, Open Gender Journal; Azadeh Sharifi et al. (Hg.) (2022): Theaterwissenschaft postkolonial/dekolonial. Eine kritische Bestandsaufnahme, Bielefeld.

Credits
2 Creditpoints
Bemerkung

Zur Erlangung von Credit Points sind Interesse an der Verbindung von Theorie und künstlerischer Praxis, ein Kurzvortrag im Seminar sowie eine schriftliche Reflexion erforderlich. Es werden verschiedene Zugänge zur Theoriearbeit erprobt, u.a. dialogisches Lesen, Clustering oder KI-gestützte Lektüren. Eine fakultative Teilnahme ohne Vergabe von Credit Points ist ebenfalls möglich und erfolgt nach Rücksprache mit den Lehrenden.

Anmeldung: Bitte bis zum 20.04.2026 an katharina.alsen@hfmt-hamburg.de und benjamin.sprick@hfmt-hamburg.de

Module
Modul Theorie Master Dramaturgie, Wahlmodul Master Dramaturgie, Theorie 1, Theorie 2, Theorie 1, Theorie 2, Modul Theorie 1 Schauspiel, Regie Schauspiel, Regie Musiktheater, Modul Theorie 2 Schauspiel, Regie Schauspiel, Regie Musiktheater, Modul Theorie 3 Schauspiel, Regie Schauspiel, Regie Musiktheater, Theaterwissenschaftliche Grundlagen I, Theaterwissenschaftliche Grundlagen II, Wahlmodul 2 Regie Musiktheater, Regie Schauspiel, Wahlmodul freie Wahl (alle Studiengänge), Wahlmodul Lehramt, Studium generale Wahlmodul Master, Wahlmodul 1 Regie, Wahlmodul 2 Regie