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schwarz-weißes Bild eines Berges vor schwarzem Hintergrund
© Carmen Kleykens Vidal

Der Zauberberg

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Eine Theaterperformance nach Motiven von Thomas Mann
Sunday, 10/18/2026 19:00 HfMT, Forum

Sprachen: Deutsch, Englisch

Hans Castorp reist in die Berge, um seinen Cousin in einem Sanatorium zu besuchen. Er hat vor, drei Wochen zu bleiben. Irgendwie werden daraus sieben Jahre.

Dort oben folgt die Zeit ihren eigenen Regeln und wird fließend. Die Tage sind sorgfältig durch Routinen strukturiert. Immer wieder versammeln sich dieselben Menschen am selben Tisch. Sie essen, beobachten einander, reden, warten. Fast nichts geschieht, und gleichzeitig entfalten sich in Gesten, Begegnungen und winzigen Details ganze Leben: eine Anziehung, ein Streit, eine sich wandelnde Überzeugung, jemand kommt an, jemand ist plötzlich nicht mehr da.

In ihrer zeitgenössischen Auseinandersetzung mit Thomas Manns Roman begreift Kapitolina Tsvetkova den Berg weniger als einen Ort denn als einen besonderen Zustand des Daseins. Eine kultivierte Gesellschaft hält sich sicher oberhalb der Welt auf und diskutiert deren Krisen auf klug Weise, während sie zugleich immer handlungsunfähiger wird. Je genauer sie beobachtet und analysiert, desto mehr droht die Beobachtung selbst zu einer Form der Lähmung zu werden. Und wo verläuft die Grenze zwischen Beobachten und Beobachtetwerden? Das Stück kulminiert in einem Cembalokonzert, in dem die Zeit flüssig zu werden scheint und sich unser Verhältnis zum Tod zwischen Anziehung, Angst und Akzeptanz bewegt. Die Musik wird dabei zu einer möglichen Sublimierung des Unvermeidlichen.

Die Zeit dehnt sich aus und zieht sich zusammen; das Alltägliche gewinnt eine seltsame Intensität. Essen, Geruch, Temperatur, Klang, Nähe und die Anwesenheit anderer Körper sind ebenso wichtig wie Worte. Es wird über den Tod gesprochen. Doch er ist kaum tragisch: Er kann erotisch, lächerlich, faszinierend, beängstigend, intim und manchmal fast alltäglich werden.

Der Berg selbst verändert dabei immer wieder seine Distanz zu uns. Die sich wandelnde Videolandschaft von Carmen Kleykens Vidal und das Licht von Luciano Correa Barraza begleiten eine Welt, in der Dauer, Erinnerung und die Grenze zwischen Nähe und Distanz zunehmend unsicher werden.

Im Jahr 2026 ist Thomas Manns Werk in Europa gemeinfrei geworden. Diesen Moment nehmen wir zum Anlass, dieses Meisterwerk in der Gegenwart erneut freizusetzen.

Mitwirkende
Regie KAPITOLINA TSVETKOVA
Videodesign CARMEN KLEYKENS VIDAL
Lichtdesign LUCIANO CORREA BARRAZA
Ensemble STUDIERENDE DER HfMT HAMBURG
Produktionsleitung NORA EBNETH
Projektkoordination ligeti zentrum BENJAMIN HELMER
Ton KATHARINA RASPE, GIOVANNI DINELLO
Licht BIRGER VON LEESEN, GERALD TIMMANN
Technische Leitung Forum OLIVER KIRSCHNER

Eintritt: 12,00 EUR
Ermäßigt: 6,00 EUR
HfMT-Studierende: frei

Nähere Informationen zum Ticketing folgen zeitnah an dieser Stelle.

Eine Kooperation mit dem ligeti zentrum. Unterstützt und gefördert durch das ligeti zentrum und die Hochschule für Musik und Theater Hamburg.
Das ligeti zentrum wird in der Bund-Länder-Initiative „Innovative Hochschule“ durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung und die Stadt Hamburg gefördert.


Termine im Überblick
18.10.2026, 19 Uhr
19.10.2026, 19 Uhr