Die HfMT Hamburg ist eine stark international aufgestellte künstlerische Hochschule. Studierende, Lehrende und Mitarbeitende kommen aus über 60 Ländern und sprechen dementsprechend viele unterschiedliche Sprachen. Sie erleben ihren Alltag in Hamburg und an der Hochschule unterschiedlich, denn die Vielfalt reicht über kulturelle, sozioökonomische und religiöse Hintergründe hinaus und umfasst auch individuelle Identitäten und Lebensweisen. Sie ordnen sich als Frauen oder Männer dem traditionellen Geschlechterbild zu oder agieren jenseits binärer Kategorien. Leben in heterosexuellen oder gleichgeschlechtlichen Beziehungen oder haben unterschiedliche Hautfarben und Körpermerkmale. Einige müssen mit unsichtbaren chronischen Erkrankungen oder physischen oder psychischen Einschränkungen leben. Unser Ziel ist es, allen Studierenden, Lehrenden und Mitarbeitenden an der HfMT eine diskriminierungsfreie Teilhabe am Hochschulleben zu ermöglichen.
Hilfe und Beratung
Benötigen Sie Unterstützung? Wir stehen bereit. Die Hochschule für Musik und Theater legt Wert darauf, dass Mitarbeitende, Studierende und Gäste einen fairen und respektvollen Umgang miteinander pflegen und erfahren. Die Bedingungen künstlerisch-wissenschaftlicher Ausbildungen mit ihrem großen Anteil an Einzel- und Kleingruppenunterricht, der persönlichen Abhängigkeit von der Lehrperson, hohem Leistungsdruck und dem Einsatz der gesamten Person erfordern einen besonders sensiblen Umgang miteinander. Zögern Sie nicht, uns anzusprechen, falls Sie Hilfe brauchen.
Diversity can inspire – HfMT gegen Diskriminierung
Diversität ist für eine künstlerisch-wissenschaftliche Hochschule kein Randthema, sondern ein wesentliches Merkmal – sie beschreibt die gesellschaftliche Realität, in der Hochschulen heute agieren. Sie kann gleichermaßen Inspiration und Herausforderung sein.
Aus dem Leitmotiv „Künstlerische Exzellenz in gesellschaftlicher Verantwortung" leitet die HfMT den Auftrag ab, ihre eigenen Strukturen und Abläufe im Kontext einer sich wandelnden, diversen Gesellschaft fortlaufend kritisch zu reflektieren. Diversity-Management bedeutet für die Hochschule daher mehr als den Umgang mit Unterschieden: Es geht darum, Zugänge zu öffnen, bestehende soziale Grenzen durchlässiger zu machen und eine Kultur zu etablieren, in der sich künstlerisches und wissenschaftliches Potential frei von Diskriminierung entfalten kann.
Um diesem Anspruch eine Struktur zu geben, gründete sich 2018 die vom Hochschulsenat eingesetzte Steuerungsgruppe Diversity – eine Arbeitsgruppe, in der alle Statusgruppen der HfMT zusammenwirken, von den Studiendekanaten über das erweiterte Präsidium, die Gleichstellungsbeauftragten und die Verwaltung bis zu den Studierenden.
Um einen diversity-spezifischen Status Quo für die HfMT zu ermitteln, erarbeitete die Steuerungsgruppe zunächst eine eigens auf die Besonderheiten der HfMT als künstlerische Hochschule zugeschnittene Diversity-Befragung.
Grundlage dieses Textes bildeten die Umfragen unter den Studierenden (2019) und Mitarbeitenden (2021).
Die Ergebnisse der Umfragen wurden in mehreren Auswertungsworkshops und Analysen in speziellen Arbeitsgruppen aufgearbeitet. Dabei wurden neben der grafischen Aufbereitung der quantitativen Ergebnisse die Freitexte gemäß der qualitativen Inhaltsanalyse kategorisiert und anschließend fünf übergeordnete Clusterthemen als Handlungsfelder herausgearbeitet:
Respekt, Transparenz, Zugang, Vereinbarkeit und Reflexion. Mit den Ergebnissen der Umfragen wurde dann in Form eines umfassenden Beteiligungsverfahrens unter Beteiligung aller Gremien und Gruppen der Hochschule das Diversity-Management-Konzept (DMK) entwickelt, welches zehn Aspekte eines Selbstverständnisses und mehr als 100 Maßnahmen beinhaltet. Ein Aspekt ist die Erarbeitung einer Antidiskriminierungs-Strategie. Die Einführung des Diversity Management Dokuments war mehr als die Einführung eines strategischen Dokuments. Es war Ausdruck eines institutionellen Lernprozesses, der mit einer grundlegenden Frage begann: Erreichen wir als staatliche künstlerische Hochschule tatsächlich die Breite der Stadt- und Bundesgesellschaft in ihrer Diversität?
