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Foto: Das Studio: Taizhi Shao

Hamburg Contemporary

Streichermusik Schönbergs
Studierende der HfMT unter der Leitung von Tanja Becker-Bender
Mittwoch 15.05.2024 20:00 HfMT, Forum

Wie schon mit Pierrot Lunaire steht auch dieses Konzert im Zeichen des Jubiläums von Arnold Schönberg (150. Geburtstag). Studierende der Streicherklassen stellen unter der Leitung von Prof. Tanja Becker-Bender Höhepunkte im Schaffen des Komponisten vor und zugleich bilden sie einige dessen als so typisch geltenden Schaffensperioden ab. „Verklärte Nacht“ (op. 4) gilt neben Pierrot Lunaire sicher zu einem der bekanntesten Stücke Schönbergs und ist exemplarisch für seine Frühphase. Das an Wagner und Brahms angelehnte Stück für Streichsextett (und in einer späteren Fassung für Streichorchester) wurde bei der Uraufführung mit einer vernichtenden Kritik gewürdigt: „Das klingt ja, als ob man über die noch nasse <Tristan> - Partitur darüber gewischt habe“ urteilte die Jury des Wiener Tonkünstlervereins. Schon bald etablierte sich das ausufernde programmatische Stück auf Grundlage des gleichnamigen Gedichts von Richard Dehmel als Repertoirestück und gilt als eines von Schönberg am häufigsten gespielten Stücke.
Die „mittlere“ Phase Schönbergs wird oft als „atonal“ bzw. „polytonal“ oder „pantonal“ bezeichnet. Aus der Zeit stammt das zweite Streichquartett (op. 10) in fis-Moll. Es stellt mit seiner Verknappung in der Tonsprache sowie der immer freier werdenden Dissonanzbehanldung im heutigen Programm eine Brücke zwischen der spätromantischen Sprache und der Zwölftontechnik Schönbergs dar.
Die Fantasie für Violine und Klavier (op. 47) schließlich stammt aus der Zeit, in der die Zwölftontechnik entworfen und als Kompositionstechnik angewandt wurde. Das Werk schrieb Schönberg 1949 auf Anregung des Geigers Adolph Koldofskys. Das Stück ist durchweg virtuos, gemäß dem Titel frei in der Form und lehnt sich vom Ausdruck schon etwas an die neoklassischen Stücke des Komponisten an, basiert dabei aber auf dem Prinzip der Dodekaphonie – dem Komponieren auf Grundlage der zwölf Töne des (damaligen) europäischen Tonsystems bei deren Gleichberechtigung zugunsten reihender Ordnungsprinzipien.

Programm:
Arnold Schönberg (1874-1951)
Fantasie für Violine und Klavier op. 47 (1949)

Asiia Garipova, Violine
Alexei Petrov, Klavier

Arnold Schönberg
Streichquartett Nr. 2 mit Sopranstimme, op. 10 (1907/08)
Text: Stefan George

Mäßig (moderato)
Sehr rasch
Litanei. Langsam
Entrückung. Sehr langsam

Oda Lou Johansen, Sopran
Asiia Garipova, Violine
Yaodong Zhang, Violine
Gung-Hui Ho, Viola
Michael Heupel, Violoncello

— Pause —

Arnold Schönberg
„Verklärte Nacht“ op. 4 für sechs Streichinstrumente (1899)
nach einem Gedicht von Richard Dehmel

Sehr langsam - Breiter - Schwer Betont - Sehr breit und langsam - Ruhig

Kateryna Boskina, Violine
Liliya Milcheva, Violine
Chien-Ying Pan, Viola
Jianxiu Jiang, Viola
Thomas Haas, Violoncello
Yixi Xia, Violoncello

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Die Woche der neuen Musik erlebt eine Neuauflage! Vom 13. bis 16. Mai 2024 werfen abermals Akteur:innen ihren Hut in den Ring, die sich der aktuellen Musik – und den Klassikern der Moderne – verschrieben haben.

Nein und dann eben doch: Zwei Jubiläen von Kompositionsurgesteinen fallen auf das Jahr 2024 und trotzdem stellt sich Hamburg Contemporary nicht einzig in das Licht von Arnold Schönberg (150. Geburtstag) und Luigi Nono (100. Geburtstag), auch wenn es so naheliegend und einfach gewesen wäre. Denn im Licht sollen die wirklich Zeitgenössischen stehen, die jungen Musiker:innen, die hier ihre Bühne bekommen! Ganz verzichtet wird auf die Musik der Jubilare und deren Zeitgenossen dennoch nicht, und so spielen Studierende und Lehrende aus den unterschiedlichen Instrumentalbereichen gleich mehrere Klassiker der Moderne: Schönbergs „Pierrot Lunaire“ und seine Streichermusik, sowie Nonos „La Fabbrica Illuminata“. Mit dem Klavierrezital jüdischer Komponist:innen aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts wird teilweise in Vergessenheit geratene Musik dargeboten.
Tönen, scheppern und dröhnen wird es bei den Klassenabenden der Kompositionsklassen aus Rostock und Hamburg sowie dem Klavierkonzert des Praxisseminars zu neuer Klaviermusik! Der Austausch der Kompositionsklassen wird in Zukunft mit einem Gegenbesuch in Rostock abgerundet werden. Der Abschlusstag wartet dann noch mit zwei Höhepunkten auf: Miniaturen für drei Violinen werden von Mitgliedern des Ensemble Resonanz dargeboten. Das kleine Festival wird abgerundet durch ein Ensemblekonzert: Studierende der HfMT spielen ausgesuchte Werke renommierter – und Achtung: noch lebender! – Komponist:innen!

Eintritt frei

Eine Anmeldung ist notwendig und erfolgt über eventbrite.

Dieses Konzert können Sie außerdem live über unseren Youtube-Kanal verfolgen.

Veranstaltungen im Überblick:
13.05., 18:00 Uhr - Kompositionsklassenabend Rostock
13.05., 20:00 Uhr - Nono: La Fabbrica Illuminata und Klaviermusik: ...don’t push the sounds… not even a little bit…?
14.05., 19:00 Uhr - Kompositionsklassenabend Hamburg
15.05., 17:30 Uhr - Klavierrezital jüdischer Komponisten des frühen 20. Jahrhunderts
15.05., 19:00 Uhr - Pierrot Lunaire: Meilenstein der klassischen Moderne
15.05., 20:00 Uhr - Streichermusik Schönbergs
16.05., 19:00 Uhr - Miniaturenwunderland - Ensemble Resonanz @ HfMT

Die Veranstaltungen werden gefördert durch die ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius. Sie sind Teil der neuen Reihe Hamburg Contemporary.