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ARTILACS IV – SYMPOSION

Fach laut Studienplan
ARTILACS
Lehrende
Benjamin Helmer , Dr. Benjamin Sprick
Termin
Donnerstags, 12:00–13.30 (Start 15.10.2026) Termine: 12.10.26 / 19.10.26 / 02.11.26 / 09.11.26 / 23.11.26 / 30.11.26 / 07.12.26 / 14.12.26 / 11.01.27 / 18.01.27 / 25.01.27 / 01.02.27
Raum
Keine Angabe
Dauer
1.5 Semesterwochenstunden
Beschreibung

Platons Erbe wiegt schwer. Es ist kein Bestand, der einfach ›verwaltet‹ werden könnte, sondern ein Anspruch, der sich immer wieder neu erschließen, gegen den eigenen Kanon wenden und erneuern muss, um überhaupt aktuell zu bleiben. Diese Aufgabe stellt sich im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz mit einer besonderen Dringlichkeit. Large Language Models verführen zugleich zum Begriff und zur Sinnlichkeit. Sie erzeugen Argumente mit derselben Geste, mit der sie Bilder, Stimmen und Stimmungen hervorbringen, und lassen so eine der ältesten platonischen Unterscheidungen – zwischen Logos und Aisthesis, zwischen Begriff und Erscheinung – in einem einzigen, kaum mehr zu differenzierenden Strom aufgehen. Zugleich nötigen sie uns zu Konsum und Verzicht gleichermaßen bzw. zu einer permanenten Aufnahme von Text, Bild und Wissen und zu einer ebenso permanenten Übung der Zurückhaltung, der Auswahl und des Nein-Sagens. Aus dieser doppelten Nötigung erwächst der Bedarf nach einer eigenen Form der Wissenskuratierung und -begrenzung. Wir müssen uns um unseren Wissenskonsum sorgen und Überfluss so mit Mangel verbinden, dass daraus keine bloße Enthaltsamkeit, sondern eine neue Achtsamkeit im Umgang mit dem Wissbaren entsteht.
Das Seminar zeichnet die wesentlichen Fluchtlinien nach, die von Platons Text »Symposion«, bis in die politische Gegenwart reichen. Es fragt, was von der antiken Szene des gemeinsamen Trinkgelages – von der Praxis des abwechselnden Redens, Rühmens und Widersprechens, von der Ökonomie aus Gabe, Rausch und Zurückhaltung, die dieses Format reguliert – für eine Gegenwart einzuholen ist, in der Wissen nicht mehr im geteilten Raum eines Gastmahls, sondern in der Interaktion mit sprachgenerierenden Modellen zirkuliert. Die Teilnehmer:innen bereiten in diesem Rahmen ein eigenes Symposion des Graduiertenkollegs ARTILACS vor, das im Juni stattfinden soll, und schärfen dessen Konzept im Verlauf des Seminars gemeinsam.

Literatur

Düttmann, Alexander García (2021), Lob der Jugend. Mit einem Vorwort von Marcus Quent (= Anarchies, hg. von Mehdi Belhaj Kacem und Jean-Luc Nancy), Zürich–Berlin: diaphanes.

Platon (2006), Symposion. Griechisch/Deutsch, übersetzt und herausgegeben von Thomas Paulsen und Rudolf Rehn, Stuttgart: Reclam.

Sauvagnargues, Anne (2016), Artmachines: Deleuze, Guattari, Simondon, übersetzt von Suzanne Verderber (mit Eugene W. Holland), Edinburgh: Edinburgh University Press.

Credits
2 Creditpoints
Bemerkung

Das Seminar findet ausschließlich online, via ZOOM statt.

Angesprochen werden alle diejenigen Studierenden, die sich für ein transdisziplinäres Diskurs-Spiel zwischen ›Kunst‹, ›Gesellschaft‹ und ›Technologie‹ interessieren und an einer assoziativen, materialgesättigten Recherche und gemeinsamen debattenartigen Erkundungen interessiert sind.

Anmeldung bitte bis zum 09. Oktober 2026 an Benjamin.sprick@hfmt-hamburg.de

Zur Erlangung von Credit Points sind Interesse an der Verbindung von Theorie und künstlerischer Praxis, ein Vortrag im Seminar sowie eine schriftliche Reflexion erforderlich. Es werden verschiedene Zugänge zur Theoriearbeit erprobt, u.a. dialogisches Lesen, Clustering oder KI-gestützte Lektüren. Eine fakultative Teilnahme ohne Vergabe von Credit Points ist ebenfalls möglich und erfolgt nach Rücksprache mit den Lehrenden.

Module
Promotionsmodul, Wahlmodul freie Wahl (alle Studiengänge), Studium generale Wahlmodul Master