Das Diversity Management Konzept wird als dynamisches Konzept fortlaufend überprüft, evaluiert und weiterentwickelt. Es zielt darauf ab, Diversitätslücken zu schließen und die bereits bestehende Vielfalt als kreatives Potential einer künstlerisch-wissenschaftlichen Hochschule anzuerkennen, sie im Kontext der Lehre aufzugreifen und der bereits vorhandenen Diversität im Hochschulalltag mit Wertschätzung zu begegnen.
Gleichstellungsstarke Hochschule
"Gleichstellung" ist ein veraltet anmutender und sperriger Begriff und umfasst dennoch etwas stets aktuelles, das noch lange nicht eingelöst ist. Es ist keine abstrakte Idee, sondern die gesamtgesellschaftliche Aufgabe, allen Menschen unabhängig von Diskriminierungsmerkmalen, die gleichen Räume zu öffnen und Chancen zu bieten. Die HfMT hat den besonderen Anspruch künstlerische Praxis, wissenschaftliche Reflexion und hochschulpolitische Gleichstellung zusammenzudenken, gesellschaftliche Realitäten produktiv zu thematisieren und systematisch nachhaltig zu verändern. Ganz nach dem Leitmotiv: „Künstlerische Exzellenz in gesellschaftlicher Verantwortung“. Die monatlich stattfindende Konferenz der Gleichstellungsbeauftragten (KoGl) ist dabei das zentrale Gremium, um diesem Anspruch näher zu kommen. Darüber hinaus wird die Arbeit der Gleichstellungsbeauftragten in bilateralen Gesprächen ebenso wie in Gremien, in Lehre und Forschung oder in Pädagogik und Vermittlung wirksam. Ihre (hochschul-)politische Relevanz gewinnt Gleichstellung aus der Erkenntnis, dass individuelle Lebensumstände sowie gesellschaftlich verfestigte Wahrnehmungsmuster die berufliche Entfaltung, insbesondere von Frauen, strukturell behindern.
Ein bedeutender Schritt in Richtung Gleichstellung ist, dass die HfMT in das Professorinnenprogramm 2030 der Bund-Länder-Initiative für Gleichstellung und Vielfalt in der Wissenschaft aufgenommen und zudem mit dem Prädikat „Gleichstellungsstarke Hochschule“ ausgezeichnet wurde. Mit ihrem eingereichten Gleichstellungskonzept für Parität gehört sie zu den Hochschulen, deren Strategien und Maßnahmen im bundesweiten Wettbewerb besonders überzeugten.
Inklusion
Die Hochschule für Musik und Theater Hamburg verfolgt das Ziel, ein inklusionssensibles Umfeld zu schaffen und Diskriminierung insbesondere von Menschen mit Be_hinderungen oder chronischen Erkrankungen abzubauen. Ein wichtiger Bestandteil dieses Engagements ist das in enger Kooperation mit EUCREA e.V. durchgeführte Zertifikatsprogramm Inklusion@HfMT/ARTplus. Es richtet sich an Jugendliche mit anerkannter Schwerbehinderung, die über künstlerisches Potenzial, eine hohe Motivation und eine erkennbare Entwicklungsperspektive verfügen, bisher jedoch keinen oder nur eingeschränkten Zugang zu professioneller Förderung hatten.
Initiativen, Programme und Kooperationen
Wege in die Musik öffnen – für alle: Das Nachwuchsförderzentrum der HfMT bündelt Angebote zur frühen Förderung musikalischer Begabungen und schafft gemeinsam mit Hamburger Musikschulen und Partnern strukturierte, durchlässige Förderwege, die unabhängig vom Hintergrund einen Zugang zur künstlerischen Ausbildung eröffnen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf Inklusion: In Kooperation mit EUCREA e.V. bietet die Hochschule mit ARTplus ein bundesweit einzigartiges Zertifikatsprogramm für junge Menschen mit Behinderung.
each one teach one
Vielfalt leben – Zugänge schaffen – Verantwortung übernehmen
Im Oktober 2025 übernimmt die HfMT die Patenschaft für drei allgemeinbildende Schulen in Hamburg. Im Rahmen einer drei-jährigen Förderung durch den Projektfonds Kultur und Schule begegnen sich Studierende und Schüler:innen in Workshops, Probenbesuchen und gemeinsamen künstlerischen ProjektenWeitere Informationen zu den Schulpatenschaften der HfMT

Das Professorinnen-Programm ist ein Konzept von Bund und Ländern, um die Gleichstellung an Hochschulen zu fördern. Es zielt darauf ab, den Frauenanteil in wissenschaftlichen Spitzenpositionen zu erhöhen, indem es die Vergabe von Professuren an Frauen finanziell fördert. Die HfMT konnte im Professorinnenprogramm 2030 das Prädikat „Gleichstellungsstarke Hochschule“ erreichen, was die Möglichkeit zur Förderung einer zusätzlichen Stelle für eine Wissenschaftlerin oder Künstlerin, die in eine unbefristete Professur münden sollte bietet.
Das Zentrum Gender & Diversity (ZGD) ist eine gemeinsame Einrichtung von verschiedenen Universitäten und Hochschulen in Hamburg (unter anderen die HfMT) und dient vor allem der Vernetzung der Institutionen und ihren jeweiligen Akteur:innen für Diversity und Gleichstellung. Es unterstützt Forschungsaktivitäten zu Gender & Diversity, entwickelt Tagungen, Workshops und öffentliche Angebote und berät zu Gender- und Diversity-Aspekten in Forschung, Lehre und Studium. Außerdem organisiert das ZGD die Studienzertifikate „Genderkompetenz“ und „Intersektionalität & Diversity“ für Studierende aller Mitgliedshochschulen.
Pro Exzellenzia ist ein Hamburger Karriere-Kompentenzzentrum, das auf Initiative der Gleichstellungsbeauftragten der sieben Hamburger Hochschulen und der Freien und Hansestadt Hamburg gegründet wurde. Das Projekt fördert mit verschiedenen Stipendien, Coachings, Workshops und Vernetzungsmöglichkeiten hochqualifizierte Frauen auf ihrem Weg in Führungspositionen.
Das im Rahmen des Förderprogramms „Calls for Transfer“ der Hamburg Innovation GmbH Zertifikatsprogramm umfasst die Kooperation zwischen der HipHop Academy und der HfMT. Im Mittelpunkt des Projekts steht die Entwicklung eines gemeinsam erarbeiteten Curriculums, das künstlerische Praxis, Bildung und gesellschaftliche Teilhabe miteinander verbindet.
Für die HfMT ist das Projekt ein Zeichen institutioneller Öffnung und soll neue Perspektiven, ästhetische Erfahrungsräume und Formen des gegenseitigen Lernens zuzulassen. Geplant sind Schnupperkurse, ein erstes Camp sowie verschiedene Workshops, die den Austausch zwischen Hochschule und HipHop-Community fördern sollen. Dabei verfolgt das Projekt einen bewusst praxis- und ergebnisorientierten Ansatz. Ziel sei es, konkrete Formate und Ergebnisse zu entwickeln, anhand derer der Transfergedanke sichtbar und nachvollziehbar werde.
Das in enger Kooperation mit EUCREA e.V. durchgeführte Zertifikatsprogramm richtet sich an Jugendliche mit anerkannter Schwerbehinderung, die über künstlerisches Potenzial, hohe Motivation und eine erkennbare Entwicklungsperspektive verfügen und bisher keinen oder nur eingeschränkten Zugang zu professioneller Förderung hatten.
Archiv
Eintauchen. Konzentrieren. Vertiefen. Unter dem Motto Diversity can Inspire organisierte die HfMT im Wintersemester 2023/24 die Diversity Study Weeks. Gemeinsam zelebrieren wir Vielfalt, denn sie ist nicht nur ein Schlagwort, sondern das Herzstück unseres Zusammenwirkens und der kreativen Entfaltung an einer künstlerisch-wissenschaftlichen Hochschule.
Die Initiative „Vielfalt an deutschen Hochschulen“ soll Diversität sichtbarer machen und Diskriminierung abbauen. Mit Finanzierung des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) unterstützt die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) bundesweit Hochschulen bei der Weiterentwicklung ganzheitlicher Diversitätskonzepte. Der von der Hochschule für Musik und Theater Hamburg eingereichte Projektantrag wurde für die Förderung unserer institutionellen Diversitätsprojekte ausgewählt.
Wichtige Dokumente
Das Diversity Management Konzept der HfMT Hamburg ist aus der Mitte der Hochschule entstanden und wurde am 08.05.24 durch das Präsidium und den Hochschulsenat einstimmig beschlossen. Es stellt neben einer Bestandsanalyse zu Diversity- und Gleichstellungsthemen an der HfMT auch eine Bedarfsanalyse und konkrete Maßnahmen vor, zum Umgang mit der bereits vorhandenen Diversität und zur sozialen und kulturellen Öffnung mit einem Augenmerk auf Diversitätslücken.
Das Gleichstellungskonzept für Parität wurde im Rahmen des Professorinnenprogramms 2030 erarbeitet und erfolgreich von der Bund-Länder-Initiative für Gleichstellung und Vielfalt in der Wissenschaft aufgenommen. Zudem wurde die HfMT Hamburg mit dem Prädikat „Gleichstellungsstarke Hochschule“ ausgezeichnet. Mit ihrem eingereichten Gleichstellungskonzept für Parität gehört sie zu den Hochschulen, deren Strategien und Maßnahmen im bundesweiten Wettbewerb besonders überzeugten.
Gleichstellungskonzept für Parität
Dieser Verhaltenskodex bietet allen Mitgliedern und Angehörigen der HfMT eine Orientierung für den Umgang miteinander. Er ergänzt neben den Dienstpflichten grundlegende Prinzipien eines vertrauensvollen, fairen und respektvollen Miteinanders.
Am 14. Mai 2025 hat der Senat der Hochschule für Musik und Theater Hamburg in seiner Sitzung die Antidiskriminierungsstrategie einstimmig verabschiedet. Kein Mensch sollte sich aufgrund seiner Identität an der Hochschule bedroht fühlen.
Antidiskriminierungsstrategie.pdf
Die HfMT Hamburg legt großen Wert auf einen respektvollen und fairen Umgang miteinander und duldet keine Form von Diskriminierung, Rassismus, Benachteiligung oder Gewalt. In dieser Richtlinie werden Handlungsoptionen wie das Beschwerdeverfahren, Beratungsangebote oder Meldewege für Betroffene aufgezeigt. Besonders in der künstlerischen Ausbildung, die von einem engen Kontakt zwischen Lehrenden und Lernenden geprägt ist, wird ein sensibler, achtsamer Umgang gefordert.
Die Besonderheiten einer künstlerischen Ausbildung mit ihrem großen Anteil an Einzel- und Kleingruppenunterricht und der persönlichen Abhängigkeit von der Lehrperson, hohem Leistungsdruck und dem Einsatz der gesamten Person erfordern einen besonders sensiblen Umgang miteinander und eine stetige Reflexion des eigenen Handelns.
Die HfMT will durch die 2005 beschlossene Frauenförderrichtlinie eine gleichberechtigte Teilhabe von Frauen an der Hochschule sicherstellen und Benachteiligungen abbauen.
Dieses Dokument umfasst Informationen zum Antrag auf Nachteilsausgleich für Studierende oder Studieninteressierte mit (sichtbarer oder unsichtbarer) Be_hinderung oder chronischer Erkrankung.
Dieser Leitfaden befasst sich mit einem geschlechtersensiblen bzw. -inklusiven Sprachgebrauch. Neben empfohlenen Formulierungen finden Sie zusätzlich Kontakt zu Ansprechpartner:innen bei weiteren Fragen.
This guide addresses gender-sensitive and inclusive language use. In addition to recommended phrasing, it also provides contact information for further questions.
Die Akzeptanz verschiedener Geschlechtsidentitäten umfasst nicht nur den sozialen Umgang, sondern auch formale Schritte. Hier finden Studierende und Beschäftigte der Hochschule Informationen zur Änderung der Namens- und Geschlechtsangabe.
Information zur Änderung der Namens- und Geschlechtsangabe (pdf)
Das Positionspapier der Rektorenkonferenz der Musikhochschulen vom 09. Mai 2024 stellt eine deutschlandweite Positionierung der Rektor:innen aller Musikhochschulen zum Umgang mit Machtmissbrauch dar und formuliert konkrete Handlungsempfehlungen zur Prävention von Machtmissbrauch für die verschiedenen Bereiche einer Musikhochschule.
Die Handlungsempfehlungen zum Umgang mit sexualisierter Diskriminierung und Gewalt an Kunst- und Musikhochschulen vom 18. April 2023 zielen darauf ab, Studierende und Mitarbeitende besser zu schützen. Sie beinhalten zehn konkrete Maßnahmen, um Diskriminierung vorzubeugen und Betroffenen Unterstützung zu bieten.
Unter folgendem Link finden Sie ein Wörterbuch (Diversity Arts Culture Berlin), welches grundlegende Begriffe im Kontext von Diversität erklärt und versucht, eine Orientierung zu bieten. Auch Begriffe aus dem Kulturbetrieb werden erläutert.


